BVF zum Koalitionsvertrag: Alternative Antriebe mehr berücksichtigen

Zwiespältig sieht der Bundesverband Fuhrpark (BVF) den Koalitionsvertrag zwischen der SPD, den Grünen und der FDP zur Mobilitätswende. Die Elektromobilität werde zu stark in den Fokus gerückt; man müsse Klimaschutz und Mobilität besser aufeinander abstimmen.

Der Fuhrparkverband (BVF) fordert eine Anpassung des Koalitionsvertrags in Bezug auf die Mobilitätswende. Alternativen zur E-Mobilität sollten berücksichtigt werden. | Symbolbild: viarami; Pixabay.
Der Fuhrparkverband (BVF) fordert eine Anpassung des Koalitionsvertrags in Bezug auf die Mobilitätswende. Alternativen zur E-Mobilität sollten berücksichtigt werden. | Symbolbild: viarami; Pixabay.
Claudia Leistritz

Gute Ansätze sieht der Bundesverband in den Bestimmungen der drei Parteien zwar auch, allerdings werde zu wenig getan, „um dem Klimawandel endgültig entgegenzuwirken“. Man stelle zu sehr auf die E-Mobilität ab, heißt es: alternative Antriebsformen gerieten somit zu stark in den Hintergrund. Es bedürfe weiterer Maßnahmen um die Klimaziele zu erreichen.

15 Millionen E-Fahrzeuge bis 2030

So richteten die Parteien zur Veränderung der Mobilität ihre Bemühungen vor allem auf den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und die Umstellung auf E-Fahrzeuge. Deutschland solle als „Leitmarkt für E-Mobilität“ mindestens 15 Millionen Elektro-Pkw bis zum Jahr 2030 zulassen. Das sei ein ambitioniertes Ziel, so der Verband, „aber wichtig“.

Problem Ladeinfrastruktur

Auf lange Sicht könne die Elektromobilität aber nur mit einer entsprechenden Ladeinfrastruktur funktionieren, „und da sehen wir immer noch Probleme“, sagt Axel Schäfer, Geschäftsführer des BVF. Grund dafür sei der „Tarifdschungel“ und die damit verbundene Monopolstellung der Stromanbieter, die als erstes bekämpft werden solle.

Fehlender Wettbewerb

Im Koalitionsvertrag habe man sich auf das Ziel von einer Million öffentlich zugänglichen Ladepunkten bis 2030 geeinigt. Das sei zwar „wichtig, um die Elektromobilität attraktiv zu halten“, heißt es weiter. Allerdings liege die Herausforderung beim Laden nicht in der Anzahl der Ladesäulen. Vielmehr werde der Anreiz für E-Autos durch den fehlenden Wettbewerb unter verschiedenen Tarifen gehemmt. Durch das Ansinnen der Regierung, das Laden durch Transparenz der Preise und einen öffentlich einsehbaren Lade-Belegungsstatus zu vereinfachen, lasse sich der Tarifdschungel jedoch nicht beseitigen.

Es gebe in Deutschland hunderte verschiedener Tarife mit preislich weit auseinanderliegenden Spannweiten. Diesen sollte mit einer Preisdeckelung entgegengewirkt werden, meint der Bundesverband Fuhrparkmanagement. Denn die Anbieter erhielten zwar satte staatliche Fördermittel, verlangten zugleich aber „utopische“ Preise. „Das kann nicht angehen“, meint Schäfer.

Fördermittel optimieren

Weiter kritisiert der Bundesverband die Förderung von PlugIn-Hybriden. Hier seien in der Fixierung auf den Elektromobilitäts-Hochlauf weitere Fördermaßnahmen vorgesehen. So soll beispielsweise die zum Jahresende auslaufende Innovationsprämie hier um ein Jahr verlängert werden; man wolle durch das Anschieben von PlugIn-Hybriden die Mobilitätswende voranbringen, meint Schäfer. Aber das sei der falsche Weg, denn meistens würden diese Fahrzeuge gar nicht elektrisch betrieben.

Nicht E-Mobilität, sondern CO2-Reduzierung in den Blick nehmen

Diese Fahrzeugtypen zu fördern sei nicht sinnvoll, denn bei der Mobilitätswende gehe es schließlich nicht um den Ausbau der E-Mobilität, sondern um die Reduzierung der CO2-Emissionen. Und PlugIn-Hybride leisteten hier keinen großen Beitrag.

Alternativen wie eFuels nicht ignorieren

Daher habe die Koalition auch andere alternative Antriebe zu berücksichtigen, heißt es. Beispielsweise sei der Umgang mit alternativen Kraftstoffen immer noch nicht genau definiert. Zwar gebe es positive Signale in Richtung synthetische Kraftstoffe (eFuels), aber bis jetzt „kein eindeutiges Bekenntnis dazu“.

„Elektromobilität darf nicht das einzige Mittel auf dem Weg in den Mobilitätswandel sein. Die Koalition muss den Blick für Alternativen öffnen und diese gezielt fördern – dazu gehören zum Beispel eFuels.“

Der Koalitionsvertrag beinhalte gute Ansätze, bedürfe aber auch der Korrektur. „Wir blicken gespannt in die Zukunft und wünschen uns, dass wir gemeinsam die Mobilitätswende erreichen. Der Fuhrparkverband unterstützt dabei“, so Schäfer.

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