Autoindustrie: Weitere Produktionsausfälle in Sicht

Nach einer Aussage des Marktbeobachters Berylls ist die Produktion in der Automobilindustrie wegen der geringen Nachfrage in der Corona-Krise immer noch gebremst. Gearbeitet wird gegenwärtig nur zu etwa einem Drittel der vollen Kapazität. Bis Ende Mai prognostiziert die Unternehmensberatung einen weiteren Produktionsausfall.

Der Rückgang der Nachfrage lässt die Automobilhersteller im Schonbetrieb produzieren. Foto: Michal Jarmoluk | Pixabay.
Der Rückgang der Nachfrage lässt die Automobilhersteller im Schonbetrieb produzieren. Foto: Michal Jarmoluk | Pixabay.
Claudia Leistritz

Der Schonbetrieb der Hersteller mit nur einer Schicht sei allerdings in der gegenwärtigen Zeit sinnvoll, sagte Andreas Radics, Geschäftsführender Partner bei dem Beratungsunternehmen für die Autoindustrie, laut Springerprofessional in der Zeitschrift Auto Motor und Sport. Auch wenn die Produktion wieder laufe, habe die Kaufbereitschaft, die eine Vollauslastung im Dreischichtbetrieb rechtfertigen würde, noch längst nicht das Vor-Corona-Niveau erreicht. Und die erforderliche Kaufbereitschaft sei bei den Massenherstellern noch nicht in Sicht.

So habe beispielsweise BMW zwar Ende April seine Motorenwerke wieder in Betrieb genommen sowie später auch die großen Werke in München, Regensburg und Leipzig, damit das internationale Produktionsnetzwerk am Laufen gehalten werden kann. Allerdings werde es bis zur Vollauslastung noch einige Zeit dauern.

In Bezug auf die Fertigung von Elektroautos habe beispielsweise das Volkswagen-Werk in Zwickau nur 50 neue ID.3-Modelle gebaut, das entspreche einem Drittel der Fertigungskapazität. Laut Berryls wird der Einbruch der Produktion in der Autoindustrie gegenüber der Prognose am Jahresanfang bei 10,6 Prozent liegen, das seien etwa 8,5 Millionen weniger Fahrzeuge.

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