CNG-Club: Günstig tanken mit BioCNG

Angesichts steigender Kraftstoffpreise steigt das Interesse an preisgünstigeren Alternativen. Der Münchner CNG-Club empfiehlt BioCNG als zusätzlich auch klimaschonende Variante.

Mit BioCNG kommt er Autofahrer am Weitesten - umwelt- und klimaschonend. | Bild: CNG-Club.
Mit BioCNG kommt er Autofahrer am Weitesten - umwelt- und klimaschonend. | Bild: CNG-Club.
Claudia Leistritz

Als Günstig und umweltfreundlich bewirbt der Club das als BioCNG (Compressed Natural Gas, komprimiertes Erdgas) eingesetzte Biomethan, das als „erneuerbarer Kraftstoff“ unter anderem aus Rest- und Abfallstoffen wie Stroh hergestellt wird. Der Kilo-Preis sei im Vergleich mit Diesel oder Benzin geradezu sensationell niedrig. Dennoch erfahre der alternative Kraftstoff nicht die verdiente Beachtung und werde von der Politik ignoriert.

„Volltanken für 20 Euro“

BioCNG dient als alternativer Kraftstoff für Verbrennermotoren von Pkw wie Lkw und wird an mehreren tausend Tankstellen in Europa angeboten. Befürworter des Treibstoffes weisen unter anderem auf den klimaschonenden Betrieb und die – nach entsprechender Umrüstung –  Eignung für herkömmliche Fahrzeuge hin.

„Erneuerbare Kraftstoffe sind hocheffiziente Zukunftsbausteine, schonen Budget sowie Umwelt und verbessern sofort die Klimabilanz“,

sagt Birgit-Maria Wöber, Vorstandsmitglied der Verbraucherschutzorganisation CNG-Club e.V. Der Stoff sei in großen Mengen und bereits an vielen Tankstellen verfügbar, zudem günstig und für Mensch, Umwelt und Wirtschaft hilfreich.

Politik missachtet die Lösung

Als Grund dafür, dass der Kraftstoff trotz der Vorteile politisch außer Acht bleibe, nennt Wöber, dass auf diese Weise der Verbrennermotor sozusagen „grün“ gemacht und als „die“ Alternative erhalten werden könne. Auf diese Weise trete der Antrieb per BioCNG jedoch in Konkurrenz zur E-Mobilität und gefährde deren Erfolg. Durch das Ignorieren des Biokraftstoffs solle die E-Mobilität „zum Erfolg gezwungen werden.“ Wöber weiter:

„Der Autofahrer steigt ja nur um, weil er ‚gekauft‘ wird. Dieses Vorgehen hat wenig mit Klimaschutz zu tun. Wir fordern daher ganz klar die Gleichberechtigung für alle nachhaltigen Kraftstoffe, also einschließlich BioCNG.“

Von CO2-Steuer befreit

Das komprimierte Erdgas CNG (Compressed Natural Gas) wird laut Pressebericht bereits heute zu rund 80 Prozent aus erneuerbaren Quellen gewonnen und gilt somit als klimafreundliche Alternative zu fossilen Kraftstoffen. Daher ist Biomethan seit Januar 2021 von der CO2-Steuer befreit, die bei fossilen Brenn- und Kraftstoffen die Preise von Benzin und Diesel in die Höhe treibt. Bei fossilem CNG aus Erdgas, zunehmend auch bei BioCNG, falle der Preisanstieg jedoch geringer aus. Werde der Grundstoff Biomethan vollständig aus Rest- und Abfallstoffen wie Stroh oder Gülle gewonnen, heißt es weiter, falle für BioCNG als Kraftstoff auch in Zukunft keine CO2-Steuer an.

Wichtiger Unterschied: Kilogramm statt Liter

Auch die Berechnung des Preises von CNG und BioCNG gestalte sich anders als bei herkömmlichen Treibstoffen und werde „gemäß Eichgesetz“ in Kilogramm angeboten. Im Vergleich entspreche ein Kilogramm CNG/BioCNG etwa 1,5 Litern Benzin und 1,3 Litern Diesel. Somit brauche ein per CNG betriebenes Fahrzeug auch – gemessen in Kilogramm – weniger Kraftstoff. Zudem sei ein Kilo CNG günstiger als ein Liter Flüssigkraftstoff, was in der Preisanzeige jedoch nicht direkt aufscheine.

„An der Tankstelle am Preismast ist das leider nicht direkt ersichtlich – der Preis pro Kilogramm gegenüber dem Preis pro Liter verhindert einen schnellen und direkten Preisvergleich“,

so Wöber. Der „völlig intransparente“ Energiekostenvergleich für Pkw in Euro/100 km, der zum 1. Oktober in Kraft trat, benachteilige eindeutig den BioCNG-Antrieb.

Kaum Mehrkosten, kein Reichweitenproblem

Als weiteren Vorteil nennt Wöber, dass die Fahrzeuganschaffung kaum Mehrkosten verursache und im Gegensatz zu elektrisch betriebenen Fahrzeugen weder Reichweitenprobleme noch lange Ladezeiten in Kauf zu nehmen seien. In ganz Europa können etwa 4.000 Tankstellen für das Tanken mit CNG angefahren werden, die sich per CNG-App auffinden lassen.

Laut einer vom ADAC aufgestellten Vollkostenrechnung seien CNG-Fahrzeuge auch ohne Elektroprämie klimafreundlich und wirtschaftlich zu betreiben, heißt es weiter. Demgemäß liege das CNG-Modell eines Mittelklasse Pkw (ein Skoda Octavia G-Tec) noch vor den E-Fahrzeugen auf Platz 1.

Wöber bezeichnet CNG-Fahrzeuge daher für jeglichen Einsatzzweck – ob Berufspendeln, Kurz- oder Langstrecke, als praktische und familientaugliche Lösung. Auch die nachhaltige Mobilität mit dem Auto sei für die Zukunft mit regenerativem BioCNG sichergestellt, denn der „grüne Verbrenner“ ermögliche umweltschonende Fahrten, „sofort wirksamen“ Klimaschutz und einen preisgünstigen Betrieb.

Know-how des „Automobillandes Deutschland“ erhalten

Insgesamt gesehen fahre man deutlich günstiger als mit fossilen Kraftsoffen und könne dazu die Umweltbilanz optimieren. Schließlich werde dadurch auch das in Jahrzehnten erworbene Know-how des „Automobillandes Deutschland“ bei der Entwicklung und Produktion von Verbrennungsmotoren erhalten und könne vom „automobilen Weltmarktführer“ weiter genutzt werden. Auch die Wertschöpfungskette bleibe im Land, da BioCNG einen Kraftstoff „Made in Germany“ darstelle.

„Politik und Wirtschaft haben diese Fakten offenbar heute jedoch nicht mehr auf dem Schirm. Die Zeche zahlt der Steuerzahler mit Arbeitsplatzverlusten und höheren Steuern“, schließt Wöber.

 

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