Zahlungsziel: DB Schenker will 60 Tage

Mit Plänen, das Zahlungsziel für seine Transportdienstleister von 30 auf 60 Tage zu verlängern, verärgert DB Schenker die Transport- und Logistikverbände. Es hagelt erste Kritik und der Ruf nach mehr Fairness. Folgen für Werkstätten sind noch unklar.

Vielen ein Dorn im Auge: verlängerte Zahlungsziele | Abb.: Mircea Iancu, Pixabay
Vielen ein Dorn im Auge: verlängerte Zahlungsziele | Abb.: Mircea Iancu, Pixabay
Dr. Karsten Düsdieker
(erschienen bei Transport von Dr. Karsten Düsdieker)

Besonders gereizt reagiert der Landesverband bayerischer Transport- und Logistikunternehmen (LBT) auf die Pläne von DB Schenker. Neben Mauterhöhung und -ausdehnung aufs gesamte deutsche Bundesstraßennetz — so der LBT — belaste auch das sektorale Fahrverbot in Tirol die Branche. Roman Mayer, Speditionsinhaber und LBT-Vorstandsmitglied, zürnt:

„Ein Schlag ins Kontor für unsere Transportdienstleister.“

Schock für den Mittelstand

Da sie wegen Fahrermangels auch lukrative Transportaufträge ablehnen müssten, werde es für mittelständische Transporteure immer schwieriger, kostendeckend zu arbeiten, so Mayer weiter:

„In diesem Umfeld enttäuscht uns die Zahlungszielverlängerung durch DB Schenker. Dass man für eine sofortige, komplette Bezahlung nach erbrachter Leistung auch noch Vorfinanzierungszinsen entrichten muss, ist nicht nachvollziehbar.“

Mayer appelliert daher an die Fairness und fordert DB Schenker auf, die Entscheidung zu überdenken. Geschieht dies nicht, besteht die Gefahr, dass Transportunternehmen — schon um liquide zu bleiben — die Zahlungsziele für ihre Zulieferer verlängern.

Das beträfe dann auch Werkstätten.

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