Bremsscheiben: Zimmermann expandiert

Der Kfz-Teile- und Bremsscheibenhersteller aus Sinsheim-Düren bleibt auf Wachstumskurs und ergänzt sein 2016 errichtetes Logistikzentrum um eine zweite Lagerhalle. Und ein neuer Prüfstand erlaubt nun noch umfassendere Bremsentests.

Das neue Lager (links) ist mit dem Logistikzentrum verbunden. | Bild: Otto Zimmermann GmbH.
Das neue Lager (links) ist mit dem Logistikzentrum verbunden. | Bild: Otto Zimmermann GmbH.
Claudia Leistritz

Zimmermann investiert in weitere Lager- und Prüfkapazitäten. Mit der neuen Halle im Logistikzentrum nahe der Produktionsstätte im baden-württembergischen Sinsheim vergrößert der Teilehersteller laut Bericht seine Lagerfläche um das Doppelte. Bei der neuen Prüfeinrichtung handelt es sich um einen Schwungmassenprüfstand, der Artikel aus der Serienproduktion vor Ort noch besser prüfen soll.

15.000 Bremsscheiben pro Tag

Nach eigenen Angaben produziert das Unternehmen täglich bis zu 15.000 Bremsscheiben, in der gleichen Zeit werden über 4.500 verschiedene Ersatzteile über den Groß- und Fachhandel an Automobilhersteller und den freien Kfz-Teilemarkt in aller Welt verschickt. Wegen erhöhten Platzbedarfs baut Zimmermann nun eine weitere 6.000 Quadratmeter große Lagerhalle, direkt an der Autobahn A6 und neben dem 2016 eröffneten Logistikzentrum nahe der Produktionsstätte in Sinsheim. Dort sollen ab der geplanten Fertigstellung im November dieses Jahres Bremsscheiben und weitere Ersatzteile Platz finden.

Doppelte Lagerfläche

Das bestehende Logistikzentrum verfügt über eine Fläche von 8.000 Quadratmeter und hat mit einer Höhe von 15 Meter Platz für 13.000 Paletten sowie 1,5 Kilometer Fachbodenregale, berichtet das Unternehmen. Mit der zweiten Halle würden die Lagerkapazitäten verdoppelt und damit auch die betrieblichen Abläufe wegen der zentralen Warenlagerung vereinfacht. Auch der Service für Kunden profitiere davon.

Neuer Prüfstand für Zulassungen

Weiters soll die Versuchs- und Entwicklungsabteilung mit ihren Bremsenprüfständen und Prüfvorrichtungen um einen weiteren Schwungmassenprüfstand ergänzt werden, um Artikel aus der Serienproduktion noch umfassender testen zu können, so das Unternehmen, und nennt als Beispiel die ECE Homologation von Bremsscheiben, die für die Zulassung von Fahrzeugteilen innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten ausschlaggebend ist. Damit ließen sich die Sicherheitsanforderungen noch leichter einhalten und Neuaufnahmen schneller vornehmen.

Auch will man die mit dem Prüfstand gewonnenen Testergebnisse zur Weiterentwicklung der Belags- und Bremsscheibenfertigung nutzen, heißt es. So würden dort zum Beispiel Testreihen für die Zulassung von Zimmermann Sport und FusionZ Verbundscheiben vorgenommen; aber auch Bremsscheiben zusammen mit Kombinationen verschiedener Bremsbeläge sollen dort geprüft werden, zudem auch das Abkühlverhalten oder die Verformung der Scheiben unter thermischer Belastung. All dies komme der Optimierung von Qualität und Leistung zugute.

Mehr Schwungmasse für größere Fahrzeuge

Das neue Gerät weise mehr Schwungmasse auf als der gegenwärtig genutzte Bremsenprüfstand, so das Unternehmen weiter. Damit könnten auch die Bremsscheiben größerer Fahrzeuge entsprechend getestet werden. Mehr Leistung erziele der neue Prüfstand auch durch sein höheres Bremsmoment, das einen höheren Bremsdruck erzeuge und Bremsmessungen auch aus „deutlich höherer Geschwindigkeit“ erlaube, berichtet der Teilespezialist weiter. Einen weiteren Vorteil bringe die Lüftungsanlage des Prüfstands, die verschiedene Abkühlverhältnisse simulieren könne wie unter anderem die Luftleitsysteme unterschiedlicher Rennwägen; und die verbesserte Prüfsoftware könne schnellere und detailliertere Auswertungen beisteuern. Alle diese Punkte unterstützten die Firmenphilosophie, die der Sicherheit der Kunden den höchsten Wert beimesse, resumiert Zimmermann.

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