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ZF grätscht das Haldex-Angebot von SAF-Holland ab

Heute hat ZF Friedrichshafen ein leicht höheres Angebot an die Haldex-Aktionäre für den Kauf der Aktienmehrheit abgegeben als der Achsenhersteller SAF-Holland vor genau drei Wochen.

Haldex-Übernahme: Heute übertrumfte ZF Friedrichshafen das Angebot von SAF-Holland vom 14. Juli. Kurzer Schlussakkord oder Auftakt eines Übernahme-Pokers? (Foto: Haldex)
Haldex-Übernahme: Heute übertrumfte ZF Friedrichshafen das Angebot von SAF-Holland vom 14. Juli. Kurzer Schlussakkord oder Auftakt eines Übernahme-Pokers? (Foto: Haldex)
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Thomas Pietsch

Mit exakt 100 Schwedischen Kronen (SEK) je Haldex-Aktie liegt das Angebot von ZF gut 5,5 SEK höher als jenes von SAF-Holland vom 14. Juli 2016. Das sind knapp sechs Prozent mehr. Der Haldex-Vorstand votierte in einer heute veröffentlichten Stellungnahme für das Angebot von ZF Friedrichshafen mit der schlichten Begründung, dass das Angebot höher sei und somit den Aktionären eine höhere Rendite verschaffe. Mit den Worten von Magnus Johansson, Mitglied und Sprecher des Vorstands von Haldex, klingt das so: „Dieses Angebot bietet den Aktionären von Haldex die Gelegenheit, zum jetzigen Zeitpunkt den Wert ihres Investments zu realisieren, und zwar zu einem hohen Bewertungsniveau und einer signifikanten Prämie verglichen mit den jüngsten Kursniveaus der Haldex Aktie sowie auch einem Zuschlag zu der Offerte von SAF-Holland.“

Pikant ist, dass ZF eine Verpflichtungserklärung hinsichtlich der Annahme des Angebots von Göran Carlson vorliegen soll, dem Vorsitzenden des Vorstands von Haldex. Carlson ist mit 5,7 Prozent des Aktien- und Stimmrechtskapitals größter Anteilseigner von Haldex.

Aus Sicht von ZF würde die Haldex-Übernahme die Möglichkeit bieten, Produkte für Nutzfahrzeuge im Bereich Antriebs- und Fahrwerktechnik sowie für Bremssysteme und Module für Luftfederungen aus einer Hand anzubieten. Die Expertise von Haldex bei Bremssystemen für Nutzfahrzeuge passe somit in die ZF-Strategie, da mit dem Zusammenschluss die gesamte Wirkungskette von Nutzfahrzeugen abgedeckt werden könne. Die Übernahme von Haldex ermögliche für ZF außerdem den Transfer von Technologie-Knowhow im Bereich Kraftstoffeffizienzlösungen, dem autonomen Fahren und Sicherheitssystemen vom PKW- auf den Nutzfahrzeugbereich.

Dr. Stefan Sommer, Vorsitzender des Vorstands von ZF, sagte zu dem Übernahmeangebot: „Wir sind davon überzeugt, dass unsere Unternehmen sich bestens ergänzen und ein Zusammenschluss klare Vorteile für alle Stakeholder mit sich bringt. Wir sind zuversichtlich, dass wir die Marktposition von Haldex nach einem Zusammenschluss weiter erfolgreich ausbauen können. ZF bringt seine Technologieführerschaft, globale Reichweite und Kundenzugang ein, während Haldex die technologische Kompetenz, ein bewährtes Managementteam und seine qualifizierte Belegschaft einbringt.“

Das Angebot unterliegt einer Reihe üblicher Abschlussbedingungen, einschließlich einer Annahmequote von 90 Prozent der im Umlauf befindlichen Haldex-Aktien und Genehmigung der zuständigen Wettbewerbsbehörden. ZF wird die Transaktion in Kürze bei den relevanten Behörden vorlegen.

Nun darf man gespannt sein, ob und wie SAF-Holland darauf reagiert.

(tpi)

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