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Deutz-CEO: Verbrennungsmotor ist das Herzstück der deutschen Industrie

Zum 160-jährigen Jubiläum empfängt der Kölner Motorenhersteller Politiker, die die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft loben. Die Zukunft wird auch in der Ausrichtung auf alternative Antriebe gesehen. Eine Auszeichnung geht an eine Bonner Professorin im Bereich Landwirtschaft.

Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen (re.) und Deutz Vorstandsvorsitzender Dr. Sebastian C. Schulte beim Deutz-Festakt zum 160-jährigen Jubiläum. | Bild: Marius Becker.
Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen (re.) und Deutz Vorstandsvorsitzender Dr. Sebastian C. Schulte beim Deutz-Festakt zum 160-jährigen Jubiläum. | Bild: Marius Becker.
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Claudia Leistritz

Anfang Mai beging der Kölner Motorenhersteller Deutz sein 160-jähriges Jubiläum mit einem großen Festakt. Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kamen zu dem Ereignis auf das ehemalige Gelände des „ältesten Motorenherstellers der Welt“ in Köln-Mülheim. Ihre Wertschätzung für das Unternehmen zeigten unter anderen NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Ein weiteres Highlight war die Verleihung des diesjährigen Nicolaus August Otto Awards.

Deutz-CEO Dr. Sebastian C. Schulte forderte in seiner Rede mehr Vertrauen in die Fähigkeiten der deutschen Industrie, die das Unternehmen beispielhaft repräsentiere:

„Unsere 160-jährige Geschichte zeigt, was man mit Innovationskraft und dem Glauben an das eigene Können alles erreichen kann. Das ist das, was ich aktuell in einigen Debatten vermisse, die wir als Land führen: der Glaube an unsere Stärken, Mut und Optimismus“.

Schulte: Verbrennungsmotoren für Nfz unabdingbar

Auf dieser Grundlage warb Dr. Schulte dafür, an der Motorenindustrie festzuhalten und die Produkte weiterzuentwickeln – immerhin seien rund 600.000 Menschen in Deutschland direkt oder indirekt damit verbunden: „Der Verbrennungsmotor ist das Herzstück der deutschen Industrie“. Mit einem Vergleich warnte er davor, sich von diesem Kernstück der Wirtschaft im Land abzuwenden:

„Das Beispiel der Solarindustrie zeigt: Was einmal weg ist, kommt nicht wieder. Und zumindest im Nutzfahrzeugbereich werden wir um die Verbrennungsmotorentechnologie auf absehbare Zeit nicht herumkommen.“

1864 wurde vom späteren Erfinder des Viertaktmotors, dem Kaufmann und Erfinder Nicolaus August Otto sowie dem Ingenieur und Fabrikanten Eugen Langen der Grundstein für das Unternehmen Deutz gelegt, das sich dann zu einem der weltweit führenden Motorenhersteller entwickelte. Später setzten ganze Industrien auf die Erfindung der atmosphärischen Gaskraftmaschine. Ab 1892 wurden Lokomotiven mit Verbrennungsmotor gebaut, und 1895 folgte der Dieselmotor, der 1907 in die Serienfertigung ging.

Derzeit sind nach eigenen Angaben weltweit rund 1,3 Millionen Deutz-Dieselmotoren in Betrieb. Heute entwickelt das Unternehmen auch Konzepte mit „klimaneutraler“ Ausrichtung wie beispielsweise nachhaltige Motoren oder intelligente Wartung und fertigt vom Diesel-, Gas- und Wasserstoffmotor bis zu vollelektrischen Produkten die ganze Bandbreite an Antriebslösungen. Zielgruppen sind Bau- und Landmaschinen, Nutz- und Schienenfahrzeuge sowie Material-Handling-Maschinen wie Gabelstapler oder Hebebühnen.

Wüst: Wirtschaftsstandort stärken

Auch der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst (CDU) würdigte die Leistungen des Unternehmens in seiner Rede: Deutz stehe als globaler Hersteller der besten Antriebe für Fahrzeuge und Maschinen „exemplarisch für das nach wie vor große unternehmerische Potential unseres Landes“. Daher setze sich die Landesregierung „aktiv für gute Rahmenbedingungen ein“, damit derartige Unternehmen durch Innovationen und Investitionen den Wirtschaftsstandort auch zukünftig stärkten.

Reker: mit emissionsarmen Antrieben Erfolg fortsetzen

Den Wert des Motorenspezialisten speziell für die Stadt Köln hob Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) hervor. „Köln ist stolz auf die Deutz AG als Innovationsmotor der Stadt“. Mit wertvollen Arbeitsplätzen würden Fortschritt und Wohlstand des Ortes gefördert. Reker sei zuversichtlich, dass diese Entwicklung mit alternativen Antrieben fortgeführt werden „und Deutz durch zunehmend emissionsarme und alternative Antriebe einen Beitrag zur Klimaneutralität“ leisten könne.

Preis für Lehre

Den seit 2019 jährlich für „entscheidende Zukunftsgestaltung“ verliehenen, auf 30.000 Euro dotierten Nicolaus August Otto Award erhielt Prof. Dr. Denise Fischer-Kreer von der Universität Bonn, die an der landwirtschaftlichen Fakultät Entrepreneurial Behaviour lehrt und forscht. Bei der Übergabe des Preises stellte der CEO des Landmaschinenherstellers Claas Gruppe, Jan-Hendrik Mohr, die hohe Bedeutung von „Innovationen und Unternehmertum im landwirtschaftlichen Bereich“ heraus.

Nachhaltige Landwirtschaft weltweit in Einklang bringen

Prof. Fischer-Kreer übernahm vor nicht einmal einem halben Jahr im Dezember 2023 eine neue Professur für „Entrepreneurial Behaviour“ an der Bonner Landwirtschaftlichen Fakultät und wird laut Website zur Preisverleihung dafür geehrt, dass sie die „wichtigste Kompetenz, die es braucht, um aus Theorie Praxis zu machen: das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Und Unternehmertum“ lehre. Denn gerade die Landwirtschaft stehe vor einer großen Transformationsaufgabe und benötige „eine neue Generation von Macherinnen und Machern: Mutige Visionäre, die Veränderungen herbeiführen wollen. Und die mit Rückschlägen umgehen können, denn die sind zu erwarten, wenn man etwas nachhaltig und dauerhaft verändern will.“ Diesen Antrieb teile sie mit Nicolaus August Otto.

Prof. Fischer-Kreer sagte in ihrer Dankesrede, der Namensgeber des Preises stehe als Beispiel dafür, an seine eigenen Fähigkeiten zu glauben und bereit zu sein, sich „immer wieder neu zu erfinden“. Diese Einstellung den Studenten zu vermitteln und ihnen die nötigen „Kompetenzen und Tools“ in die Hand zu geben betrachte sie auch als ihre eigene Aufgabe, „um Nahrungssicherheit und nachhaltige Landwirtschaft weltweit in Einklang zu bringen.“

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