Automobilindustrie an Bundeskanzlerin: Autoverkauf wieder freigeben

In einem gemeinsamen Brief wenden sich Vertreter der Spitzenverbände der Automobilindustrie VDA, VDIK, ZDK und IG Metall an die Bundeskanzlerin mit dem Vorschlag, den Verkauf der aufgestauten Lagerfahrzeuge so schnell wie möglich wieder zu erlauben, um wirtschaftliche und sozialwirtschaftliche Schäden zu begrenzen.

Verstopfte Autowirtschaft: Der Handel bekommt durch die angeordneten Schließungen seine angesammelten Autos nicht los. Foto: Bilderandi | Pixabay.
Verstopfte Autowirtschaft: Der Handel bekommt durch die angeordneten Schließungen seine angesammelten Autos nicht los. Foto: Bilderandi | Pixabay.
Claudia Leistritz

Durch die Schließung der Verkaufsstellen und den Stillstand der Verkaufsprozesse hätten sich die vorfinanzierten Fahrzeuge angehäuft und verhinderten dadurch auch Zulieferung und Produktion. Daher solle der Verkauf der Autos an die Endkunden – in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden und Bundesländern – baldmöglichst, also mit dem nächsten Treffen der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten der Länder, wieder zugelassen werden. Nur so ließe sich die Gefahr der Insolvenz vieler Unternehmen verhindern.

Der Schaden sei nicht nur wirtschaftlich für Hersteller, Zulieferer und den Handel desaströs und betreffe etwa 1,3 Millionen Angestellte in Deutschland, so der Pressebericht. Auch volkswirtschaftlich gebe es für Familien durch Arbeitsplatzverlust enorme finanzielle und soziale Belastungen. Weiters führt der Brief die Unverhältnismäßigkeit im Vergleich mit dem Lebensmittelhandel auf:

Eine Öffnung der Geschäfte sei gerade im Automobilhandel mit seinen großen Flächen und vergleichsweise wenig Kundenfrequenz durch Einhaltung gewisser Vorsichtsmaßnahmen für den Infektionsschutz sehr viel leichter möglich als im Lebensmittelhandel, beispielsweise die Abstandseinhaltung von 1,5 bis 2 Metern. Zudem gebe es im Autohaus auch kaum Warteschlangen oder Gedränge.

Der Brief wurde von den Spitzenvertetern der Verbände VDA (Verband der Automobilindustrie) Hildegard Müller, VDIK (Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller) Reinhard Zirpel, ZDK (Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe) Jürgen Karpinski und dem Vorstand der IG Metall Jörg Hofmann verfasst und unterschrieben mit der Versicherung, für die Einhaltung der Schutzvorschriften zu sorgen.

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