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Rekord-Elektrolaster kommt aus der Schweiz

Der "eDumper" bringt 58 Tonnen Leergewicht auf die Waage. Der Akku des umgebauten Komatsu HD 605-7 wiegt 4,5 Tonnen. Trotzdem wird der Muldenkipper am Einsatzort als "Null-Energie-Fahrzeug" angekündigt.
Das eDumper-Projekt wird vom Schweizer Bundesamt für Energie gefördert. (Bild: eMining AG/ Andreas Sutter)
Das eDumper-Projekt wird vom Schweizer Bundesamt für Energie gefördert. (Bild: eMining AG/ Andreas Sutter)
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Martin Schachtner

Das größte Elektroauto der Welt trägt den Namen "eDumper" und hat ein Leergewicht von 58 Tonnen. Zudem verkraftet der umgebaute Komatsu HD 605-7 eine Zuladung von 65 Tonnen. Der Rekordhalter wurde vergangene Woche an seinem Arbeitsort, einem Steinbruch im Berner Jura, vorgestellt. Einer Meldung zufolge entstand das Fahrzeug aus einer Technologiepartnerschaft der Berner Fachhochschule BFH, der NTB Interstaatliche Hochschule für Technik Buchs und der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa).

Die Forscher sind sich einig: "Der eDumper ist das grösste und stärkste batteriebetriebene Elektro-Radfahrzeug der Welt. Dazu wurde ihm die größte je für ein Elektrofahrzeug hergestellte Batterie eingebaut, die mit 4.5 Tonnen so schwer wie zwei komplette Pkw ist", hieß es in einer Mitteilung.

Perpetuum Mobile muss sich noch beweisen

Da der Elektrolastwagen seine Ladung in einem höher gelegenen Abbaugebiet aufnimmt und zu einer Verarbeitungsanlage im Tal befördert, soll es zu keinem Energieverbrauch kommen. In der Ankündigung heißt es: "Bei der voll beladenen Talfahrt werden die Batterien mittels Rekuperation der Bremsenergie aufgeladen. Der so erzeugte Strom reicht nach vorläufigen Berechnungen für die unbeladene Rückfahrt bergauf ins Abbaugebiet weitgehend aus." Ob die Energiebilanz wirklich hält, was die Entwickler versprechen, wird der in dieser Woche startende Testbetrieb zeigen.

Der laut Empa größte, in einem Fahrzeug verbaute Akku stellt ein Sicherheitsrisiko dar - zumal beim Einsatz im unwegsamen und steilen Gelände des Steinbruchs Péry. Das NTB-Forscherteam konzipierte das Thermomanagement für das Batteriepaket, berechnete die nötige Stärke der Batteriehalterung und die Auslegung der Schweissnähte. Ihm obliege auch die Überwachung der eDumper-Batterie im realen Einsatz, hieß es. "Damit die Brandsicherheit einer derart großen Batteriezelle gewährleistet ist, untersuchten Empa-Forscher schließlich das Verhalten der verwendeten Lithium-Ionenzellen im Falle eines Kurzschlusses oder einer mechanischen Beschädigung." Die spezielle Akku-Bauweise solle verhindern, dass defekte Zellen die Nachbarzellen beeinflussen.

(msc)
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