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Wettbewerbshüter bleiben gefordert

Der freie Kfz-Markt muss gegen Vorbehalte kämpfen. Carat-Chef Thomas Vollmar intensivierte die Aufklärungsarbeit. Unterdessen sieht der GVA einen Wandel beim Designrecht und damit Chancen für freie Betriebe.
Die Themen Originalersatzteile, Wartung, Haftung, Kulanz, Designschutz und fahrer- bzw. fahrzeugbezogene Daten waren, sind und bleiben bis auf Weiteres Streitfragen zwischen Akteuren des freien Aftermarket und den Herstellerorganisationen - auch im Nfz-Service. (Bild: PROFI Werkstatt
Die Themen Originalersatzteile, Wartung, Haftung, Kulanz, Designschutz und fahrer- bzw. fahrzeugbezogene Daten waren, sind und bleiben bis auf Weiteres Streitfragen zwischen Akteuren des freien Aftermarket und den Herstellerorganisationen - auch im Nfz-Service. (Bild: PROFI Werkstatt
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Martin Schachtner

Zwei gewichtige Akteure des freien Ersatzteilmarkts haben sich in jüngster Zeit zu Wort gemeldet: Obwohl in Verve und Tonalität unterschiedlich, argumentierten Carat-Chef Thomas Vollmar und GVA-Präsident Hartmut Röhl für die gemeinsame Sache – beiden liegt daran, die Funktionsweise des unabhängigen Aftermarket zu bewahren bzw. zu stärken.

Carat-Geschäftsführer Thomas Vollmar ging in seinem Beitrag hart mit Fahrzeugherstellern und deren angeblicher Wettbewerbsstrategie ins Gericht, dem freien Kfz-Servicemarkt die Rechtssicherheit abzusprechen. So profitiere die Industrie von der Ansicht vieler Halter und Fahrer, Wartung und Reparatur in einer freien Werkstatt könnten Qualitäts- oder Haftungsrisiken zur Folge haben. Überdies kritisierte er allzu passive Teilehersteller, die sich hier nicht um Richtigstellung bemühen.

Aufklärungskampagne unterstützen

Vollmar zufolge müssten Endkunden zu strittigen Themen wie „Original-Ersatzteile, Garantieregelungen, Designschutz sowie Telematik“, aber auch grundsätzlich zur guten Qualität der Arbeit in freien Werkstätten aufgeklärt werden.

Leider gebe es aber Branchenteilnehmer, die sich dieser Aufklärungsarbeit verschließen würden. Insbesondere seien dies Teilelieferanten, die offenbar Konflikte mit ihren Kunden – den Fahrzeugherstellern – fürchten oder die Maßnahme mit einer klassischen Endkunden-Werbung verwechseln, hieß es aus Mannheim.

GVA erwartet Lockerung beim Designschutz
Hartmut Röhl vom Gesamtverband Autoteile-Handel e.V. (GVA) zeigte sich unterdessen zuversichtlich, dass das Thema Designschutz auch hierzulande in Bewegung gerät. Der GVA interpretiert die Koalitionsvereinbarung dahingehend, dass die gemeinsame Regierung aus CDU, CSU und SPD nach einer Amtsübernahme das Designrecht mittels so genannter Reparaturklausel anpassen will. Auf diese Weise sei der Markt für sichtbare Kfz-Ersatzteile auch in anderen EU-Ländern bereits liberalisiert worden, wie der Verband wiederholt hinwies. Bislang hätten Fahrzeughersteller aber in Ländern wie Deutschland und Frankreich bei Motorhauben, Kotflügel, Außenspiegel, Stoßfänger, Scheinwerfer oder Rückleuchten noch eine Art Monopolstellung.

Der freie Kfz-Ersatzteilmarkt sei dadurch von einem wichtigen Produktsegment ausgeschlossen. Laut Röhl habe der Bereich eine Größenordnung von rund 25 bis 30 Prozent des Gesamtumsatzes im Kfz-Ersatz- und Verschleißteilmarkt. Auf diese Weise würden nicht nur Arbeitsplätze bei Kfz-Teileherstellern, dem freien Kfz-Teilegroßhandel und freien Werkstätten gefährdet sowie Investitionen verhindert, sondern darüber hinaus müssen Autofahrer mehr für diese Ersatzteile zahlen als bei funktionierendem Wettbewerb nötig wäre, hieß es aus Ratingen.
 

(msc)
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