Eberspächer-Bilanz: 2019 gut, 2020 Talfahrt, Werkschließung Esslingen

Laut Jahresbericht konnte der Automobilzulieferer 2019 zwar vor allem durch positive Entwicklungen auf dem chinesischen Markt sowie in den Werken in Portugal und Rumänien Umsatzzuwächse verzeichnen. Wegen der weltweiten Produktionsstopps in der Automobilindustrie durch die Corona-Krise erwartet das Unternehmen jedoch Einbrüche mit Arbeitsplatzverlusten noch weit über 2020 hinaus.

Das Werk in Saltillo, Mexiko. Foto: Eberspächer Gruppe.
Das Werk in Saltillo, Mexiko. Foto: Eberspächer Gruppe.
Claudia Leistritz

Demnach steigerte die Eberspächer Gruppe den Konzernumsatz im Jahr 2019 um etwa acht Prozent auf rund 4,9 Milliarden Euro und schreibt die Entwicklung der optimierten Konzentration auf sein Hauptgeschäft zu. Martin Peters, geschäftsführender Gesellschafter der Eberspächer Gruppe, zeigt sich zufrieden mit diesem Ergebnis. Man hätte wichtige Aufträge von Großkunden gewinnen und gleichzeitig das internationale Produktionsnetzwerk erfolgreich ausbauen können. Investitionen in Höhe von 149 Millionen Euro wurden verstärkt für die Steigerung der Produktionskapazitäten beispielsweise in China, Indien und Mexiko getätigt, um das globale Wachstum voranzubringen mit Produkten „für eine saubere Mobilität von morgen“.

Mittlerweile erwirtschaftet das Unternehmen rund 80 Prozent seiner Umsätze im Ausland, dort arbeiten auch etwas mehr als die Hälfte der knapp 10.000 Angestellten. Die größten Umsatzzuwächse kommen von den gestiegenen Pkw- und Nfz-Verkäufen in China sowie den Produktionen in Portugal und Rumänien, in denen Abgasanlagen für Pkw hergestellt werden. Für die Zukunft erwartet man Umsatzsteigerungen bei elektrisch betriebenen Thermoanlagen und einen Rückgang bei den brennstoffbetriebenen, bedingt durch die gestiegene Nachfrage rund um die E-Mobilität. Auch der Markt für Fahrzeugelektronik befindet sich laut Bericht im Aufwind. Man rechne mit einem Wachstum vor allem für Sicherheitssysteme im Bereich autonomes Fahren.

Für Forschung und Entwicklung gab der Konzern im vergangenen Jahr 160 Millionen Euro aus. Das ist zwar ein leichter Rückgang von 1,7 Prozent gegenüber 2018, man setze aber dennoch stark auf neue Technologien:

„Innovationen sind die Basis unseres zukünftigen Erfolgs. Wir konzentrieren uns darauf, die etablierten Business Units durch Weiterentwicklungen zukunftsfähig aufzustellen und gleichzeitig zusätzliche Gschäftsfelder zu erschließen“, so Peters.

Folgen der Corona-Krise

Ob sich diese Investitionen auch für das Folgejahr auszahlten, sei allerdings fraglich. Für den Schutz der Mitarbeiter wurden weltweit entsprechende Maßnahmen zum Hygieneschutz getroffen wie die Einführung von Schutzmasken, Abstandsregelungen, Trennwänden – mit Erfolg, wie Peters bestätigt: es habe weltweit nur einzelne Infektionen gegeben. Für die Wirtschaft rechne man jedoch mit gravierenden Umsatzeinbrüchen als Folge der globalen Auswirkungen der reduzierten Produktionen, die derzeit nur sehr langsam wieder in Fahrt kommen.

Die Standorte in Deutschland laufen seit 1. April in Kurzarbeit. Da die deutschen Produktionsstandorte international gesehen unter größerem Druck stünden, müssten erforderliche Veränderungen dort schneller geschehen als unter normalen Marktbedingungen um das Gesamtunternehmen stabil zu halten, wie Peters ausführt. Deswegen müsste das Werk für Fahrzeugheizungen in Esslingen mit seinen 300 Mitarbeitern bis Anfang 2022 geschlossen werden. Der weitere Verlauf hänge von den landesspezifischen Entwicklungen ab, positive Tendenzen seien nur bei den chinesischen Absatzmärkten absehbar. Auf das Umsatzniveau von vor der Krise komme man wohl erst mittelfristig wieder zurück.

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