ADAC: So lassen sich Wildunfälle vermeiden

Im Herbst ist die Gefahr von Unfällen mit Wildtieren für Fahrzeuge besonders groß. Ab Oktober herrscht mit Feierabend gerade zur Zeit der Dämmerung der stärkste Verkehr – genau dann, wenn Rehe und Wildschweine auf Futtersuche sind. Der ADAC gibt Tipps zum richtigen Verhalten.

In der Herbstdämmerung steigt in ländlichen Gegenden die Gefahr von Wildunfällen. | Symbolbild: Hans Benn; Pixabay.
In der Herbstdämmerung steigt in ländlichen Gegenden die Gefahr von Wildunfällen. | Symbolbild: Hans Benn; Pixabay.
Claudia Leistritz

Regelmäßig im Herbst veröffentlicht der Automobilclub Expertentipps für Autofahrer bei Begegnungen mit Wild. Gerade wenn die Tage kürzer werden steigt die Unfallgefahr aufgrund der jahreszeitlichen Gegebenheiten: Der Einbruch der Dunkelheit als Zeit der Futtersuche fällt recht genau mit dem Berufsverkehr zusammen und steigert die Gefahr von Unfällen mit die Straßen kreuzenden Rehen oder Wildschweinen, vor allem an Feldern oder am Waldrand. Doch nicht nur in der Dämmerung ist im Herbst vermehrt mit Wildwechsel zu rechnen -  der ADAC gibt als potenziell gefährlichsten Zeitraum 17 Uhr abends bis 8 Uhr morgens an.

Jährlich werden mehr als 2.000 Menschen bei Unfällen mit Wild verletzt, bis zu drei Dutzend kommen dabei ums Leben; und im gleichen Zeitraum sind laut Angaben des Deutschen Jagdverbandes über 200.000 Wildtiere von tödlichen Unfällen betroffen, so der Bericht. Da Tiere Geschwindigkeit oder Entfernung von Fahrzeugen nicht abschätzen könnten, müssten Autofahrer in wildreichen Gegenden umso vorsichtiger sein.

Bei der Höhe der Geschwindigkeit ist die Grenze zum gefährlich langen Bremsweg laut dem Autoclub mit knapp 55 Metern ab 80 km/h gegeben. Bis dahin könne gerade noch rechtzeitig abgebremst werden, bevor es zum Zusammenstoß kommt. Im Vergleich benötigten 60 km/h etwa 35 Meter, 100 km/h aber bereits fast 80 Meter und 110 km/h 93 Meter bis zum Stillstand. In den letzten beiden Fällen beträgt die Aufprallgeschwindigkeit laut Infografik des Verkehrsexperten etwa 60 km/h beziehungsweise 80 km/h.

Die Abteilung Nordbaden des ADAC rät daher zu erhöhter Aufmerksamkeit und hält folgende Ratschläge bereit:

Ist ein Tier am Straßenrand oder auf der Straße zu sehen:

  • Vorsichtig so abbremsen, dass der nachfolgende Verkehr nicht gefährdet wird
  • Fernlicht ausschalten, um das Tier nicht zu blenden
  • Hupen, um Wildtiere zu verscheuchen
  • Das Fahrzeug auf der Spur halten und nicht auf die Gegenfahrbahn ausweichen
  • Immer bedenken: Ein Tier kommt selten allein – hinter dem einen könnten weitere folgen

Ist ein Zusammenstoß bereits erfolgt, sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Warnblinkanlage einschalten, Warnweste überziehen und Unfallstelle absichern – auch wenn das Tier verletzt flüchtete, so der Verkehrsexperte
  • Sollten Personen verletzt sein: 112 rufen und erste Hilfe leisten
  • Auch ohne Verletzte muss die Polizei unter 110 verständigt werden
  • Bei totem Tier: dieses an den Randstreifen ziehen, um Folgenfälle zu vermeiden, aber wegen eventueller Krankheiten möglichst nicht mit bloßen Händen anfassen
  • Bei verletztem Tier: nicht anfassen, da es sich wehren könnte
  • Polizei oder Jäger vor Ort nach einer Wildschadenbescheinigung für die Kfz-Versicherung fragen
  • Wichtig zu beachten: Angefahrenes Wild darf nicht vom Unfallort entfernt werden, sonst droht eine Anzeige wegen Wilderei
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