Sicherheitstest für Autopiloten

Digitale Fahrzeugsysteme sollten wie analoge oder elektronische Komponenten bei der Hauptuntersuchung geprüft werden. So lautet der Tenor im Vorfeld des "Sachverständigentag 2019" von TÜV-Verband und Dekra.

Mit dem HU-Adapter auf dem richtigen Weg - künftig könnte es notwendig sein, im Rahmen der Hauptuntersuchung auch die Softwarecodes zu prüfen. (Bild: TÜV Süd)
Mit dem HU-Adapter auf dem richtigen Weg - künftig könnte es notwendig sein, im Rahmen der Hauptuntersuchung auch die Softwarecodes zu prüfen. (Bild: TÜV Süd)
Martin Schachtner

Beim „Sachverständigentag 2019“ von TÜV-Verband und DEKRA diskutieren am 18. und 19. Februar in Berlin rund 500 Verkehrsexperten, Prüfingenieure, IT-Experten und Politikvertreter über die Herausforderungen der mobilen Gesellschaft. Ein zentrales Thema sind laut einer Ankündigung technische, organisatorische und politische Voraussetzungen für die praktische Umsetzung der digitalen Hauptuntersuchung sowie der digitalen Typgenehmigung.

Wir brauchen ein Sicherheitskonzept für die digitalen Funktionen von modernen Fahrzeugen“, sagte Dr. Michael Fübi, Präsident des TÜV-Verbands (VdTÜV). „Digitale Fahrzeugsysteme sollten wie analoge oder elektronische Komponenten bei der Hauptuntersuchung sowie bei der Zulassung neuer Modelle auf ihre Sicherheit und Funktionsfähigkeit geprüft werden.“ Das sieht auch eine breite Mehrheit in der Bevölkerung so: Zwei von drei Bundesbürgern (67 Prozent) sind der Meinung, dass automatisierte Funktionen in Fahrzeugen Bestandteil der Hauptuntersuchung sein sollten. Das hat eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands unter 1.002 Personen ab 18 Jahren ergeben.

Ein erster Schritt in die digitale Prüfung wurde 2012 mit der Einführung des HU-Adapters unternommen. Das System werde ständig an den neusten Stand der Technik angepasst, heißt es von Seiten der beteiligten Fahrzeugsystemdaten GmbH. Bisher sind digitale Sicherheitsprüfungen aber nicht möglich, weil die gesetzlichen Voraussetzungen fehlen, wie aus einer Mitteilung des VdTÜV hervorgeht. „Die Prüforganisationen müssen Zugang zu sicherheitskritischen Daten und der Software der Fahrzeuge bekommen. Nur so können sie Risiken nachvollziehbar bewerten“, betonte Fübi. Dafür sei ein erweiterter gesetzlicher Prüfauftrag dringend erforderlich.

HU muss mit Technik Schritt halten

„Automatisierte Fahrfunktionen und andere sicherheitsrelevante elektronische Systeme haben großes Potenzial für die Verkehrssicherheit. Sie können ihren Nutzen aber nur entfalten, wenn sie über die gesamte Nutzungsdauer des Fahrzeugs hinweg zuverlässig funktionieren“, so Dekra Vorstandsmitglied Clemens Klinke. „Um das sicherzustellen, ist es unerlässlich, dass sie im Rahmen der Hauptuntersuchung geprüft werden. Die Hauptuntersuchung muss dazu ständig weiterentwickelt werden, damit sie der Fahrzeugtechnik angemessen ist.“ Schon im Rahmen der Typzulassung neuer Fahrzeugmodelle, so Klinke, müsse die spätere periodische Fahrzeugüberwachung mit einbezogen werden, so dass die entsprechenden Prüfmöglichkeiten gegeben sind.

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