Für mehr Profit: Traton entwickelt neue Strategie für Nfz-Marken

Die Nutzfahrzeug-Marken Scania, MAN und Volkswagen Caminhões e Ônibus von Traton sollen eigenständiger werden. Das gab auf der Hauptversammlung in München der Vorstandsvorsitzende Matthias Gründler bekannt.

Neue Zukunftsstrategie: Auch Scania soll bei der Entwicklung neuer Lkw eigenständiger aggieren. (Foto:Traton)
Neue Zukunftsstrategie: Auch Scania soll bei der Entwicklung neuer Lkw eigenständiger aggieren. (Foto:Traton)
Claudia Leistritz
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Die in München skizzierte Unternehmensstrategie soll das angestrebte Ziel einer Umsatzrendite von neun Prozent über den Zyklus der Nutzfahrzeugbranche unterstützen. Gründler will dafür den einzelnen Marken freiere Hand lassen:

„Wir wollen die Verantwortung der Marken-Vorstände für die Profitabilität und die Leistungsfähigkeit von Scania, MAN und Volkswagen Caminhões e Ônibus stärken. Unsere Marken benötigen Handlungsfreiheit, um ihre Profitabilitätsziele zu erreichen.“

Bei der Entwicklung neuer Technologien sollen sich die Marken so stärker fokussieren, um schneller und effizienter zu werden, erklärt Gründler beim virtuellen Aktionärstreffen.

„Alle aktuellen Entwicklungs-Projekte werden in den nächsten Monaten hinterfragt und neu priorisiert.“

Am Plan, bis 2025 eine Milliarde Euro in die Elektrifizierung zu investieren, wird Traton festhalten. Die Traton-Marken machen hier laut dem Konzern rasche Fortschritte. So habe Scania jüngst seine elektrifizierten Serien-Lkw für den urbanen Raum vorgestellt. Darunter ein Plug-in-Hybrid mit einer rein elektrischen Reichweite von 60 Kilometern. Zudem einen Elektro-Lkw mit einer Reichweite von bis zu 250 Kilometern. Sowohl Scania als auch MAN Truck & Bus werden noch 2020 elektrische Serien-Stadtbusse auf den Markt bringen. Volkswagen Caminhões e Ônibus entwickelt gemeinsam mit Partnern in Brasilien ein komplettes Netzwerk rund um E-Lkw – von der Fertigung über die Ladeinfrastruktur bis hin zum Lifecycle-Management der Batterien.

Mit fokussierten Investitionen in Zukunftsthemen und Kostendisziplin das Geschäft zu stabilisieren, hat für den Traton CEO ebenfalls Priorität:

„Bei Traton bauen wir jetzt die Brücken in eine neue Zeit.“

Um größeren Mehrwert für die Gruppe schaffen zu können, werden auch Strukturen und Prozesse der Holding überprüft. Sie soll ihre Einkaufskraft weiter bündeln und „ein immer attraktiverer Arbeitgeber für die besten Talente im Markt“ werden, so Gründler.

Zudem stößt die Holding strategische Zukunftsthemen für die ganze Gruppe an. Dazu zählt auch die am Morgen der Hauptversammlung vorgestellte strategische Partnerschaft mit dem US-Unternehmen TuSimple bei der Entwicklung autonom fahrender Lkw. Autonom fahrende Lkw haben das Potenzial, die Logistik künftig deutlich effizienter zu machen. Hier will Traton eine führende Position einnehmen.

„Um unserer Entschlossenheit Nachdruck zu verleihen, haben wir uns an dem Unternehmen beteiligt“, sagte Gründler vor den Aktionären.

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