Mehrmarken-Diagnosesoftware von WOW! heißt jetzt LOOQIT

Fahrzeuge enthalten immer mehr voneinander abhängige elektronische Komponenten. Zur Wartung dieser vernetzten Systeme hat der Werkstattausrüster seine Diagnoseanwendung entwickelt. Im neuesten Update 5.33.00 wurde unter anderem die Software umbenannt und die Datenbank ergänzt.

LOOQIT als Diagnosesoftware funktioniert mit der Hardware LOOQER innerhalb des Diagnosesystems DIALOOQ von Würth Online World (WOW!). | Bild: WOW!
LOOQIT als Diagnosesoftware funktioniert mit der Hardware LOOQER innerhalb des Diagnosesystems DIALOOQ von Würth Online World (WOW!). | Bild: WOW!
Claudia Leistritz

Wo früher die Wartung von Fahrzeugen wegen der geringen Anzahl elektronischer Komponenten überschaubar bleiben konnte, gestaltet sich die Fehlersuche für die Mechaniker heute mit der wachsenden Anzahl miteinander kommunizierender Steuergeräte weitaus komplexer: In der vernetzten Umgebung können durchaus um die 100 verschiedene Komponenten miteinander in Einklang zu bringen sein.

Die zur Handhabung dieser Systeme entwickelte Diagnosesoftware des Spezialisten für Werkstattausrüstung wird parallel zu den aktuellen Entwicklungen immer wieder auf den neuesten Stand gebracht, um den Werkstätten mit einer zeitsparenden Fehlerdiagnose den Arbeitsalltag zu erleichtern und zu einer schnellen Reparatur zu verhelfen. Die Neuerungen für Dezember 2021 betreffen beispielsweise die Umbenennung der Anwendung und die Einführung des Security Gateway Portals (SGP).

LOOQIT

Mit dem neuesten Update 5.33.00 hat WOW! (Würth Online World) seine Mehrmarkendiagnose in LOOQIT umbenannt. Als Kennzeichen werden die hohe Markenvielfalt, umfangreiche und zeitsparende Fahrzeugdiagnosefunktionen und die Verfügbarkeit von technischen Daten für Pkw und Transporter herausgestellt – alles abgestimmt auf einen reibungslosen, kundenorientierten Werkstattbetrieb.

WOW! Security Gateway Portal (SGP)

Zunehmend bauen die Automobilhersteller so genannte Security Gateway Systeme als Sicherheitslösungen in Ihre Fahrzeuge ein, um unbefugte Zugriffe zu verhindern. Diese Systeme sind auf jede einzelne Marke abgestimmt und verkomplizieren die Fahrzeugdiagnose; denn viele Hersteller gewähren erst nach teils mehrfacher Registrierung der Mechaniker und Anmeldung an unterschiedlichen Online-Plattformen Zugang zu ihren Daten.

Mit seinem Security Gateway Portal verspricht der Anbieter ein Ende der Hindernisse. Denn die Anwendung soll über eine einzige Schnittstelle in der LOOQIT-Software einen einfachen, schnellen und sicheren Zugang zu den Herstellerinformationen verschaffen.

Mercedes-Benz und FCA

Dazu wurden laut Pressebericht auf dem SGP „alle verfügbaren“ Fahrzeughersteller zusammengefasst; das sind mit Stand Dezember 2021 die CeBAS-geschützten Fahrzeuge von Mercedes-Benz und die Security Gateway-geschützten Fahrzeuge von FCA (Fiat Chrysler Automotive). Um alle verfügbaren Hersteller bearbeiten zu können müssten sich die Nutzer lediglich auf dem SGP anmelden, dann würde sich WOW! um die Zugangsverhandlungen mit den Herstellern kümmern.

Nur eine Authentifizierung

Den Vorteil einer nur einmaligen Authentifizierung mit nur einem Verantwortlichen in der Werkstatt biete derzeit am Diagnosemarkt nur WOW!, heißt es. Zudem biete die Software ihre gewohnte, einheitliche Bedienoberfläche und ermögliche eine herstellerunabhängige und markenübergreifende Arbeit an mit Security Gateway Systemen gesicherten Fahrzeugen. Zur einfacheren Fehlerdiagnose, so der Bericht weiter, seien die unterstützten Fahrzeuge mit ihrem möglichen Security Gateway Schutz mit einem Hinweis in der Software gekennzeichnet. Die Nutzung des Security Gateway Portals ist dem Unternehmen zufolge ohne Aufpreis in der Lizenzgebühr der LOOQIT-Software enthalten.

Schutz vor Angriffen

Aber auch gegen illegale Manipulationen der computertechnischen Systeme und Netzwerke mit Schadsoftware, also Hacking, bietet die Software einen gewissen Schutz. Denn Fahrsicherheitssysteme beeinflussen aktiv die Fahrdynamik, sicherheitsrelevante Technik im Fahrzeug nutzt Security Gateway Technologien und Original-OEM-Daten sind digital zugänglich: Um den Zugriff auf die vernetzten Geräte und Daten zu verhindern und somit die einwandfreie Funktion zu erhalten seien neue Sicherheitskonzepte erforderlich.

Als Prävention gegen Hackerangriffe beinhaltet daher die WOW!-Software zur Erhaltung der Sicherheit der Systeme eine Verschlüsselung zur Abwehr von Angriffen auf den Server.

Mehr Sicherheit

Dazu habe man zusammen mit einem führenden Unternehmen in der Softwaresicherheit die gesamte LOOQIT Software verschlüsselt, heißt es weiter. Die Verschlüsselung schütze nicht nur die Informationen der Software-Datenbanken wie Diagnoseprotokolle und die Verbindungstechnologie, sondern auch die Kommunikation zwischen den verschiedenen elektronischen Komponenten wie der Diagnoseschnittstelle und den Steuergeräten, so das Künzelsauer Unternehmen der Würth-Gruppe.

Mehr Fahrzeugmodelle

Die neue Softwareversion enthält nun den Angaben zufolge viele neue und überarbeitete Fahrzeugmodelle. Dabei stellen die vier bis zehn Jahre alten Fahrzeuge mit 41 Prozent den Löwenanteil, gefolgt von den 11 bis 20 Jahre alten mit 36 Prozent. Den größten Zuwachs verzeichnet die Elektromobilität: hier wurde die Systemabdeckung um 11,5 Prozent erhöht, die Abdeckung der verschiedenen Systemvarianten um 13,8 Prozent, berichtet WOW!

Assistenzsysteme

Neue Fahrzeugmodelle haben auch in den Bereich Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen Eingang gefunden: So sind nun für die Front-Kamera-Kalibrierung 33, für die Rückfahrkamera-Kalibrierung 12 und für die Spurwechselwarner-, Night-Vision- und 360° - „Bird-view“-Kamera vier neue Fahrzeugmodelle verzeichnet.

LOOQER für LOOQIT

Als Hardware-Grundlage benötigt die LOOQIT-Software die neue Diagnoseschnittstelle LOOQER. Beide Elemente gehören als wesentliche Bestandteile zum WOW!-Diagnosesystem DIALOOQ, in dem alle Diagnoseleistungen, also Hard- und Software, zusammengefasst sind. Ab der Version 5.33.00 ist diese Diagnoseschnittstelle laut Unternehmensangaben als Hardware in der Software LOOQIT verfügbar.

Die Schnittstelle LOOQER soll alle modernen und notwendigen Funktionalitäten für die Werkstatt enthalten, heißt es. Man sei damit auch vorbereitet auf eine zukünftige Remote-Diagnose. So gehören verschiedene Datenkommunikationsanwendungen bereits zur Software, beispielsweise CAN FD (CAN Flexible Data-Rate), DoIP (Diagnostics over IP) und PassThru zur Programmierung von Steuergeräten. WOW! Geschäftsführer Frank Bartsch:

„Wir haben CAN FD, DolP und PassThru bereits integriert, womit eine zukünftige Remote-Diagnose technisch möglich wird. Die Werkstatt ist mit uns zu 100 Prozent auf der sicheren Seite. Das Gerät entspricht schon jetzt absolut dem neuesten Stand der Technik, wir sind mit ihm dem Markt einen Schritt voraus.“

 

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