NRW setzt auf Allison-Vollautomatik für Löschfahrzeuge

Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hat für den Katastrophenschutz einen Auftrag für Löschgruppenfahrzeuge auf MAN TGM-Basis mit Vollautomatikgetriebe des US-amerikanischen Getriebeherstellers Allison Transmission erteilt.

Anstelle eines automatisierten Schaltgetriebes (AMT) entschied sich das IdF NRW in Münster für die Allison 3000 Vollautomatikgetriebe-Baureihe. Ausschlaggebend dafür waren die Leistungsvorteile des Drehmomentwandlers gegenüber einer Trockenkupplung. Foto: Allison Transmission.
Anstelle eines automatisierten Schaltgetriebes (AMT) entschied sich das IdF NRW in Münster für die Allison 3000 Vollautomatikgetriebe-Baureihe. Ausschlaggebend dafür waren die Leistungsvorteile des Drehmomentwandlers gegenüber einer Trockenkupplung. Foto: Allison Transmission.
Claudia Leistritz

Die Entscheidung des Instituts der Feuerwehr (IdF NRW) in Münster für diese Ausführung sei nach einer transparenten Ausschreibung erfolgt und bezieht sich auf eine Bestellung von insgesamt 109 identischen Löschfahrzeugen des Typs Magirus LF20-KatS auf einem Gestell von MAN TGM 18.340 BB 4x4 in Euro-6-Ausführung. Wie Allison berichtet, handelt es sich hiermit um das bisher größte Beschaffungsprojekt für Feuerwehrfahrzeuge des Landes NRW. Die größte Feuerwehrausbildungseinrichtung Deutschlands sei vom Höchstmaß an Sicherheit, Komfort und Wirtschaftlichkeit in der Konfiguration dieses Modells mit dem Vollautomatikgetriebe der Serie 3000 von Allison überzeugt gewesen.

38 solcher Einsatzfahrzeuge sind bereits vor Ort im Einsatz, bis zum Herbst sollen 30 weitere folgen. Die durch die Corona-Pandemie leicht verzögerte Auslieferung für den Einsatz bei den örtlichen Feuerwehren der Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen soll nun bis Ende des Jahres 2022 abgeschlossen sein.

Hohe Zuverlässigkeit mit Komfort

Wegen der besseren Beschleunigung und Geländegängigkeit, aber auch des geringen Verschleißes habe man sich nicht für ein automatisiertes Schaltgetriebe (AMT), sondern für ein Vollautomatikgetriebe mit Drehmomentwandler und kontinuierlicher Kraftübertragung auf die Räder entschieden. Zudem sei diese Konfiguration auch besonders komfortabel und sicherer für die auf neun Personen ausgelegte Besatzung, sagt Oberbrandrat Sebastian Datema, stellvertretender Leiter des Dezernats für Technik und Technischer Service vom Institut der Feuerwehr NRW: „Je ruhiger und sicherer die Fahrt ist, desto mehr Vertrauen hat die Besatzung in das Fahrzeug.“ Man erhalte äußerst positive Reaktionen über den Allison-Antrieb:

„Die intelligente Getriebelogik denkt mit und unterstützt den Fahrer sowohl auf der Straße als auch im Gelände.“

Für unterschiedlichste Einsätze bestimmt

Als Motor für das Löschfahrzeug dient ein 6-Zylinder-Dieselmotor in Euro-6-Abgaseinstufung mit einer Leistung von 251 kW (340 PS) und einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Eine optimale Geländegängigkeit stellt der Allradantrieb sicher, zudem ist das Gefährt dem Hersteller zufolge für verschiedenste Gefahrensituationen ausgelegt wie beispielsweise Wasserdurchfahrten von 90 cm Höhe oder Schrägfahrten bis zu 32 Grad: Eigenschaften, die sich auch im normalen Betrieb bei Kurvenfahrten positiv bemerkbar machten. Damit würde auch der Normwert für den Kippschutz deutlich übertroffen. Auch sei die übrige Ausstattung von überdurchschnittlicher Qualität und orientiere sich zudem an den in NRW üblichen Einsatzszenarien, so der Bericht.

Die Löschfahrzeuge sind, neben dem örtlichen Brandschutz in den Kommunen, unter anderem auch für biologische oder chemische Gefahrensituationen vorgesehen, für Waldbrände, bei Hochwasser, bei Sanitätseinsätzen oder der Personenbetreuung. Vor allem unwetterbedingte Groß- und Katastropheneinsätze habe es in den vergangenen Jahren vermehrt gegeben, die ein derart leistungsstarkes Fahrzeug erfordert hätten, so Regierungsbranddirektor Matthias Kalthöner, Leiter des Dezernats Technik und Technischer Service beim IdF NRW. Die Akzeptanz der Fahrzeuge bei den Feuerwehren sei entsprechend hoch.

Eben für die hohen Anforderungen bei Feuerwehreinsätzen sei das 3000er Vollautomatikgetriebe von Allison Transmission entwickelt worden:

„Für solche Fahrzeuge empfehlen wir Vollautomatikgetriebe – unter anderem weil ein großer Teil der Einsatzkräfte ehrenamtliche Feuerwehrleute sind. Die einfache Manövrierbarkeit der Fahrzeuge erleichtert die Arbeit der Fahrer enorm. Sie müssen nicht schalten, können sich voll auf den Einsatz und den Straßenverkehr konzentrieren und kommen zügig voran“,

sagt Stephan Marker, Market Development Manager bei Allison. Durch den patentierten Drehmomentwandler wird beim Anfahren und Beschleunigen das Motordrehmoment um ein Vielfaches verstärkt, zudem entfällt die beim Gangwechsel einer Trockenkupplung folgende Zugkraftunterbrechung, so dass die Kraft nahtlos auf die Antriebsräder übertragen werden kann.

Den Wunsch der Feuerwehren nach auch unter schwierigsten Bedingungen leistungsstarken und zuverlässigen Antriebskomponenten habe MAN somit durch die Serienfreigabe der Allison Getriebe erfüllt, meint Harad Rosenauer, Account Manager für MAN bei Allison Transmission. In der Kombination mit dem Wandler-Lastschaltgetriebe von Allison könnten die MAN-Motoren ihre Drehmomentstärke in optimale Zugkraft und Beschleunigung umsetzen.

Die Vollautomatikgetriebe des eigenen Angaben zufolge größten Herstellers von Vollautomatikgetrieben für mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge überhaupt kommen weltweit bereits in zahlreichen Feuerwehrflotten zum Einsatz.

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