Liqui Moly steht zu seinen Mitarbeitern – und fordert Einsatz

Trotz derzeit weltweiten Entlassungen und Unternehmenseinbußen will der Hersteller von Motorenölen und Schmierstoffen Liqui Moly seine Mitarbeiter vollumfänglich weiterbeschäftigen. So äußerte sich Geschäftsführer Ernst Prost. Notfalls würde er lieber auf sein Gehalt verzichten.

Liqui-Moly-Geschäftsführer Ernst Prost geht mit gutem Beispiel voran und zeigt sich zuversichtlich. Foto: Liqui Moly.
Liqui-Moly-Geschäftsführer Ernst Prost geht mit gutem Beispiel voran und zeigt sich zuversichtlich. Foto: Liqui Moly.
Claudia Leistritz

Bereits mitten in der Krise zu Anfang der Woche hatte Prost seinen Beschäftigten sogar eine Prämienzahlung von 1.000 Euro zukommen lassen, „zur Motivation und als Zeichen der Sicherheit, denn diese gerät in der Krise schnell ins Wanken“. Auch per Mail stärkte der Geschäftsführer seine „Mitunternehmer“ noch einmal moralisch und versprach keine finanziellen Einschränkungen oder Entlassungen.

Von der guten Nachricht betroffen sind Beschäftigte weltweit, im Inland, bei den Tochtergesellschaften in Europa wie Portugal, Spanien, Italien und Frankreich sowie in Südafrika und den USA. Aber auch die dazu gehörenden Mitunternehmer in Dänemark, Großbritannien, Belgien, den Niederlanden sowie in Fernost Thailand, China, Japan und Indien können sich über diese Aussichten freuen. Die Verantwortung sei global, so Prost. Jeder müsse schließlich seine Familie ernähren können.

An oberster Stelle stünden momentan der Erhalt der Gesundheit der Mitarbeiter sowie die Aufrechterhaltung der Betriebe. Voraussetzung seien jedoch funktionierende Lieferketten in Beschaffung wie Absatz. „So lange das gewährleistet ist, halten wir die Produktion in Ulm und in Saarlouis aufrecht.“

Zudem sei es gerade jetzt wichtig, alle Gehälter im gleichen Umfang wie bisher und pünktlich auszubezahlen – trotz deutlicher Auftgragsrückgänge im Zuge der Coronapandemie. Alle Kräfte müssten eingesetzt werden, um die zu erwirtschaftende Lohnsumme im mittleren zweistelligen Millionenbereich für dieses Jahr zu erreichen, notfalls würde er dafür auch auf sein eigenes Gehalt verzichten. Gleichzeitig motiviert er seine Beschäftigten aber auch zum eigenen Einsatz:

„Jeder opfert sich auf, da muss der Kapitän Vorbild sein, damit die Mannschaft vertrauen kann.“

Prost denkt auch an eine Verantwortung gegenüber den Kunden und versucht, international Hilfe zu leisten, wie zum Beispiel in Mexiko in Form von Waren, mit denen die Partner versorgt werden. Dort beeinträchtige nicht nur die Verbreitung des Virus, sondern auch die wirtschaftliche Unsicherheit und Gewalt das Leben der Bewohner, die viel weniger von staatlichen Hilfen zehren könnten als die Bevölkerung in Deutschland. In einer Zeit, in der viele Länder geschwächt seien, würde man jedoch so lange wie möglich der Krise standhalten, versicherte Prost.

Liqui Moly bietet weltweit Produkte rund um chemische Mittel in der Automobilindustrie an wie beispielsweise Fette, Pasten, Motorenöle und Sprays. Das 1957 gegründete Unternehmen entwickelt und produziert ausschließlich in Deutschland und führt den Markt in dieser Sparte an. Verkauft werden die Produkte weltweit in 120 Ländern.

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