IFR-Prognose: Bis 2022 rund zwei Millionen neue Industrieroboter

Nach einer Einschätzung der International Federation of Robotics (IFR) könnten im Zeitraum 2020 bis 2022 weltweit etwa 2 Millionen neue Industrie-Roboter in Fabriken installiert sein. Der Antrieb hinter den neuen technologischen Entwicklungen seien unter anderem die leichtere Bedienbarkeit und die fortschreitende Digitalisierung. Immer mehr Arbeitsprozesse sollen automatisiert werden.

Industrieroboter sollen immer selbständiger arbeiten (Foto: Pixabay.)
Industrieroboter sollen immer selbständiger arbeiten (Foto: Pixabay.)
Claudia Leistritz

Mit Hilfe von digitalen Sensoren und intelligenter Software können Roboter zum Beispiel zunehmend sensibler auf die Umgebung reagieren. Unter der Bezeichnung Programmierung durch Demonstration reicht das einmalige Vorführen eines Bewegungsablaufes durch einen Menschen, um mit den damit aufgezeichneten Daten und entsprechender Verarbeitung durch die Software den Roboter für den gewünschten Bewegungsablauf einzustellen. Im laufenden Arbeitsprozess würden diese dann ihre Bewegungen durch Lernprogramme nach dem System von Versuch und Irrtum automatisch selbst verbessern.

Auch die seitens der Maschinen immer intelligenter an die Kooperation mit den Menschen angepasste Programmierung ermögliche eine schnelle Reaktion auf veränderte Marktanforderungen und die Implementierung in den Arbeitsprozess. Moderne automatisierte Systeme könnten sich immer schneller an flexible Umgebungsbedingungen anpassen. Häufigste derzeitige Arbeitsweise ist die sequenzielle, bei der Mensch und Maschine bestimmte Aufgaben nacheinander schrittweise abarbeiten, auch shared Workspace genannt.

Komplexer gestalte sich die Arbeit zur gleichen Zeit an einem Werkstück, hier befinde sich die Forschung noch in der Entwicklung. Zukünftig sollen Roboter zunehmend menschliche Reaktionsweisen übernehmen und in Echtzeit wie Fabrikarbeiter interagieren können, beispielsweise durch das Erkennen von menschlicher Gestik und Mimik. Laut IfR stellten diese Innovationen großes Potenzial für Unternehmen aller Größen dar und würden zukünftig die bereits im Einsatz befindlichen Industrie-Roboter ergänzen.

Immer stärker werden die Robotersysteme als zentrale Bestandteile des Produktionsprozesses im Zuge der allgemeinen Digitalisierung - Stichwort Industrie 4.0 - ebenfalls auf diese Technologie umgestellt. Unabdingbar damit verbunden sei eine auch vom Hersteller unabhängige Vernetzung, so das IFR. Eine standardisierte, allen Systemen zugrundeliegende Schnittstelle soll eine Anbindung an das Industrial Internet of Things (IoT) sicherstellen. Zudem plant man die digitale Vernetzbarkeit von Robotern zum Beispiel über die Cloud-Technologie. Damit sollen neue, auch für kleinere und mittlere Unternehmen interessante Geschäftsmodelle wie das Roboterleasing etabliert werden, denn unter anderem fielen hier laufende Fixkosten, automatische Updates und qualifiziertes Personal für die Roboter weg.

Die IFR wurde 1987 als gemeinnützige Organisation gegründet und versteht sich als Sprachrohr der internationalen Robotikindustrie. Sie vertritt weltweit nach eigenen Aussagen rund 60 Mitglieder, die sich aus Herstellern von Industrierobotern und nationalen Roboterverbänden aus über 20 Ländern zusammensetzt.

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