Mewa-Schutzkleidung: Streng kontrolliert

Nur ein mit entsprechenden Aufbereitungs- und Prüfanlagen professionell aufgestellter Dienstleister, so der Experte für Textil-Management, ist in der Lage, alle Sicherheits- und Hygienevorschriften für Berufskleidung einzuhalten. Mewa hat dazu einen standardisierten Prozess entwickelt.

Die zusammen mit dem Fraunhofer Institut entwickelte automatische Warnschutzprüfanlage stellt besser und genauer sicher, dass Warnschutzkleidung auch nach dem Waschen den Sicherheitsanforderungen entspricht, versichert Mewa. | Bild: Mewa.
Die zusammen mit dem Fraunhofer Institut entwickelte automatische Warnschutzprüfanlage stellt besser und genauer sicher, dass Warnschutzkleidung auch nach dem Waschen den Sicherheitsanforderungen entspricht, versichert Mewa. | Bild: Mewa.
Claudia Leistritz

Das Wiesbadener Unternehmen stellt im Full-Service Betriebstextilien wie Putztücher, Berufskleidung oder Ölauffangmatten zur Verfügung. Mit seinem europaweiten Dienstleistungssystem, das Pflege, Instandhaltung, Lagerhaltung und Logistik umfasst, ist der Textilsharingspezialist eigenen Angaben zufolge in diesem Bereich branchenführend. Für die Kategorie Schutzkleidung verfügt der Betrieb über besondere Einrichtungen zur wirksamen, funktionserhaltenden Reinigung und Pflege.

Rechtssicherheit

Damit das Berufsoutfit auch auf längere Sicht den Sicherheitsanforderungen des Arbeitsplatzes entsprechen und seine sichere Wirkung zum Schutz des Trägers wie der rechtlichen Absicherung des Unternehmens erhalten kann, braucht es eine fachgerechte Behandlung. Und gerade in Zeiten der Pandemie, so Mewa, müssten auch die Waschprozesse selbst unter höchsten Hygienebedingungen ablaufen.

30 Mal waschen

Bei Mewa, das auf Handwerk und Industrie abgestimmte Berufskleidung auch selbst konzipiert, werden die Textilien für die Sicherheitsprüfung in einem speziellen Qualitätsprozess einer umfassenden Kontrolle unterzogen. Diese erstreckt sich von der Materialauswahl über die Wartung und Funktionskontrolle bis zur Dokumentation der Abläufe, berichtet der Textildienstleister.

Demnach wird das Gewebe für die Produktion einer eigenen Kollektion vor dem Einsatz erst einmal im hauseigenen Technikum überprüft und in diesem Verlauf mindestens 30 Mal gewaschen, wieder aufbereitet und anschließend getestet. Bevor dann die fertige Kleidung zu ihrem Einsatz kommt, folgt noch einmal ein internes „Gewebe-Monitoring“. Dieses prüft stichprobenartig bestimmte Textileigenschaften des Materials wie Abrieb, Reißfestigkeit und Farbechtheit.

Dabei erfolgten die Qualitätskontrollen nicht an vermieteter Kleidung, sagt Matthias Zoch, Leiter der Umwelt- und Verfahrenstechnik bei Mewa, sondern direkt mit den Gewebepartien die „den Chargen entsprechen, die in unserer Kleidung eingesetzt werden.“

Standardisiert

Einmal im Umlauf befindliche Ware wird dann nach jeder Wäsche überprüft, nach Erfordernis repariert oder ersetzt und die jeweiligen Abläufe digital dokumentiert, heißt es weiter. Jedes Kleidungsteil werde zudem nach einem standardisierten Verfahren und mit technischen Hilfsmitteln von speziell geschultem Personal kontrolliert: Mit physischen Grenzmustern gleicht man Wäscheausfall und Farben ab, mit Lichtbrillen untersucht man die Reflexeigenschaften. Auf diese Weise könne sichergestellt werden, dass die an die Kunden gelieferte Kleidung auch nach mehrmaligem Waschen über die erforderliche Schutzfunktion verfügt.

Digitalisiert

Für Warnschutzkleidung, ausgestattet mit fluoreszierendem Gewebe und Reflexstreifen, hat Mewa zudem gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut eine patentierte automatisierte Warnschutzprüfanlage entwickelt. Hier soll durch einen digitalisierten Kontrollprozess die Prüfung noch zuverlässiger ablaufen. Dabei kommen die Kleidungsstücke nach Wäsche und Trocknung in eine Aufnahmebox, die Fotos von der Vorder- und Rückseite aufnimmt. Die Bilder werden anschließend von der Software in Echtzeit analysiert und die Ergebnisse an eine andere Software übertragen, die wiederum die Kleidung an die nächsten Stationen des Qualitätskontrollprozesses weiterleitet. Die Daten werden gesammelt, um zur höheren Sicherheit und Qualität „das System und interne Abläufe zu analysieren und zu optimieren“, wie es auf der Website heißt.

Zertifiziert

Für einen hohen Hygienestandard wäscht Mewa nach dem RABC-System (Risk Analysis and Biocontamination-Control-System), und der entsprechenden europäischen Norm EN 14065. Dabei wird die Kleidung bei Temperaturen zwischen 60 und 75 °C zusammen mit desinfizierenden Waschmitteln gesäubert. Dadurch, so heißt es, werden Viren und Bakterien „vollständig inaktiviert“.

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