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Totwinkelassistent optimiert: Brigade erweitert sein Backeye-Kamerasystem um KI-Funktionen

Mit dem vor Jahren eingeführten Abbiegeassistenzsystem Backeye 360 können Lkw-Fahrer alle Seiten ihres Fahrzeugs überblicken. Nun hat der Anbieter seine Lösung um eine intelligente Erkennung ergänzt, die bei Gefahrensituationen warnen kann.

Die vier Kameras werden jeweils an einer Seite des Fahrzeugs im oberen Bereich montiert. | Bild: Brigade Electronics.
Die vier Kameras werden jeweils an einer Seite des Fahrzeugs im oberen Bereich montiert. | Bild: Brigade Electronics.
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Claudia Leistritz

Die erste Version des Kamerasystems Backeye 360 zur Eliminierung des Toten Winkels, also nicht einsehbarer Bereiche um das Fahrzeug herum, war bei der Markteinführung 2013 einzigartig und so überzeugend, dass sie eine Auszeichnung erhielt. 2018 stellte der Anbieter das System auf der IAA Nutzfahrzeuge vor. Lkw-Fahrer können mit der Lösung ihr Fahrzeug anhand von vier an allen Seiten angebrachten Kameras überblicken. Deren Aufnahmen, zusammengeführt in einem Monitor im Fahrerhaus, stellen in Echtzeit die Situation in einem einzigen Abbild dar.

Damit erhalten die Fahrer Einblick in die vor allem bei Schwerlastfahrzeugen gefährlichen Totwinkel-Bereiche, die zu den häufigsten Unfallursachen zählen. Nun hat der britische Spezialist für Kamera- und Erkennungssysteme Brigade Electronics eines seiner meistverkauften Produkte um Funktionen der Künstlichen Intelligenz erweitert. Damit erhalten die Nutzer unter anderem eine aktive Unterstützung mit akustischen Warnsignalen.

Bei dem „modernste künstliche Intelligenz“ hinzufügenden Upgrade handelt es sich nicht mehr nur um „passive“ Kamerabilder, die der Fahrer nach ihrem Gefahrenpotential selbst einschätzen muss; sondern das System ist nun selbst in der Lage, Personen im Totwinkel-Bereich des Lkw zu erkennen, eine Bewertung der Sicherheitslage vorzunehmen und diese dem Fahrer gegebenenfalls mit Warnhinweis zu vermitteln.

Seit Jahren bewährtes System

Die schon vor über zehn Jahren als intelligentes Kamerasystem zur besseren Manövrierbarkeit bei niedrigen Geschwindigkeiten eingeführte Lösung „Backeye 360“ soll dem Fahrer in Echtzeit eine „vollständige 360-Grad-Ansicht seines Fahrzeugs in einem einzigen Bild“ bieten. Die Bilder der vier im oberen Bereich des Fahrzeugs seitlich, vorne und hinten angebrachten Kameras, die jeweils über einen Blickwinkel von mehr als 180 Grad (Ultraweitwinkel) verfügen, werden hierzu von einer elektronischen Steuereinheit (ECU) kombiniert und verarbeitet, so dass ein einziges verzerrungsfreies Abbild auf dem Monitor im Fahrerhaus entsteht.

Die Fahrer müssen sich also nicht mehr umständlich und zeitraubend über mehrere Spiegel und gegebenenfalls Einzelkameras einen Überblick über die Verkehrslage verschaffen, sondern erhalten mit einem Blick eine Gesamtübersicht: „Das Ergebnis ist eine ‚Vogelperspektive‘ des Fahrzeugs und der Umgebung“, beschreibt es der Anbieter. Der prompte Überblick kann in Gefahrensituationen ausschlaggebend sein: Studien hätten gezeigt, dass ein Fahrzeug in der Zeit, die zum Blicken in vier Rückspiegel, zum Erkennen der Gefahr und zum Reagieren benötigt wird, bereits bei niedriger Geschwindigkeit wie 5 km/h bis zu 10 Meter zurücklegen kann, schreibt Brigade.

Mit KI schneller und komfortabler

Das Backeye 360-System an sich kann in dieser Version schon deutlich zur Verkehrssicherheit beitragen und gehört laut Anbieter zu einer der sichersten Lösungen auf dem Markt, erst recht mit der nun um KI-Technologie ergänzten Erweiterung auf „Backeye 360 KI“, sagt John Osmant, Geschäftsführer der Brigade Elektronik GmbH in Deutschland:

„Unsere innovativen Systeme beugen aktiv Zwischenfällen vor und bieten gleichzeitig Unterstützung in kritischen Situationen. KI 360 von Brigade lässt sich mühelos in die bestehende Infrastruktur eines Fahrzeugs integrieren und ist mit unserer gesamten Palette an KI-gesteuerten Geräten kompatibel.“

Mit der KI-Erweiterung wurden unter anderem die Monitor-Ansichten optimiert. Zudem beschleunigt das System nun einige Arbeits- und Reaktionsprozesse und beteiligt sich aktiver am Geschehen. So ist die Anwendung nun selbst in der Lage, gefährdete Verkehrsteilnehmer zu identifizieren und gibt bei Gefahreneinschätzung je nach Einwirkungsart akustische und visuelle Warnsignale aus. Die ausgegebenen Alarme werden hierbei differenziert in richtungsbezogene (Links, Rechts, Rückwärts) sowie Geschwindigkeits-Signale. Am Monitor sind nun mehrere Ansichtsoptionen verfügbar, auch eine 3D-Ansicht in höherer Qualität. Zudem bekommt der Fahrer nun je nach Manöver, zum Beispiel beim Rückwärtsfahren, das jeweils relevante Bild angezeigt.

Weitere Vorteile bestehen darin, dass das Handling durch die automatische Kalibrierung beim Einrichten und Installieren erleichtert wird und das System über eine breite Kompatibilität mit anderen Anwendungen verfügt. Beispielsweise lassen sich HD-Monitore und MDR-Recorder von Brigade nahtlos integrieren, was eine Anpassung an eine Vielzahl von Fahrzeugen und Anwendungen erlaubt.

Die KI-Version des Systems Backeye 360 soll bei Fachleuten der Branche auf breite Zustimmung gestoßen sein, ebenso hätten Kunden bei europäischen Tests der Innovation großes Interesse entgegengebracht, heißt es. Der Anbieter meint:

„Brigade setzt mit seinem zukunftsweisenden Sicherheitskonzept weiterhin Industriestandards, wobei der Backeye 360 KI eine bedeutende Innovation auf den europäischen Märkten darstellt.“

Sowohl bei der Basisversion sowie derjenigen mit KI-Upgrade lassen sich die Monitoransichten entsprechend der Arbeitsumgebung des Fahrzeugs anpassen.

Brigade setzt zunehmend auf KI

Der Anbieter hat in letzter Zeit bereits andere Lösungen zur Verhinderung von Kollisionsgefahr bei Lkw herausgebracht, die mit Künstlicher Intelligenz arbeiten. So zum Beispiel den nicht auf Kamera- sondern auf Radartechnologie gestützten Abbiege-Assistenten „Radar Predict“, der mit am Fahrzeug montierten Radar-Erfassungskomponenten auch eine angekuppelte Anhängereinheit „überblicken“ kann und die Situation als Piktogramm in Vogelperspektive auf dem im Fahrerhaus positionierten, smartphonegroßen Anzeigegerät abbildet. Und bereits im letzten Jahr kam eine weitere KI-gestützte Lösung gegen Tote Winkel heraus, die eine Front- mit einer Heckkamera kombiniert und ebenfalls einen Algorithmus enthält, der Menschen erkennen kann.

Brigade Electronics zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Fahrzeugsicherheitssystemen und –lösungen für Nutzfahrzeuge und Maschinen, darunter Kamera-, Aufzeichnungs-, Warn- und Radar-Erkennungssysteme. Das 1976 gegründete Unternehmen brachte in Europa den ersten Rückfahrwarner heraus. Der Hauptsitz befindet sich in Kent östlich von London.

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