In echt und virtuell: Herbstmesse eMove360° Hybrid 2020

Die Herbstmesse zur Mobilität 4.0 durfte noch stattfinden: Die eMove360°, für die die Veranstalter auch im Covid-19-Jahr alle Register gezogen haben, um eine reale und digitale Plattform zu bieten.

Buntes Programm, digital und real: Die eMove360° Hybrid 2020 fand erstmals in einer neuen Location statt. | Foto: G. Soller
Buntes Programm, digital und real: Die eMove360° Hybrid 2020 fand erstmals in einer neuen Location statt. | Foto: G. Soller
Claudia Leistritz
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Das Wetter passte und der Termin auch, ebenso wie die Location: Die eMove360° Hybrid 2020 fand erstmals als virtuelle und reale Konferenz mit Ausstellung für die Mobilität 4.0 statt, wobei das Motto „elektrisch – vernetzt – autonom“ erhalten blieb. Auch der Veranstaltungsort war neu, kleiner als die Messe München, aber aus Norden besser erreichbar und absolut schick: Die reale Messe fand zwischen 20. Und 22. Oktober 2020 im einstigen Bundesbahn-Kohlebunker statt, heute ein Teil der Motoworld München.

Auch die Schirmherrschaften waren hochkarätig mit lse Aigner, der Bayerischen Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, Peter Altmaier, dem Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Angelika Niebler, Mitglied des EU-Parlaments, Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer.  

Einmal mehr hat die Veranstaltung die komplette Bandbreite zukunftsorientierter und nachhaltiger Mobilitätslösungen, von urbanem & mobilem Design, Material und Prozesslösungen, über automatisiertes Fahren und Elektronik bis hin zu Infotainment präsentiert. Zielgruppe waren einmal mehr Entwickler und Designer, IT-Experten, sowie Käufer und Anwender, etwa Flottenmanager, Entscheider in Städten, Gemeinden, Touristikregionen und Dienstleister.

Und während der virtuelle Teil sehr gut verlief, machten der „realen Messe“ im Kohlebunker die steigenden Covid-19-Fallzahlen einen Strich durch die Rechnung: Obwohl peinlichst genau auf Abstände geachtet wurde und ein schlüssiges Konzept vorlag, kamen in letzter Minute doch viel weniger Besucher als avisiert waren. Was insofern schade war, als sich viele endlich mal wieder auf ein persönliches Treffen gefreut hatten und die Location fein ausgesucht und vorbereitet war. Wir haben sie trotzdem besucht und uns unter anderem bei Rocsys über den neuen Laderoboter erkundigt, den der Head of Sales, Elwin Roetman präsentiert hat.Dabei zeichnen den Bot vor allem sein Kamerasystem und der flexible „Steckerkopf“ aus: ersteres sorgt für eine exakte Positionierung und Zuführung des Ladesteckers, die Flexibilität hilft dann beim Einstecken und kann auch Stöße wegstecken. Die können auftreten, wenn zum Beispiel das Fahrzeug noch an der Ladestation hängend beladen wird oder Personen in einen noch zu ladenden Bus einsteigen, der erst ein paar Minuten später „vom Netz“ geht. Ein weiterer Vorteil ist laut Roetman auch, dass man selbst schwere  Kabel mit großen Durchmessern gut händeln kann: Immerhin plant die Industrie mit Ladeleistungen bis 500 kW und das kann man per Hand „kaum noch halten“, kennt Roetman die Praxis. Außerdem vermeidet man mit dem Bot Bedienfehler und Beschädigungen an den teuren Ladekabeln. Mit einer ersten Testserie startet man aktuell, Anfang 2021 soll dann eine Vorserie in größerem Umfang folgen, bevor man in die Großserie startet.

Der Ladetechnik verschrieben hat sich auch das vietnamesiche Unternehmen Phihong EV Cahgers, das vom Director of Sales EMEA, Patrik Ott vertreten wurde. Dabei zielt Phihong vor allem auf das B2B-Business ab und startet mit einem beweglichen 30-kW-Ladegerät, das vor allem für Autohäuser und Werkstätten interessant ist. Darüber rangiert die DS-Reihe für CCS-Laden, die es mit 60, 90, 120, 150 und 180 kW Ladeleistung gibt, gekrönt wird das Programm schließlich von der DO-Serie, die bis zu 360 kW bringt.

Auch die Kostad Steuerungsbau war vor Ort: Die Österreicher haben mittlerweile einen 50-kW-Triple-Charger im Programm, der mit 1000-Volt-Technik auch die neuen Hochvoltmodelle wie den Porsche Taycan (mit 800 Volt-Technik) abdeckt. Um auch künftige Entwicklungen mitzugehen, setzt man auf den Open Controler Simatic ET 200 SP. Das IO-System für den kompakten Schaltschrank soll mit bester Usability bei kompakter Design und starker Performance punkten.

Geschickt getaktet waren die Konferenzen, die in drei Blöcke unterteilt wurden: So fand zwischen 20 und 21.10.2020 die Battery-Conference statt. Allgemeiner gehalten und deshalb von 20. Bis 22.10.2020 lief die Future Mobility Conference, während am 22.10. die Hydrogen- und Fuel-Cell-Conference das Thema Brennstoffzelle beleuchtete.

Dafür standen zahlreiche Sitzplätze mit genug Abstand bereit, der ohnehin gut eingehalten werden konnte. Denn die Covid-Schreckensmeldungen der letzten Tage hielten dann leider doch viele angemeldete Gäste von ihrer Reise und damit ihrer Live-Teilnahme ab.

Was bedeutet das?

Hybridisierung ist nicht nur in der Mobilität Gebot der Stunde, sondern auch bei Mesen und Veranstaltungen, wie man auf der eMove360° sehen konnte: Den Veranstaltern gebührt auf jeden Fall ein Dank für ihren Mut und die Zähigkeit, dass sie die Messe nicht nur digital, sondern trotz der neuen Covid-19-Welle auch real umgesetzt haben.

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