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Goodyear: Noch schneller Reifen entwickeln mit Fahrsimulator

Zur Beschleunigung seiner Produktentwicklung eröffnet der Reifenhersteller in Luxemburg ein weiteres Simulationszentrum, das mit virtuellen Methoden arbeitet.

Die feierliche Eröffnung der nach dem Simulationszentrum in Ohio zweiten Einrichtung für virtuelle Reifenentwicklung in Luxemburg. | Bild: Goodyear.
Die feierliche Eröffnung der nach dem Simulationszentrum in Ohio zweiten Einrichtung für virtuelle Reifenentwicklung in Luxemburg. | Bild: Goodyear.
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Claudia Leistritz

Der US-amerikanische Reifen- und Gummikonzern Goodyear hat in Luxemburg nun offiziell ein Simulationszentrum eröffnet, das den Reifenentwicklungsprozess effizienter gestalten soll. Der laut der Online-Datenplattform Statista nach Michelin und Bridgestone drittgrößte Reifenhersteller weltweit noch vor Continental will dazu modernste technologische Hilfsmittel einsetzen. Ziel ist neben der Verbesserung der Zusammenarbeit mit Erstausrüstern auch die Steigerung der Reifenleistung durch individuelle Produktentwicklung, heißt es in der Pressemeldung. Dazu ist die neue Einrichtung mit einem DIM250 Dynamic-Fahrsimulator des auf Simulationssoftware spezialisierten Darmstädter Unternehmens VI-grade ausgestattet.

Materielose Entwicklung

Somit ist das Goodyear-Team in der Lage, anhand eines computergenerierten Entwicklungsprozesses rein in der Vorstellung existierende Reifenmodelle an ebensolchen virtuellen, (noch) nicht existierenden Fahrzeugen zu testen und dann für die reale Herstellung zu validieren. Neben der Beschleunigung der Produktion liege ein weiterer Vorteil dieser Herangehensweise darin, noch während des Entwicklungsprozesses Änderungen vornehmen zu können, um auf die spezifischen Erfordernisse des Fahrzeugs zu reagieren.

Goodyear hat laut Romain Hansen, dem Vice President EMEA Product Development bei Goodyear, bereits mehrfach diese Entwicklungsmethode getestet und hierfür in zahlreichen Projekten mit führenden OEMs aus Europa, den USA und China zusammengearbeitet. Hätten sich die Ingenieure mit dem virtuellen Entwicklungsprozess erst vertraut gemacht, heißt es, zeigten sich die Erstausrüstungs-Unternehmen von den möglichen geschäftlichen und ökologischen Vorteilen rundweg überzeugt.

Zukunftsvision

Das Unternehmen sagt, es wolle mit dem Simulationszentrum sein langjähriges Engagement für Sicherheit, Komfort und Nachhaltigkeit unterstützen; denn mit den Fahrsimulatoren würden bei gleichzeitiger Beschleunigung des Herstellungsprozesses weniger Reifen produziert. Auch sei eine Erstzulassung für alle zu entwickelnden Reifen bereits mit nur einer einzigen Wiederholung („Iteration“) möglich – die Methode berge also erhebliches Einsparpotential:

„Nach (internen) Berechnungen von Goodyear können durch die Möglichkeit, eine einzige physische Wiederholung zu entwickeln, durchschnittlich 13.000 Reifen und 97.500 Kilometer an physischen Reifentests eingespart werden“,

so die Meldung. Das Luxemburger Simulationszentrum ist das zweite von Goodyear nach demjenigen am Hauptsitz des Konzerns in Akron, Ohio, das 2021 eröffnet wurde.

Das erste mit dem Fahrsimulator realisierte Projekt bestand in der erfolgreichen Herstellung maßgeschneiderter Reifen für das italienische Sport-Coupé Maserati Gran Turismo im Jahr 2023. Seitdem entwickelt Goodyear nach eigenen Angaben im Simulationszentrum maßgeschneiderte Modelle auch für OEMs weltweit.

Goodyear begann 1898 als Hersteller von Fahrrad- und Wagenreifen. Heute verfügt das Unternehmen weltweit über 55 Werke in 22 Ländern und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Innovationszentren hat Goodyear an seinem Hauptsitz im US-Bundesstaat Ohio, im luxemburgischen Colmar-Berg sowie in Hanau östlich von Frankfurt am Main eingerichtet. Zum Konzern gehören auch die Reifenmarken Dunlop, Fulda und Debica.

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