BGL und Zukunft Gas fordern Bio-LNG für Lkw zur Minderung von CO2

Die Initiative der deutschen Gaswirtschaft Zukunft Gas und der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) haben gemeinsam ein Positionspapier mit Forderungen an die Regierung bezüglich der Nutzung von Bio-LNG als Antriebsstoff im Schwerlastverkehr herausgebracht.

Laut BGL und Zukunft Gas sollte der Schwer-Lkw mit Bio-LNG betrieben werden, um die Klimaschutzziele schnell und wirksam erreichen zu können. | Bild: Zukunft Gas.
Laut BGL und Zukunft Gas sollte der Schwer-Lkw mit Bio-LNG betrieben werden, um die Klimaschutzziele schnell und wirksam erreichen zu können. | Bild: Zukunft Gas.
Claudia Leistritz

In der Folge einer Veranstaltung der NGVA Europe (Natural & Bio Gas Vehicle Association) mit zahlreichen globalen Unternehmen aus dem Verkehrssektor Ende Oktober in Brüssel, bei der die Nutzung von Erdgas als Kraftstoff im Schwerlastverkehr diskutiert wurde, plädierte die Brancheninitiative Zukunft Gas bereits für die Verwendung des verflüssigten Erdgases, um die von der Europäischen Kommission im Paket „Fit-for-55“ festgelegten Klimaziele realistisch erreichen zu können. Nun hat sich die Vereinigung mit  dem BGL zusammengetan, um ihre Forderungen an die Regierung in einem Positionspapier zu bekräftigen.

Der Schwerlastverkehr trägt laut Brancheninitiative Zukunft Gas trotz eines Anteils von nur sechs Prozent aller Fahrzeuge auf deutschen Straßen mit rund 30 Prozent einen großen Teil der Verkehrsemissionen, Tendenz steigend. Angesichts dieser Zahl bedeute die Senkung der Emissionen für den Verkehrssektor eine große Herausforderung. Zukunft Gas und der BGL sehen eine vor allem schnell umsetzbare und zugleich effektive Lösung in der verstärkten Nutzung von Bio-LNG im Schwerlastverkehr und haben zur Förderung der entsprechenden Rahmenbedingungen ihre politischen Kernforderungen für eine zukünftige Ampel-Koalition in einem Positionspapier zusammengestellt.

Einzige marktreife Technologie

Bio-LNG ist verflüssigtes Biogas. Mit dem alternativen Kraftstoff betankte Fahrzeuge könnten nahezu klimaneutral betrieben werden, so die Initiative. Zudem sei diese Technologie die einzige für den Langstreckengüterverkehr derzeit verfügbare, die bei geringen Kosten „sofortige CO2-Einsparungen“ bewirken könne. „Werden 2025 alle CNG- und LNG-Lkw mit Biomethan betankt, ist eine Treibhausgasreduktion von 1,6 bis 1,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten möglich", heißt es bei der Brancheninitiative.

Starke Produktionssteigerung in den letzten Monaten

In letzter Zeit, berichtet Zukunft Gas, hätten LNG-Tankstellenbetreiber und Biomethanleferanten entsprechende Projekte bereits angeschoben. Und eine Mitgliederbefragung des Branchenverbands habe ergeben, dass ab 2023 ein deutlicher Anteil an Bio-LNG im Markt erwartet werde.

Die Politik dürfe sich nicht nur auf eine Technologie für den Straßenverkehr festlegen, meint Dr. Timm Kehler, Vorstand von Zukunft Gas. Die „ambitionierten“ Klimaschutzziele seien nur zu erreichen, wenn auch andere Antriebstechnologien berücksichtigt würden. Hier liege für den Sektor eine große Chance in Bio-LNG, um Klimaschutz „schnell und wirksam“ durchsetzen zu können. Darauf müsse aber auch die Politik entsprechend reagieren:

„Die Politik muss dies nun erkennen und die regulatorischen Rahmenbedingungen anpassen, um Verlässlichkeit für Bio-LNG-Hersteller und Spediteure zu schaffen.“

Würde verstärkt Bio-LNG verwendet, ließe sich im Straßengüterverkehr sofort eine spürbare Minderung des CO2-Ausstoßes erreichen. Kehler:

„Statt auf unreife Zukunftstechnologien zu hoffen, muss die Politik nun alle verfügbaren Technologien zur Reduktion der Treibhausgase nutzen, um die Klimaziele zu erreichen.“

Biomethan entsprechend fördern

Im Positionspapier fordern die Verbände unter anderem, den Einsatz von Biomethan im Transportsektor bei der Revision der EU-Flottengrenzwerte positiv zu berücksichtigen. Auch solle Bio-LNG auf europäischer wie nationaler Ebene „im Rahmen der Eurovignetten-Richtlinie“ weiterhin eine „größtmögliche Mautermäßigung“ erhalten. Denn Lkw, die mit 100 Prozent Biomethan betrieben würden, dürften nicht schlechter gestellt werden als andere „Zero-Emission-Lkw“.

Appell an Ampelkoalitionäre

Der Vorstandssprecher des Bundesverband Güterkraftverkehr Logisitik und Entsorgung (BGL) Prof. Dr. Dirk Engelhardt weist auf das Manko technologischer Alternativen hin angesichts der Tatsache, dass die Großserienproduktion von E-Lkw erst in Jahren möglich sein werde. Mittelständische Transport- und Logistikunternehmen seien jedoch gerne bereit, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten:

„Leider gibt es bislang kaum technologische Alternativen am Markt – Großserien für E-Lkw und Wasserstoff-Lkw werden erst zum Ende der 20er Jahre erwartet. Wenn wir Klimaschutz ernst nehmen, können wir die Hände bis dahin nicht in den Schoß legen. Wir appellieren daher an die neuen Ampelkoalitionäre, auch auf kurzfristig umsetzbare Lösungen zu setzen und dazu gehört Bio-LNG!“.

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