Marelli strebt Klimaneutralität bis 2030 an

Der Automobilzulieferer beabsichtigt, seine Aktivitäten innerhalb der eigenkontrollierten Geschäftsbereiche bis zum Jahr 2030 auf klimaneutrale Arbeitsprozesse umzustellen.

Die Produktion und alle Arbeitsprozesse des Automobilzulieferers sollen bis 2030 überwiegend mit Energie aus sogenannten erneuerbaren Enerqiequellen ablaufen. | Symboldbild: Counselling/Pixabay.
Die Produktion und alle Arbeitsprozesse des Automobilzulieferers sollen bis 2030 überwiegend mit Energie aus sogenannten erneuerbaren Enerqiequellen ablaufen. | Symboldbild: Counselling/Pixabay.
Claudia Leistritz

Wie der italienisch-japanische Konzern berichtet, will man im Rahmen der unter der eigenen Verantwortung stehenden Geschäftstätigkeiten, also der Bereiche Scope 1 und Scope 2, bis zum Jahr 2030 „klimaneutral“ sein.

Das Vorhaben geschehe im Rahmen seines größeren Unternehmensengagements und soll den „Übergang zu Nachhaltigkeit“ schaffen, wie es heißt. Um das Ziel zu erreichen, plant der weltweit zu den führenden Automobilzulieferern zählende Konzern die Umsetzung verschiedener Maßnahmen, um den Energieverbrauch zu reduzieren und die Nutzung erneuerbarer Energien sicherzustellen. Die unvermeidbaren Emissionen will man dann durch Klimaschutzprogramme neutralisieren.

Neben den Umwelt- und CO2-Reduktionszielen sollen mit dieser Maßnahme zugleich verbindliche Pläne zur Umsetzung verbunden sein, die nicht nur mittelfristig angelegt sind. Laut Marelli würden dadurch die selbst produzierten (Scope 1) wie auch die aus Energiezukäufen stammenden indirekten Emissionen (Scope 2) stark reduziert.

Vollständige betriebliche Klimaneutralität

„Die Automobilindustrie spielt eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung einer saubereren und grüneren Welt“, sagt Dinesh Paliwal, Executive Chairman von Marelli. Man sehe sich als Lieferant von Technologien für einen verantwortungsvollen Übergang zur vollständigen Elektrifizierung und strebe eine „vollständige betriebliche Klimaneutralität“ an. Die Maßnahme bedeute einen großen Schritt auf dem Weg zu einem „stärkeren und nachhaltigeren“ Unternehmen.

Enge Zusammenarbeit

Beda Bolzenius, Präsident und CEO von Marelli, ergänzt: „Dies ist ein erster Schritt für Marelli, verbindliche Pläne zur Reduzierung unserer gesamten Kohlenstoffemissionen zu präsentieren.“ Als Nächstes wolle man in Zusammenarbeit mit Zulieferern und Kunden für die indirekten Emissionen des Bereichs "Scope 2" klare Ziele und Arbeitsschritte festlegen. Unter diesem Gesichtspunkt sollenn dann auch die eigenen Produktions- und Fertigungsprozesse (Scope 1) unter die Lupe genommen werden. „Wir haben noch einen langen Weg vor uns, aber die heute angekündigten Investitionen sind ein bedeutender Schritt nach vorn“, so Bolzenius.

Prinzip Monozukuri

Die angestrebten Ziele will man vor allem durch die Senkung des Energieverbrauchs und der damit verbundenen niedrigeren Emissionen erreichen. Als Arbeitsgrundlage dient das Programm „Energieeffizienz Monozukuri“, ein aus Japan stammendes Handlungsprinzip, das das Unternehmen in den letzten Jahren eingeführt hat. Es besteht aus Strategien und Aktivitäten, die auf direkte Verringerung des Energieverbrauchs in den Werken abzielen.

Dazu gehört zum Beispiel die Einführung von „hocheffizienten und energiesparenden“ Produktionsanlagen sowie die Optimierung der Produktionsprozesse. Außerdem wolle man auch die weiteren Bereiche wie die Versorgungsprozesse selbst sowie neu einzuführende Geräte und Maschinen anhand wirtschaftlich orientierter Gesichtspunkte ausrichten und optimieren.

Solar- oder Windkraft-Energie

Der Plan beinhaltet zudem, die im Betrieb verbrauchte elektrische Energie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen zu beziehen oder diese durch Energiezertifikate zu „neutralisieren“, wie es heißt. Als Hauptbezugsquellen wird photovoltaisch, also per Solarzellen, oder durch Windkraft erzeugte Energie betrachtet, die zudem großteils vor Ort erzeugt werden soll. Falls der Bedarf über diese Energieerzeugungsmethoden nicht gedeckt werden kann, solle dieser nur durch Lieferanten ausgeglichen werden, die selbst „zertifizierte und grüne Liefervereinbarungen“ sicherstellen könnten.

Kompensation und Dekarbonisierung

Sollten dann noch unvermeidbare Restemissionen bleiben, würden diese durch „die Beteiligung an weltweiten, zertifizierten Projekten zum Ausgleich von Treibhausgasemissionen“, also durch bestimmte Klimaschutzmaßnahmen an anderen Orten, neutralisiert beziehungsweise kompensiert.

Zugleich wolle man aber auch an weiteren Möglichkeiten wie neuen Technologien und Lösungen „im Bereich der erneuerbaren Energien zur Dekarbonisierung“ forschen, um die selbst gesteckten Ziele zu erreichen.

Das Unternehmen sieht sich als Vorreiter bei der Entwicklung innovativer Lösungen zur Optimierung der Fahrzeugeffizienz, wie es heißt, und beabsichtigt den Übergang zur „kohlenstoffarmen und klimaschonenden Wirtschaft“ zu unterstützen. Dazu, so Marelli, zählten Elektrifizierungstechnologien, ebenso aber auch Lösungen, die die Effizienz von Verbrennungsmotoren verbessern.

Printer Friendly, PDF & Email