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VWN: Der neue Transporter ist eine komplette Neuentwicklung

Mehr Laderaum, Nutzlast und Variabilität kündigt der Hersteller für den Nachfolger des Transporters 6.1 an. Infotainment-Höhepunkte verspricht das um digitale Anwendungen ergänzte Cockpit als Teil der Serienausstattung.

Laut Hersteller ab 2025 am deutschen Markt: der neue VWN-Kastenwagen mit mehr Laderaum und digitalem Cockpit.| Bild: VWN.
Laut Hersteller ab 2025 am deutschen Markt: der neue VWN-Kastenwagen mit mehr Laderaum und digitalem Cockpit.| Bild: VWN.
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Claudia Leistritz

Als Großereignis der Branche bezeichnet Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) den Nachfolger des beliebten Kastenwagen-Transporters 6.1. Die Einführung am deutschen Markt ist laut Meldung „bereits“ für Anfang 2025 geplant. Zur Konfiguration der nach eigenen Angaben komplett neu entwickelten Transporter-Generation gibt der Hannoveraner Spezialist für leichte Nutzfahrzeuge nun weitere Details bekannt. So soll die Innovation, wie der „Bulli“ Multivan und die batterieelektrische Variante ID.Buzz auch, zum Beispiel schon serienmäßig über eine digitale Cockpit-Landschaft verfügen. Weiteres Highlight: mehr Laderaum.

Bereits Ende vergangenen Jahres hat VWN seinem Kleintransporter Crafter nach dem Vorbild des ID.Buzz ein digitales Cockpit verpasst. Rund einen Monat später Mitte Dezember 2023 folgte die Ankündigung des T6.1-Nachfolgers, der "mit dem ID.Buzz und dem Multivan das innovativste Bulli-Spektrum aller Zeiten" bilden sollte. Nun folgen weitere Einzelheiten zur Ausstattung der neuen T-Reihe: so wird die Neuauflage neben mehr räumlichen Kapazitäten ebenfalls ein modernisiertes Bedienungs- und Infotainmentsystem erhalten.

Cockpit

Die neuen serienmäßig verbauten Steuerelemente sollen laut Angaben vor allem die Sicht des Fahrers optimal unterstützen mit frei konfigurierbaren 12-Zoll-Instrumenten und einem 13-Zoll-Touchscreen mit 33 Zentimetern Durchmesser. Das Infotainmentsystem erlaubt unter anderem einen Empfang von DAB+ und die Vernetzung mit Apple Car Play sowie Android Auto. Ebenfalls zur Grundausstattung gehört ein Multifunktionslenkrad mit Tasten „die selbst mit Handschuhen leicht bedienbar sind“. Außerdem wurde der überarbeiteten Version – auch übernommen aus Multivan und ID.Buzz –  eine elektronische Parkbremse mit Auto-Hold-Funktion beigegeben. Die Bedienung dieser Komponente ist mit der Schalttafel kombiniert, sodass der Fußraum geräumiger ausfallen kann und je nach Ausstattung dann auch der Durchstieg nach hinten leichter fällt.

Für das Fahrerlebnis hat der Hersteller an der „übersichtlichen wie selbsterklärenden Menüstruktur sämtlicher Anzeigen und Bedienfelder“ festgehalten, wie sie schon der Vorgänger T6.1 sowie der Multivan und ID.Buzz kennzeichnen. So sind zum Beispiel die Lichtfunktionen links neben dem Lenkrad angeordnet, rechts davon die Tastenleiste für wichtige Fahrfunktionen oder die Audiolautstärke. Darüber liegt der Touchscreen des Infotainmentsystems, der an der unteren Seite eine permanente Displayleiste mit den wichtigsten Klimafunktionen und Sitzheizungseinstellung enthält.

Der große Homescreen mit frei belegbaren Kacheln liegt in der Mitte; darüber sitzt eine permanente Leiste mit Standardinformationen wie Außentemperatur oder Smartphone-Ladestand. Auch der Homebutton ist dort zu finden, der mit einem Click das Hauptmenü aufruft. Optional lässt sich das Infotainment um ein Navigationssystem des serienmäßigen Vokswagen Onlinedienstes („VW Connect“ und „VW Connect Plus“) und ein Harman Kardon Soundsystem erweitern.

Energie

Das Smartphone findet in einer Ablageschale der Mittelkonsole Platz, die optional über eine induktive Ladefunktion verfügt. Hier können mit bis zu sieben USB-C-, USB-A- und 12-Volt-Schnittstellen weitere Geräte aufgeladen werden. Für große elektrische Geräte ist optional ein 230-V-Powerhub (400 W) samt Konverter verfügbar. Weitere elektrische oder elektrifizierte Varianten werden über einen Wechselrichter mit einer Leistung von 2,3 kW versorgt.

Innenraum-Konzept

Leitziel für die Gestaltung des Innenraums seien zunächst die typischen Volkswagen Designs gewesen, heißt es. Und so weist auch die neue Generation die schon vertrauten Merkmale hohe Sitzposition, breite Türbrüstung oder einen hoch positionierten Wählhebel auf. Weitere Richtlinien des „bis ins kleinste Detail“ neu konzipierten Transporters bildeten aber auch die Gesichtspunkte „Geräumigkeit und Funktionalität“.

Sitze

In der Serienausstattung verfügt der neue Transporter als Kastenwagen über zwei Einzelsitze vorne. Optional sind vorne auch drei Sitze möglich: Fahrersitz plus Zweierbank. Die zweite Sitzreihe kann mit bis zu drei „leicht entnehmbaren“ Einzelsitzen und – erst später erhältlich – einer Dreier-Sitzbank in der dritten Sitzreihe ausgestattet werden.

Als einziges Nutzfahrzeug dieser Klasse, so stellt der Anbieter heraus, wird das Fahrzeug außerdem für den Pritschenwagen auch mit einer Doppelkabine verfügbar sein. Dann besteht die Konfiguration aus sechs Sitzplätzen: Fahrersitz plus Zweierbank in der ersten Sitzreihe und Dreierbank in der zweiten. Als Bezüge stehen robuste Stoff-Dessins und zwei Kunstledervarianten zur Wahl.

Länger, breiter, fast sechs Kubikmeter

Gegenüber der Vorgängerversion ist der neue Transporter mit 5.050 mm um 146 mm länger. Vergrößert wurde auch der Radstand um 97 auf 3.100 mm. Der Radstand lässt sich optional um 400 mm verlängern lässt und ergibt dann eine Gesamtlänge von 5.450 mm.

Die Außenbreite (ohne Rückspiegel) wurde ebenfalls vergrößert um 128 mm und beträgt somit 2.032 mm. Die Breite zwischen den Radkästen hat man gleichfalls um 148 mm auf 1.392 mm erweitert: damit lassen sich bequem Europaletten unterbringen.

Die Laderaumlänge bei Normalradstand weist immerhin noch einen Zuwachs von 61 mm auf und kommt auf 2.602 mm, mit verlängertem Radstand auf 3.002 mm. Die zweidimensionale Erweiterung vergrößert somit auch das Ladevolumen (bei Normalradstand) „praktisch um zwei Umzugskartons“ und kommt auf 5,8 Kubikmeter. Über den größten Laderaum des neuen Transporters wird mit bis zu 9,0 Kubikmetern die Ausführung mit langem Radstand verfügen. Individuell einteilen lässt sich die Ladefläche durch verschiedene Trennwände.

Zuladung

Mit einer Höhe von unter 2,0 Metern (Normaldach) kommt der Transporter in alle gängigen Parkhäuser und kann mit einem 11,8 Meter-Wendekreis auch enge Kurven gut bewältigen. An maximaler Zuladung sind bis zu 1,33 Tonnen erlaubt. Noch mehr lässt sich mit einem bis zu 2,8 Tonnen schweren Anhänger befördern.

Der neue Transporter wird laut Hersteller Anfang 2025 am deutschen Markt verfügbar sein und dann auch über eine gegenüber dem T6.1. deutliche erweiterte Serienausstattung verfügen. Als Antrieb für den Kastenwagen dient ein Turbodieselmotor (TDI) mit 81 kW (110 PS). Zur Wahl steht dann auch ein Pritschenwagen mit Doppelkabine. Als weitere Antriebe neben dem Turbodiesel wird ein Plug-in-Hybrid sowie eine elektrische Variante zur Verfügung stehen. Der Vorverkauf hat bereits begonnen und verläuft laut VWN „vielversprechend“.

Parallel zur Digitalisierung der bestehenden Fahrzeuge scheint VWN sich verstärkt nicht nur auf elektromobile, sondern auch autonome Mobilitätslösungen konzentrieren zu wollen. Der Multivan 6.1 zum Beispiel soll als klassischer Verbrenner nur noch bis Mitte 2024 produziert werden und das Werk in Hannover Stöcken der künftigen Produktion zunehmend batterieelektrischer Vans dienen, wie VWN zum Werksumbau im letzten Sommer berichtete. Neben der Entwicklung batterieelektrischer Fahrzeuge wie der Bulli-Variante ID.Buzz und dem Kleintransporter e-Crafter investiert das Unternehmen beispielsweise in vom Bund geförderte Entwicklungen auf dem Gebiet autonomen (Transport-) Verkehrs.

So wurde Ende Oktober letzten Jahres im Zusammenhang mit der Vorstellung eines Projekts zur Etablierung selbstfahrender On-Demand-Fahrzeuge in der Stadt Hamburg vom VWN-Plan berichtet, den ID.Buzz zum „ersten autonomen Serienfahrzeug“ des VW-Konzerns zu entwickeln. Konkreteres wurde vor einigen Wochen bekannt: so treibt VWN nun gemeinsam mit dem Spezialisten für autonome Fahrsysteme Mobileye und dem VWN-eigenen Ride-Pooling-Unternehmen Moia die Umsetzung eines selbstgesteuerten ID.Buzz-Transporters des „Level 4“ voran, der ab 2026 „im kommerziellen Bereich“ Mobilitäts- und Transportdienste in Europa und den USA übernehmen soll.

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