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E-Mobilität: Schaeffler plant Investitionen in den USA

Mit einem dreistelligen Millionenbetrag will der Zulieferer seine Produktionskapazitäten für elektromobile Antriebskomponenten in Amerika erweitern.

Schaeffler will künftig in den USA E-Achsen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge herstellen. Hier eine 3-in-One-E-Achse aus dem Schaeffler-Portfolio, die Elektromotor, Getriebe und Leistungselektronik kombiniert. | Bild: Schaeffler/SevenM.
Schaeffler will künftig in den USA E-Achsen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge herstellen. Hier eine 3-in-One-E-Achse aus dem Schaeffler-Portfolio, die Elektromotor, Getriebe und Leistungselektronik kombiniert. | Bild: Schaeffler/SevenM.
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Claudia Leistritz

Der Herzogenauracher Technologiekonzern und Zulieferer Schaeffler will seine Wachstumspotentiale im US-amerikanischen Markt und der „Region Americas“ auf dem Gebiet Elektromobilität ausbauen und plant dazu bis zum Jahr 2032 die Errichtung eines neuen hochmodernen Produktionsstandorts. Insgesamt 650 Entwickler sollen künftig im Bundesstaat Ohio an der „Mobilität der Zukunft“ arbeiten, wie der Pressebericht verlautet. Zu diesem Zweck will man auch das dort schon bestehende Werk erweitern. Den Angaben zufolge rechnet man für die neuen Aktivitäten mit einer Investitionshöhe von mehr als 230 Millionen US-Dollar.

Das neue Werk im nordöstlich der Vereinigten Staaten gelegenen Bundesstaat Ohio soll in Dover entstehen, rund 100 Kilometer südlich von Cleveland und 40 Kilometer vom schon bestehenden Werk in Wooster entfernt, das unter anderem Getriebesysteme fertigt. Im neuen Gebäude will man dann künftig Bauteile und Systeme für die „automobile Elektromobilität“ von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen fertigen. Daneben sollen die Kapazitäten des bestehenden Werks vergrößert werden. Den Angaben zufolge entstehen durch die beiden Maßnahmen, die vom Bundesstaat Ohio und das staatliche Nonprofit-Unternehmen JobsOhio gefördert werden, 650 neue Arbeitsplätze.

Rund ein Jahr Bauzeit

"Bis zum Jahr 2032", heißt es, soll nun zunächst auf einem dazu erschlossenen Gelände in Dover ein neuer („Greenfield“-) Produktionsstandort entstehen. Zudem soll mit dem Betrag von über 230 Millionen Euro auch das Werk in Wooster ausgebaut werden. Für die Errichtung des Neubaus veranschlagt man den Zeitraum Mitte dieses Jahres bis zum dritten Quartal 2025. Die geplante moderne Infrastruktur mit mehr als 12.000 Quadratmetern Fläche soll speziell der Fertigung von Komponenten und Systemen für elektromobile Pkw und leichte Nutzfahrzeuge wie beispielsweise E-Achsen dienen.

Marc McGrath, Regional CEO Americas sagt, der Neubau habe großen Einfluss auf die Zukunft der „Region Americas“. Der Begriff umschreibt normalerweise die beiden Kontinente Süd- und Nordamerika. Schaeffler verfügt in beiden Gebieten über mehrere Produktionswerke.

Moderne Produktionsweisen für moderne Technologien

Laut McGrath will man sich verstärkt der Entwicklung neuester Komponenten widmen, die unter hochmodernen Produktionsverfahren hergestellt werden sollen. Neben dem Nutzen für die Kunden zielt man damit auch eine nachhaltige Ausrichtung an.

Mit einer aus innovativen Technologien bestehenden Ausstattung, darunter auch Schaeffler-eigenen Werkzeugen und Maschinen, will man dann unter anderem elektrische Achsen herstellen. Die Bauteile würden mit "innovativen Fertigungsverfahren“ hergestellt, die die eigene Verpflichtung des Unternehmens zur „Klimaneutralität bis 2040“ unterstützten. Schaeffler hat sich in diesem Rahmen zum Beispiel vorgenommen, ab 2030 CO2-neutral zu produzieren und bis 2040 "insgesamt klimaneutral" zu wirtschaften.

Weitere Pläne für Amerika

Der neue Produktionsstandort sei logistisch und strategisch in eine optimale Infrastruktur eingebettet, heißt es weiter, „in unmittelbarer Nähe zu Kunden, Lieferanten und dem Schaeffler-Standort in Wooster“, der rund 40 Kilometer nordwestlich entfernt auf die Produktion von Getriebesystemen spezialisiert ist. Daneben werde dort auch an innovativen Entwicklungen für die Elektromobilität gearbeitet.

In Dover soll ein Großteil der entstehenden Arbeitsplätze lokalisiert sein: man rechnet laut Bericht mit etwa 450 Stellen „bis 2032“. Einsatzgebiete sind Fertigung wie Montage, Schweißen und CNC, aber unter anderem auch in der Intralogistik, Produktionsleitung, Wartungstechnik, Werkzeugtechnik, Qualitätsprüfung und „weiteren indirekten Bereichen“ werde man Leute benötigen.

Kooperationen mit Bildungseinrichtungen

Begleitet wird das Projekt von Partnerschaften, die vor Ort die berufsbildenden Einrichtungen unterstützen mit Ausbildungsprogrammen und Praktika, „damit die Menschen in der Region die Zukunft der E-Mobilität ebenfalls mitgestalten können“.

Was den Standort Wooster betrifft so berichtet der Konzern, der bereits seit 40 Jahren in Ohio aktiv ist, dass der Standort erst kürzlich auf mehr als 8.000 Quadratmeter Fläche erweitert wurde. Auch dort konzentriert man sich mit Elektromotoren und Komponenten für elektrische Antriebssysteme auf die neue Antriebstechnologie.

Batterieforschung

Als weiteres Engagement im Bereich Partnerschaften will Schaeffler außerdem neben der Zusammenarbeit mit der Stadt Dover auch seine Kooperation mit der Ohio State Universität (OSU) festigen. In diesem Rahmen ist noch für das Jahr 2025 die Eröffnung eines neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums für Batteriezellen geplant.

Ausweitung auf Region Americas

In der „Region Americas“ verfügt Schaeffler nach eigenen Angaben über aktuell 15 Werke und fünf Forschungs- und Entwicklungsstandorte und hat in den letzten zehn Jahren stark in diese Region investiert, da man in den USA große Wachstumschancen sieht. Produktionen sind zum Beispiel in Ohio, South Carolina, Missouri und Connecticut lokalisiert.

Weiter heißt es von dem Unternehmen man wolle prüfen, ob man für die Weiterentwicklung der „nationalen Elektromobilität“ und die Fortbildung der Belegschaft auf das von der Biden-Administration im Jahr 2022 installierte Bundesgesetz „Inflation Reduction Act“ zugreifen könne, das als Gegenwirkung zur Inflation Investitionen für die nationale Energieproduktion und Fertigung vorsieht. Damit will man zum Beispiel die Energiekosten senken und saubere Herstellungsweisen unterstützen. Ein weiteres Ziel dieses Gesetzes besteht unter anderem in der Reduzierung der CO2-Emissionen um etwa 40 Prozent bis 2030.

Die Schaeffler AG scheint weiterhin von der Elektromobilität überzeugt und will den eingeschlagenen Weg fortsetzen. So meint der Vorsitzende des Vorstands Klaus Rosenfeld:

„Wir sind davon überzeugt, dass der Trend hin zu mehr Elektrifizierung anhalten wird.“

Außerdem komme Schaeffler sein Know-how „im Bereich Hybrid- und verbrauchsoptimierten Verbrennertechnologien“ zugute, um seine technologische Führungsposition auszubauen, „vor allem in den USA“. Auf dieser Grundlage wolle man die Kunden beim Erreichen ihrer Emissionsziele unterstützen und zugleich die eigene Position stärken.

Schaeffler hat seinen Sitz in Herzogenaurach bei Erlangen und zählt zu den weltweit größten Familienunternehmen. Der Technologiekonzern und Automobilzulieferer, der vor über 75 Jahren gegründet wurde, beschäftigt weltweit rund 84.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2022 einen Umsatz von 15,8 Millionen Euro.

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