Verkehrssicherheit: Luis Technology entwickelt KI-gestützte 360-Grad Überwachung

Das Hamburger Technologieunternehmen hat eigenen Angaben zufolge mit der Kombination von 360-Grad-View-Technologie und Künstlicher Intelligenz (KI) ein System entwickelt, das in Echtzeit Personen erkennen und damit in Gefahrensituationen warnen kann.

Das neue System von Luis Technology erkennt rund um das Fahrzeug bewegte Objekte und gibt Warnhinweise. | Bild: Luis Technology.
Das neue System von Luis Technology erkennt rund um das Fahrzeug bewegte Objekte und gibt Warnhinweise. | Bild: Luis Technology.
Claudia Leistritz

Wie das Unternehmen berichtet, könne die neue KI-gestützte Rundum-Kameraüberwachung dort eingesetzt werden, wo „klassische Radarsysteme“ nicht anwendbar seien; sie könne die Umgebung kontrollieren und neue Sicherheitsstandards setzen, wo Menschen und mobile Maschinen auf engerem Raum zusammenkommen.

Schon zuvor hatte das 1999 gegründete Unternehmen Luis Technology, das Kamera-Monitor- und Fahrassistenzsysteme für Nutzfahrzeuge und mobile Arbeitsmaschinen entwickelt, 360-Grad-Systeme herausgebracht; die neue Entwicklung allerdings gehe hier durch die Integration von Künstlicher Intelligenz einen Schritt weiter. Die Anwendung besteht aus vier Kameras, die zusammen entweder einen 2D-Top View oder einen 3D- Surround-View bieten. In der neuen Entwicklungsstufe kommt nun für alle vier Kameras eine KI-basierte Algorithmik für die Objekterkennung zum Einsatz, so der Bericht.

Trainierte neuronale Netze erfassen die Umgebung in Echtzeit

Damit könnten im Ergebnis um das Fahrzeug herum Personen praktisch „nahtlos“ erkannt werden, berichtet das Unternehmen. Dabei sei die Zeitverzögerung, die Latenz, erstmals für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar und ermögliche auf dieser Grundlage Warnhinweise in Echtzeit. Die KI-Funktion besteht demmach aus der Software und den „trainierten neuronalen Netzen“ von Luis. Besonders gefährdete Bereiche um das Fahrzeug ließen sich damit als besondere Zone für „eskalierende“ Warnmeldungen markieren.

3D für verbesserte Arbeitssicherheit

Die neue Anwendung eigne sich in Gefahrenzonen, in denen nicht vor statischen Objekten gewarnt werden soll sondern vor Personen, heißt es weiter. Als Beispiel nennt Luis Flurförderzeuge, für die sich aufgrund der engen Arbeitsverhältnisse ein Radarsystem mit Daueralarm nicht eigne, sondern eine „zielgenaue optische oder akustische Warnung“ vor Bewegung in einem zuvor bestimmten Radius. Ein anderes Anwendungsgebiet stellten Baufahrzeuge dar, die auf engem Raum mit Personen arbeiten: Die dort entstehenden toten Winkel ließen sich mit der neuen Technik eliminieren.

Maschine auf das Erkennen von definierten Menschen und Objekten trainieren

Je nach Fahrmanöver könne die Ansicht für den Fahrer frei eingestellt werden, wie zum Beispiel auf den rechten Bereich, wenn sich ein Bagger mit der Schaufel dorthin bewege. Als KI-gestütztes System könne die Anwendung mit dem Luis Hochleistungsrechner und Deep Learning außerdem auf eine spezifische Arbeits- und Gefahrensituation hin „angelernt“ werden und zum Beispiel dann Menschen mit Uniformen oder Helmen, aber auch andere bewegte Objekte identifizieren.

Die Kameras sollen dem Unternehmen zufolge besonders robust konstruiert und mit Kamerasensoren ausgestattet sein, die mit einer Lichtempfindlichkeit von mehr als 0,1 Lux auch ungünstige Situationen zuverlässig erfassen können. Das mache sie geeignet für zahlreiche Arbeits- und Gefahrensituationen.

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