Elektrifizierung von Trucks: Traton und Hino schließen neue Kooperation

Die VW-eigene Nfz-Marke Traton sowie diejenige des japanischen Autoherstellers Toyota haben eine Vereinbarung geschlossen, um die Batterie- und Brennstoffzellentechnologie und den Einsatz E-mobiler Trucks voranzutreiben.

Die VW-eigene Nfz-Marke Traton und das Toyota-Tochterunternehmen Hino arbeiten bei der Elektrifizierung von Nfz zusammen. Bild: Traton.
Die VW-eigene Nfz-Marke Traton und das Toyota-Tochterunternehmen Hino arbeiten bei der Elektrifizierung von Nfz zusammen. Bild: Traton.
Claudia Leistritz

Bereits 2018 waren Traton und Hino eine strategische Partnerschaft zur Förderung nachhaltiger Transporte eingegangen. Gemeinsam wollen die beiden Konzerne mit einer erneuten Vereinbarung ihren Kunden laut Pressebericht den „größtmöglichen Mehrwert“ auf dem Gebiet von elektrischen Nutzfahrzeugen anbieten.

Der neue Zusammenschluss betrifft die Planung und Bereitstellung von E-Mobilitätsprodukten. Gemeinsam will man an der Entwicklung der E-Mobiliät auf dem Gebiet von batterieelektrischen Fahrzeugen, Brennstoffzellenfahrzeugen sowie den jeweiligen Komponenten arbeiten. Im Zentrum des Projekts stehe auch die Realisierung einer gemeinsamen Plattform mit Software und Schnittstellen für Elektrofahrzeuge, so berichtet Traton.

Zu diesem Zweck werde ein Expertenteam aus beiden Unternehmen gebildet, das zunächst im schwedischen Södertälje, in der weiteren Entwicklung dann in Japan (Tokio) geeignete Lösungen erarbeiten soll. Durch die Kooperation wolle man die Vorlaufzeiten für E-Mobilitätsprodukte mit Batterie- und Brennstoffzellentechnologie verkürzen und diese somit schneller auf den Markt bringen, da man vom künftigen Bedarf beider Technologien überzeugt sei.

Mit der Zusammenarbeit wolle man zur weltweiten Reduktion der Kohlendioxidemissionen und zum Kampf gegen den Klimawandel beitragen, sagt Yoshio Shimo, President & CEO von Hino Motors, zu dem Projekt. Ähnlich bezeichnet Matthias Gründler, CEO der Traton Group, die Bemühungen als Mission des Unternehmens, „die Interessen der Menschen, des Planeten und die Performance sorgsam in Balance zu bringen“. Das Joint Venture sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel, indem es die Elektrifizierung vorantreibe. Für diese werde Traton bis 2025 eine Milliarde Euro investieren.

2018 hatten die beiden Unternehmen bereits eine Kooperationsvereinbarung zum Zweck einer langfristigen Partnerschaft geschlossen, der im Jahr darauf ein Einkaufs-Joint-Venture folgte. Auch zukünftig wolle man gegebenenfalls auf dem Gebiet zukünftiger Technologiefelder zusammenarbeiten, so die Meldung.

Die Unternehmen

Die Traton SE ist eine Tochtergesellschaft der Volkswagen AG mit Sitz in München. Mit den Marken MAN, Scania, Volkswagen Caminhões e Ônibus sowie Rio gehört das Unternehmen eigenen Angaben zufolge zu den weltweit führenden Nutzfahrzeugherstellern und setzte im Jahr 2019 etwa 242.000 Fahrzeuge ab. Zum Produktportfolio gehören leichte Nfz, Lkw und Busse. Produziert werden die Fahrzeuge an 29 Standorten in 17 Ländern. Mit Stand 31. Dezember 2019 beschäftigte der Konzern weltweit etwa 83.000 Mitarbeiter.

Hino Motors Ltd. Gehört zum japanischen Toyota-Konzern. Das Unternehmen verkaufte laut Bericht im Jahr 2019 über 190.000 Lkw und Busse in mehr als 90 Länder. Weltweit sind etwa 35.000 Mitarbeiter für Hino Motors tätig. Neben den vier Hauptstandorten in Japan befinden sich Produktionsstandorte in über 20 Ländern. Als zentrale Motivation für das Unternehmen wird die Erschließung neuer Technologiefelder herausgestellt.

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