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Nächster Sprinter soll breitere Kundenkreise erschließen

Um den Wegfall der Stückzahlen des im Auftrag von VW produzierten Crafter zu kompensieren, setzt Daimler beim noch nicht terminierten Nachfolger des Mercedes Sprinter auch auf ein noch breiteres Angebot.
Nur eine Fingerübung: Fahrzeuge für die innerstädtische Lieferlogistik sollen auch künftig auf Basis von Citan, Vito und Sprinter entstehen. | Foto: Daimler Präsentation
Nur eine Fingerübung: Fahrzeuge für die innerstädtische Lieferlogistik sollen auch künftig auf Basis von Citan, Vito und Sprinter entstehen. | Foto: Daimler Präsentation
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Redaktion (allg.)

"Wir wollen mit dem kommenden Modell noch mehr Kundenkreise erschließen", deutete Daimler-Chef Dieter Zetsche bei einer Pressekonferenz anlässlich des 20-Jährigen Sprinter-Jubiläums die Strategie an. Ziel sei, über das Produktangebot zu wachsen und nicht über den Preis-Mengen-Mechanismus, formulierte Zetsche. Mercedes-Benz-Vans-Chef Volker Mornhinweg wollte zwar grundsätzlich keinen Kommentar zum Nachfolger des aktuellen Mercedes Sprinter abgeben, erklärte allerdings, man habe genug Innovationskraft im Unternehmen, um dem zur IAA 2016 angekündigten, von VW in Eigenregie gebauten Crafter Paroli zu bieten.

 

Im Bezug auf das erweitere Produktportfolio beim Sprinter deutete Zetsche auch an, dass es beim Nachfolger spezielle Lösungen für die innerstädtische Lieferlogistik geben solle. Ob das eine vollelektrische Variante sein könnte, blieb allerdings offen. Van-Chef Mornhinweg ergänzte, man habe die praxistaugliche Technik in der Schublade und beim Vito E-Cell wertvolle Informationen in der Praxis gesammelt und tue dies noch mit den verbliebenen Exemplaren. Allerdings sei das Fahrzeug "vielleicht seiner Zeit voraus" gewesen, es gebe schlicht zu geringe Nachfrage für Elektro-Transporter. Daher habe man das Projekt nicht fortgeführt. Für ihn persönlich sei aber offenkundig, das elektrifizierte Versionen von Vito oder Sprinter ideal für die City-Belieferung wären.

 

Ein eigenständiges Lieferfahrzeug nur für städtische Anwendungen sehen die Daimler-Verantwortlichen aber eher nicht. Man wolle im Kontext des boomenden Online-Handels stattdessen in Zukunft den Sprinter zum Teil des "Internet der Dinge" machen. Das Fahrzeug solle für den Fahrer zum Assistenten werden, der bei der Routenplanung helfe, als Informationsplattform über Lieferstatus und Zustand der Fracht Auskunft gebe und dem Empfänger mitteile, wann die Lieferung eintreffe, erklärte Mornhinweg.

 

Für den Sprinter-Nachfolger investiert Daimler 300 Millionen Euro in die Modernisierung der Produktion im Stammwerk Düsseldorf, in dem als weltweites "Sprinter-Kompetenzzentrum" alle Prototypen gebaut werden sollen. 150 Millionen Euro werden zudem in Ludwigsfelde investiert, wo die offenen Versionen des Sprinter vom Band laufen. Dennoch verlagert sich mit dem Anfang 2016 beginnenden Bau eines komplett neuen Montagewerks in Charleston/South Carolina der Fokus in Richtung USA, wo man für den Sprinter größeres Wachstumspotenzial sieht. In Düsseldorf sollen in diesem Kontext mittelfristig 650 Arbeitsplätze abgebaut werden.

 

(jr)
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