Solarzellenelemente für Lieferfahrzeuge: Sono Motors und Rhenus kooperieren

Das Unternehmen für Solartechnologie arbeitet mit dem Logistikdienstleister an einer umfassenden Datenerfassung, um den Einsatz von solarbetriebenen Elementen im Logistiksektor zu optimieren.

Die aufgenommenen Daten werden mit einem Data Logger über eine LTE-Verbindung zur Auswertung an die Datenzentrale von Sono Motors geschickt. | Bild: Sono Motors.
Die aufgenommenen Daten werden mit einem Data Logger über eine LTE-Verbindung zur Auswertung an die Datenzentrale von Sono Motors geschickt. | Bild: Sono Motors.
Claudia Leistritz

Für die Last-Mile-Logistik von Lieferfahrzeugen soll zukünftig intelligente Solartechnologie eingesetzt werden. Das Münchner Unternehmen Sono Motors hat sich auf die Entwicklung von solarbetriebenen Stromquellen für Transportfahrzeuge spezialisiert und arbeitet der Pressemeldung zufolge gegenwärtig an einer Lösung für die Letzte Meile von Lieferfahrzeugen. Zu diesem Zweck plant man in  Kooperation mit dem nordrhein-westfälischen Logistikdiensleister Rhenus Group den Einsatz mehrerer mit Solarzellen ausgestatteter Testfahrzeuge, um die Solarelemente entsprechend der aufgenommenen Daten weiterzuentwickeln.

Datenerfassung

Als Ziel des Testlaufs wird zunächst eine „umfangreiche Solar-Datenerhebung im Realbetrieb auf der Straße“ genannt. Mit den Ergebnissen wolle man die Anwendung der, wie es heißt, bereits erprobten Technologie für den Transporteinsatz optimieren. Gegenwärtig ist demnach ein erstes mit Lichtstärkesensoren ausgestattetes Testfahrzeug der Rhenus Gruppe für einen Zeitraum von 12 Monaten in den Regionen Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern unterwegs.

Hohe Ausbeute

Wie der Anbieter berichtet, wurden für diesen Zweck flexible Solarmodule entwickelt, die in die Fahrzeugoberflächen integriert werden und in Kombination mit der Sono Leistungselektronik auch bei, wie häufig im innerstädtischen Bereich, geringer oder nur indirekter Sonneneinstrahlung funktionieren. Beispielsweise könne eine voll-integrierte Solaranlage für einen Transporter bei einer Fläche von etwa 54 Quadratmetern eine Leistung von bis zu 8,8 Kilowatt Peak (kWp) erbringen.

Mehr Unabhängigkeit

Mit dieser Lösung könnten Kunden aus Transport und Logistik nicht nur Teibhausgasemissionen und Kraftstoff einsparen, so das Unternehmen, sondern blieben auch unabhängiger von der Ladeinfrastruktur und hätten kürzere Standzeiten. Die Anwendung der modernen Solartechnologie könnte zudem auch die Lebensdauer der Fahrzeugbatterien erhöhen und die Wartungskosten senken, heißt es weiter.

„Das Projekt mit der Rhenus Gruppe liefert uns wichtige Daten, um unsere patentierte Technologie weiter zu optimieren“,

sagt Jona Christians, CEO und Mitgründer von Sono Motors. Die Solartechnologie sei in der Lage, in der Endkundenbelieferung sowohl zur Reduzierung von Emissionen wie auch zur Steigerung der Reichweiten beizutragen.

Entlastung von Stromnetz

Nach Jonas von Frieling, Head of Innovation Hub der Geschäftszweige Rhenus Home Delivery und Rhenus High Tech, könnten Technologien wie die solargestützten E-Transporter und –Lkw einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten, denn für diese Form der „ökologischen Stromerzeugung“ müssten „keine zusätzlichen Flächen versiegelt werden“.

 „Wenn im Verkehr flächendeckend auf Elektroantriebe umgestellt wird, muss die Versorgung entsprechend mitwachsen. Solarzellen auf Fahrzeugen könnten das Stromnetz dabei entlasten und bieten eine Erleichterung für Flottenmanager durch die Entlastung der Ladeinfrastruktur“,

so Frieling. Mit diesem Projekt leiste Sono Motors Pionierarbeit. Sono Motors arbeitet unter anderem an Lösungen zur Solar-Integration für elektrisch wie dieselbetriebene Busse, Lkw & Auflieger sowie Elektro-Transporter.

15-Tonner als Testfahrzeug

Zur Erfassung der Solardaten wurde ein Rhenus 15-Tonner mit 4 Lichtstärkesensoren an den Seiten und auf dem Dach ausgestattet, die nun die Sonneneinstrahlungsintensität unter Realbedingungen in einer Langzeitstudie registrieren. Zur Übermittlung der Daten, so der Bericht, dient ein Data Logger, der über eine LTE-Verbindung mit der Datenzentrale bei Sono Motors verbunden ist. Dort werden dann alle Messdaten „zu konkreten Ergebnissen verknüpft und analysiert sowie an Rhenus übermittelt.“

Laut eigenen Aussagen arbeitet das Unternehmen, das sich die Ausstattung „jedes Fahrzeuges“ mit Solarzellen zum Ziel gemacht hat, in einer ganzen Reihe an B2B-Partnerschaften mit anderen Unternehmen zusammen, darunter MAN oder die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Zu den ersten ausgelieferten Fahrzeugen gehört ein Solarbusanhänger für die MVG sowie ein Elektroleichtfahrzeug-Prototyp für ARI Motors.

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