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Mahle Aftermarket meldet neuen Umsatzrekord und erweitert E-Portfolio

Das Ersatzteilgeschäft des Zulieferers floriert. Im Zuge der neuen Unternehmensstrategie erweitert das baden-württembergische Unternehmen das Angebot für die Wartung an E-Fahrzeugen, aktuell zum Beispiel mit einer Produktlinie für die Batteriediagnose.

Mit den BatteryPRO Diagnose-und Servicelösungen ermöglicht Mahle Aftermarket freien Werkstätten, Batteriediagnosen an E-Fahrzeugen vorzunehmen. | Bild: Mahle GmbH:
Mit den BatteryPRO Diagnose-und Servicelösungen ermöglicht Mahle Aftermarket freien Werkstätten, Batteriediagnosen an E-Fahrzeugen vorzunehmen. | Bild: Mahle GmbH:
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Claudia Leistritz

Mahle Aftermarket, die von den insgesamt fünf Unternehmensbereichen mit dem Ersatzteilgeschäft befasste Sparte des Stuttgarter Zulieferkonzerns, vermeldet einen neuen Rekordumsatz von knapp 1,3 Milliarden Euro für das Jahr 2023. Nun will sich das Unternehmen gemäß seiner neuen Strategie vermehrt auf Produkte rund um die aktuellen Trendthemen Elektrifizierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit fokussieren. Als ein Wachstumsmotor in diesen Handlungsfeldern gilt das Produkt- und Serviceangebot für die Wartung von E-Fahrzeugen, das künftig forciert ausgebaut werden soll. Aktuell zum Beispiel mit der neuen Produktlinie BatteryPRO für Wartung und Diagnose.

„Mahle Aftermarket ist bereit für die E-Mobilität“, verlautet der Konzern, dessen Strategie „Mahle 2030+“ sich unter anderem auch ausdrücklich zur E-Mobilität bekennt. In diesem Rahmen will der Stuttgarter Mobilitätsspezialist sich nun laut Pressemeldung vermehrt auf die drei genannten Zukunftsthemen als wichtigste Aktionsfelder konzentrieren. Ein Teil davon ist die kontinuierliche Ergänzung des Portfolios zur Wartung und Diagnose elektrifizierter Fahrzeuge. So wurde nun speziell für diesen Bereich die Produktlinie „BatteryPRO“ geschaffen, die alle damit zusammenhängenden Angebote von Mahle Aftermarket bündeln soll.

Für jeden Antrieb eine nachhaltige Lösung

„Die Zukunft gehört klar der E-Mobilität – auf der Straße und in der Werkstatt“, meinte Philipp Grosse Kleimann, Mitglied der Mahle Konzernleitung und Leiter des Geschäftsbereichs Aftermarket im Rahmen eines Presseworkshops letzte Woche in Stuttgart. Dennoch werde der Verbrennungsmotor „in vielen Teilen der Welt“ noch längere Zeit maßgeblich die Mobilität mitgestalten – und das auch mit nachhaltiger Wirkung für den Klimaschutz, wenn er mit erneuerbaren Kraftstoffen betrieben werde. Hier wolle man für Kunden jedes Antriebs der geeignete Ansprechpartner bleiben:

„Für jede Art von Antrieb werden wir ein verlässlicher und starker Full-Service-Anbieter für unsere Kunden weltweit sein.“

Batterie-Service immer wichtiger

Doch vor allem dem Produktangebot für die noch recht neue E-Mobilität will man sich zukünftig verstärkt widmen. Und dem Umstand, dass Batterien die für E-Fahrzeuge wichtigste Komponente darstellen, will man mit der neuen Produktlinie Rechnung tragen, die sämtliche nötigen Wartungsmaßnahmen rund um das Thema Energiespeicher abdecken soll. So bietet Mahle Aftermarket den Werkstätten bereits jetzt mit dem BatteryPRO-Konzept und ihren fünf Produktgruppen E-Safety, E-Scan, E-Health, E-Care und E-Charge in eigenen Worten ein „Komplettangebot an E-Fahrzeug-Lösungen“. Georges Mourad, Director Global Service Solutions bei Mahle Aftermarket sagt:

„Batterieservice wird immer wichtiger. Die neu entwickelten Produkte von BatteryPRO sind der Beginn einer neuen Generation von Diagnose- und Servicelösungen für Elektrofahrzeuge, die den gesamten Lebenszyklus von der Diagnose bis zur Wartung abdecken“.

Dabei geht es nicht nur um die Hochvolt-Antriebsbatterie, sondern sämtliche für den Betrieb von E-Fahrzeugen nötigen Stromspeicher: Niedervolt-Batterien für das Bordnetz werden bekanntlich nicht nur in Fahrzeugen mit herkömmlichem Antrieb, sondern auch zur Versorgung der Verbraucher in E-Fahrzeugen benötigt. Die von Mahle entwickelten Lösungen nun übernehmen praktisch den gesamten Kontroll- und Wartungsservice am E-Fahrzeug: „sie überwachen die Sicherheit der Hochspannungs- und 12-Volt-Batterien, lesen Fehlercodes aus, unterstützen beim Entleeren und Wiederbefüllen des Batteriekühlkreislaufs und ermitteln mögliche Leckagen“, heißt es. Darüberhinaus legt der Hersteller Wert auf eine einfache und effektive Bedienung der Geräte.

Wichtige Frage: wie leistungsfähig ist die Batterie gebrauchter E-Autos?

Der jüngste Neuzugang im Portfolio ist E-Health-Care: damit lässt sich der „Gesundheitszustand“ und die aktuelle Leistungsfähigkeit der HV-Batterie, der wichtigsten und teuersten Komponente eines E-Fahrzeugs, ermitteln – eine Funktion, die bei der Beurteilung des Fahrzeugwerts im Rahmen eines Verkaufs von gebrauchten E-Fahrzeugen wichtige Dienste leisten kann. Bereits vor zwei Jahren führte Mahle Aftermarket ein Batteriediagnosegerät für E-Lkw ein. Auch über das Batteriediagnosegerät für Werkstätten „E-Health-Charge“, das nicht nur den Batteriezustand erfasst sondern auch über eine Ladefunktion verfügt, hat die PROFI Werkstatt zur Markteinführung vor rund zwei Monaten berichtet. Mourad sagt zu der Entwicklung:

„Wie leistungsfähig die Batterie eines gebrauchten E-Fahrzeugs noch ist, können Käufer beispielsweise bei einer Probefahrt schnell und unkompliziert in einer Werkstatt mit unsere E-Health Charge Lösung bestimmen lassen und müssen so nicht die ‚Katze im Sack‘ kaufen“.

Technologieoffenheit unabdingbar

Mahle hat sich erst zuletzt in seinem Geschäftsbericht 2023, veröffentlicht am 10. April 2024, deutlich für Maßnahmen ausgesprochen, die die Wettbewerbsfähigkeit in Europa stärkten, anstatt durch zahlreiche Unklarheiten in Bezug auf akzeptierte Mobilitätstechnologien, als nachhaltig eingestufte Kraftstoffe sowie abgeschaffte Förderungen beispielsweise für E-Fahrzeuge Verbraucher und Industrie zu verunsichern. So plädierte Prof. Dr. Heinz K. Junker als Aufsichtsratsvorsitzender des Mahle Konzerns dafür, „für das übergeordnete Ziel der Einhaltung der Weltklimaziele“ technologieoffen auf den Bedarf der Weltmärkte zu reagieren. Ähnlich äußerte sich kürzlich auch Zulieferkonzern ZF aus Friedrichshafen auf seinem Global Technology Day 2024. Es gelte, so Prof. Junker, die unterschiedlichen Bedingungen der globalen Regionen zu berücksichtigen:

„Mit einem realistischen Blick auf die hoch differenzierten Märkte und Fahrzeugklassen muss klar sein, dass wir diese Ziele nur erreichen können, wenn wir Technologieoffenheit zulassen. Es wird nicht ausreichen, uns auf eine Technologie zu beschränken. Deshalb treibt Mahle alle nachhaltigen Antriebslösungen voran und setzt sich für die breite Nutzung nicht-fossiler nachhaltiger Kraftstoffe wie Wasserstoff oder e-Fuels ein.“

Die drei Felder der Konzernstrategie „Mahle 2030+“, entlang derer sich das Unternehmen im Jahr 2023 intern wie extern neu positioniert hat, beschreibt der Geschäftsbericht 2023 folgendermaßen: Elektrifizierung, Thermomanagement und „Komponenten für hocheffiziente und nachhaltig betriebene Verbrennungsmotoren“. Das Konzept scheint Zuspruch zu finden. Prof. Junker: „Das positive Feedback unserer Kunden macht deutlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Der baden-württembergische Mahle Konzern mit Sitz in Stuttgart teilt sich auf in die fünf Geschäftsbereiche Motorsysteme und –komponenten, Filtration und Motorperipherie, Thermomanagement, Elektronik und Mechatronik sowie Aftermarket. Gegründet 1920, betätigt sich der Technologiekonzern als einer der weltweit führenden Entwicklungspartner und Zulieferer der Automobilindustrie für den Pkw- wie den Nutzfahrzeugsektor. Der Gesamtumsatz des Unternehmens, das weltweit rund 72.370 Mitarbeiter beschäftigt und 148 Produktionsstandorte sowie 11 Technologiezentren betreibt, belief sich im Jahr 2023 auf 12,8 Milliarden Euro. Der Geschäftsbereich Aftermarket verzeichnete mit 1.900 Mitarbeitern an über 30 Standorten weltweit im Jahr 2023 über 1,26 Milliarden Euro an Umsatzvolumen.

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