Test: Hamburger Hochbahn schickt Atak Electric auf Linie

Der Midi-E-Bus des türkischen Busherstellers Karsan soll die Quartiersanbindung verbessern.

Anjes Tjarks und Henrik Falk (v.l.n.r) bei der Vorstellung des neuen Quartiersbusses. Foto: (Hochbahn)
Anjes Tjarks und Henrik Falk (v.l.n.r) bei der Vorstellung des neuen Quartiersbusses. Foto: (Hochbahn)
Christine Harttmann
(erschienen bei busplaner von Martina Weyh)

Praxistest: Da, wo es für die großen Standardbusse in der Straßenführung zu eng wird, soll der Karsan Atac Elektric zum Einsatz kommen. Der kleine Stromer ist mit 8,30 m deutlich kürzer als seine „großen Kollegen“, die zwischen 12 und 21 Meter lang sind. In der Höhe misst Karsans Midi-E-Bus 3,10 m, in der Breite 2,43 m. 22 Sitz- und 26 Stehplätze gibt es an Bord, der Zugang ist barrierefrei. Die Reichweite gibt Karsan mit 300 km an. Die Batterien sind aus der BMW-Schmiede, das Fahrzeug selbst wird in Bursa (Türkei) gefertigt.

Quartiersanbindung verbessern

Um mehr Menschen für den ÖPNV zu gewinnen, sollen in Hamburg alle Bürger innerhalb von 5 Minuten Zugang zu einem öffentlichen Verkehrsangebot haben, so das erklärte Ziel. Wichtiger Bestandteil ist dabei eine bessere Quartiersanbindung und hier kommen die Quartiersbusse ins Spiel.

„Sie sollen dort fahren, wo heute noch kein Bus fährt, näher zum Fahrgast kommen und die Quartiere noch besser an Schnellbahnhaltestellen anbinden. Insgesamt werden in den kommenden Jahren rund 600 neue Haltestellen gebaut. Kleinere Fahrzeuge, die emissionsfrei angetrieben werden, können hier ein modernes Mobilitätsangebot sein“, erläutert Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende.

Das Konzept Quartiersbus geht auf in Hamburg – die seit Dezember 2019 bestehende Linie 530 der VHH erfreut sich bereits großer Beliebtheit. Die nächsten möglichen Einsatzgebiete für kleinere Quartiersbusse im HVV sind der Bereich Langenhorn (Anbindung an die U-Bahn-Haltestellen Fuhlsbüttel, Langenhorn Markt und Ochsenzoll) und der Bereich Eidelstedt/Lurup (Anbindung an die S-Bahn-Haltestellen Krupunder und Elbgaustraße). Weitere Linien sind in Planung.

„Wir stehen bei der Fahrzeugauswahl in einem engen Kontakt mit den Herstellern, aber auch mit unserem Schwesterunternehmen VHH, die Erfahrungen mit Quartiersbussen haben. Wir gehen aktuell davon aus, dass wir ab Ende 2022 standardmäßig die ersten klimaschonenden Midi-Busse einsetzen können“, so Hochbahn-Chef Henrik Falk.  

Eine Woche lang wird der Atac Elektric im Testbetrieb nun Herz und Nieren geprüft. Bevor es zu einer Entscheidung kommt, sollen aber auch noch weitere Fahrzeuge von anderen Herstellern in der Praxis erprobt werden.

Printer Friendly, PDF & Email