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Studie sieht Prüfmarkt im Wandel

Die Nachfrage nach Prüfdienstleistungen nimmt zu. Großer Veränderungstreiber ist dabei die Digitalisierung. Einer Analyse von EY-Parthenon zufolge müssen Anbieter den Herausforderungen IT-Sicherheit und Autonomes Fahren begegnen.

Der Bereich Automotive ist bei den Prüfgesellschaften immens wichtig, wie ein Blick auf die Geschäftszahlen der Dekra zeigen: 2017 setzte das Unternehmen rund 1,6 Milliarden Euro u.a. mit Fahrzeugprüfungen, Typgenehmigungen, Gutachten und Schadenregulierungen um. (Bild: Dekra)
Der Bereich Automotive ist bei den Prüfgesellschaften immens wichtig, wie ein Blick auf die Geschäftszahlen der Dekra zeigen: 2017 setzte das Unternehmen rund 1,6 Milliarden Euro u.a. mit Fahrzeugprüfungen, Typgenehmigungen, Gutachten und Schadenregulierungen um. (Bild: Dekra)
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Martin Schachtner

Die Anbieter von Test-, Inspektions- und Zertifizierungsdienstleistungen, die so genannte TIC-Branche (Testing, Inspection, Cetrification), verzeichnen seit Jahren ein überdurchschnittliches Wachstum. Einer aktuellen Studie von EY-Parthenon zufolge nehmen in diesem Kontext die Fusionen und Übernahmen zu. Wie die Beratungsgesellschaft mitteilte, ist das Potenzial in Deutschland auch künftig groß: Hierzulande könnten tausende von Labors mit einer Mitarbeiterzahl von weniger als hundert Mitarbeitern Übernahmekandidaten sein.

Für den Großteil der vergangenen Übernahmen im TIC-Markt waren die drei größten europäischen Anbieter Eurofins (Luxemburg), SGS (Schweiz) und Bureau Veritas (Frankreich) verantwortlich. Dabei waren zumeist Prüfdienstleister als Übernahmeziele gefragt, die sich als starke nationale Spezialisten auf ein oder zwei Sektoren fokussiert hatten, hieß es in der Mitteilung. Die deutsche Dekra-Organisation hat nicht viel Rückstand auf das Führungstrio und stärkte sich in den letzten Jahren ebenfalls durch Zukäufe. Dem aktuellen Geschäftsbericht zufolge akquirierten die Stuttgarter in den letzten drei Jahren 27 Unternehmen. In der Vergangenheit versuchten sich die TÜV-Gesellschaften wiederholt an größeren Zusammenschlüssen. Die Avancen zwischen TÜV Süd und TÜV Nord (2008) auf der einen Seite bzw. TÜV Süd und TÜV Rheinland (2010) auf der anderen Seite scheiterten jedoch.

Herausforderung Autonomes Fahren

Wie jede andere Branche ist auch die Prüfdienstleister-Branche durch die Digitalisierung wirtschaftlichen, technischen und rechtlichen Veränderungen ausgesetzt, die Strategie-Anpassungen erfordern. Sie lässt zum Beispiel neue Arten von Risiken entstehen und dadurch neue Anwendungsgebiete für Prüfung, Inspektion und Zertifizierung. So investieren derzeit viele Prüfungsgesellschaften in Testnetzwerke für autonome und vernetzte Fahrzeuge. Auch Cybersicherheit ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Wachstumstreiber, der Partnerschaften zwischen TÜV-Gesellschaften und IT-Spezialisten entstehen lässt.

„TIC-Unternehmen müssen jetzt die richtigen Entscheidungen treffen: Wo kann das Leistungsportfolio um digitale Lösungen erweitert werden? Und welche physische Infrastruktur wird künftig in der digitalisierten Welt noch erforderlich sein?“ mahnte EY-Parthenon Partner Stephan Bindner. „Die Möglichkeiten neuer digitaler Geschäftsbereiche, aber auch die Risiken, die durch branchenfremde technologiegetriebene Unternehmen entstehen, sollten bei den strategischen Portfolioüberlegungen eine wichtige Rolle spielen.“

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