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Mehr Fahrwerk-Lösungen für Trailer und Lkw: SAF-Holland expandiert

Mit der Übernahme bereits zweier Unternehmen in diesem Jahr stärkt der Bessenbacher Spezialist für Truck- und Trailerkomponenten seine Position in den Bereichen Erstausrüstung und Aftermarket. Über Beweggründe und Details informieren die SAF-Holland-Experten.

Laut Alexander Geis, Vorsitzender des Vorstands und CEO von SAF-Holland, soll sich das Aftermarket-Geschäft zunehmend auf die Benelux-Länder ausweiten. | Bild: SAF-Holland.
Laut Alexander Geis, Vorsitzender des Vorstands und CEO von SAF-Holland, soll sich das Aftermarket-Geschäft zunehmend auf die Benelux-Länder ausweiten. | Bild: SAF-Holland.
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Claudia Leistritz

Bereits zu Jahresbeginn 2024 hat SAF-Holland, wie berichtet, den norditalienischen Experten für Achssysteme Tecma sowie als Vertriebspartner die niederländische IMS Group übernommen. In seiner neuesten Pressemeldung äußert sich das Unternehmen aus Unterfranken, das zu den führenden Herstellern fahrwerkbezogener Komponenten für Trailer, Lkw und Busse zählt, näher zur Motivation. Die Zukäufe stärken die Aktivitäten des Achs- und Fahrwerkspezialisten vor allem in der Erstausrüstung und im Ersatzteilgeschäft. Mit der Erweiterung der Geschäftsfelder wolle man nach einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2023 die eigene Position in der Nutzfahrzeugindustrie festigen, heißt es aus dem Management der SAF-Holland SE.

Laut dem Vorstandsvorsitzenden und CEO Alexander Geis dient die Übernahme der IMS Group B.V. zum Beispiel der Stärkung des Erstausrüstungs- und Aftermarket-Geschäfts zunächst in den Benelux-Ländern. Das Unternehmen hat seinen Sitz rund 30 Kilometer westlich von Amsterdam und ist auf Spezialanwendungen für die Transportbranche spezialisiert, zum Beispiel Anhängerachsen oder besondere Ersatzteile.

Konzerneigener Vertrieb

Außerdem ist mit dem Zukauf des „niederländischen Exklusiv-Vertriebspartners“ IMS Group zugleich dessen Umbenennung in SAF-Holland Benelux verbunden. So liegt der Vertrieb der konzerneigenen Qualitätsmarken SAF und Holland im Erstausrüstungsbereich und im Aftermarket in den Benelux-Ländern nun alleine in den Händen von SAF-Holland. Damit verfügt das Portfolio auch über eine größere Auswahl innovativer Produkte für die Transportbranche. Vice-President Sales EMEA bei SAF-Holland, Alexandre Charpiot, konkretisiert:

„Die SAF-Holland Benelux bietet mit mechanischen und hydraulischen Lenksystemen innovative, nachhaltige und effiziente Lösungen für die Transportbranche an. Diese stellen eine gute Ergänzung und Erweiterung zu unserem bisherigen Sortiment dar.“

Die Region Niederlande, Belgien und Luxemburg betrachte man als wichtiges Aktionsfeld. Daher plane man dort bereits jetzt einen weiteren Ausbau der Marktposition, heißt es.

IMS Group: Moderne Lenksysteme europaweit verfügbar

Mit der Akquisition von IMS übernimmt SAF-Holland die Marken Green Steering sowie SEM für mechanische Lenksysteme in sein Programm. Diese sollen zukünftig auch europaweit über die Töchter- und Landesgesellschaften des Unternehmens vertrieben werden. Die patentierten Seil-Lenkungsmodule von Green Steering beispielsweise garantierten ein konstantes Lenkverhalten bei zugleich optimaler Wendigkeit und verbesserter Manövrierfähigkeit. „Das verringert den Kraftstoffverbrauch, führt zu weniger Reifenverschleiß und somit zur Verringerung der Kilometerkosten, der Feinstaubbelastung und des CO2-Ausstoßes“, stellt Charpiot die Vorteile heraus.

Weitere für den europaweiten Vertrieb übernommene Marken sind Alexrims mit Aluminiumfelgen sowie VSE mit elektrohydraulischen Lenksystemen, die als „umweltfreundliche Technologien für den Anhänger“ ebenfalls zu einem niedrigeren Treibstoffverbrauch beitragen könnten. Faktoren, die beispielsweise bei der von der Europäischen Kommission entwickelten, simulationssoftwaregestützten VECTO-Berechnung (Vehicle Energy Consumption Calculation Tool; Instrument zur Berechnung des Energieverbrauchs von Fahrzeugen) von Bedeutung sind. Das Berechnungsinstrument wurde entwickelt, um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erfüllen, das eine drastische Reduzierung der CO2-Emissionen aller Länder zu bestimmten Zeitpunkten verlangt.

Tecma: individuelle Achsen und Fahrwerksysteme

Das italienische Unternehmen Tecma aus Verona ist mit seinen etwa 60 Mitarbeitern auf die Entwicklung und Fertigung kundenspezifischer Achsen und Fahrwerksysteme in Kleinserien spezialisiert. Seit rund 30 Jahren erarbeitet der Nfz-Experte seine Sonderlösungen für Spezialfahrzeuge und Schwerlastanwendungen in enger Abstimmung mit den Fahrzeugherstellern. Mit Übernahme von Tecma bereichert SAF-Holland nun sein Know-how und Produktportfolio im Bereich Sonderfahrzeuge. CEO Alexander Geis sagt dazu: „Kundenspezifische Anfragen, etwa nach Achsen mit einer hohen Tragfähigkeit von 80 Tonnen oder mehr, können wir nun bedienen.“

Größer werden

Ziel von SAF-Holland sei es, sich allmählich zum führenden One-Stop-Shop-Anbieter in der Nutzfahrzeugindustrie für fahrwerksbezogene Anwendungen zu entwickeln. Der Zukauf von Tecma bezeichne nur einen Schritt auf diesem Weg. Finanzchef (CFO) Frank Lorenz-Dietz meint:

„Die Übernahme von Tecma Srl ist Ausdruck unserer strikten Mergers & Acquisitions-Strategie. Wir sichern uns profitables Wachstum und können weitere Potenziale nutzen, insbesondere durch die globale SAF-Holland Vertriebsorganisation und über den gemeinsamen Einkauf.“

SAF-Holland entwickelt und produziert unter anderem Achs- und Federungssysteme, Sattelkupplungen sowie Kupplungs- und Bremssysteme. In seinen Produktkategorien gehört das Unternehmen, das auf eine rund 150-jährige Geschichte zurückblicken kann, mit seinen rund 6.000 Mitarbeitern zu den drei wichtigsten Anbietern in den weltweit wichtigsten Märkten. Zu den Marken zählen neben SAF und Holland auch Haldex, Neway oder KLL. Fahrzeughersteller werden auf 6 Kontinenten in der Erstausrüstung beliefert. Zudem verfügt SAF-Holland über ein globales Vertriebsnetz für sein Aftermarket-Geschäft. Neben seinen zwei Niederlassungen in Unterfranken betreibt das Unternehmen weltweit rund 25 Produktionsstätten, die sich überwiegend auf Europa, den Westteil der USA, sowie Brasilien, Indien und China konzentrieren. 2023 wurde ein Umsatz von 2,11 Milliarden Euro erwirtschaftet.

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