Mahle und Siemens wollen E-Fahrzeuge kabellos laden

Künftig soll man elektrifizierte Fahrzeuge auch kabellos laden können. Der Stuttgarter Zulieferer und Siemens haben eine Vereinbarung zur entsprechenden Systementwicklung unterzeichnet.

Mahle und Siemens wollen die Standardisierung von induktiven Ladesystemen vorantreiben. | Bild: Siemens.
Mahle und Siemens wollen die Standardisierung von induktiven Ladesystemen vorantreiben. | Bild: Siemens.
Claudia Leistritz

Der Münchner Experte für Digitalisierung, Mobilitätslösungen und Energiesysteme hat mit Mahle eine Absichtserklärung unterzeichnet, die eine gemeinsame Entwicklung von kabellosen Ladesystemen für E-Fahrzeuge vorsieht. Das berichtet der Zulieferer in seiner Pressemeldung. Das Projekt umfasse die Entwicklung und Tests für das Gesamtsystem aus Infrastruktur wie auch Fahrzeugtechnik. Wie es heißt, will man damit verstärkt die technologischen Standards für die induktive Ladetechnik voranbringen.

Grundvoraussetzung für autonome Mobilität

Dr. Harald Straky, Vice President für die globale Entwicklung im Bereich Mechatronik und Elektronik bei Mahle, betont den klaren Vorteil des Zusammenschlusses zweier Technologieexperten, die die Entwicklung mit ihrem Know-how umso wirksamer vorantreiben könnten.

Die Methode biete eine wesentliche Erleichterung für die Fahrer und entwickle sich gegenwärtig vielversprechend, meint Dr. Stefan Perras, Leiter Vorentwicklung und Innovation für Ladeinfrastruktur bei der Siemens AG. Nicht nur entfiele der Umgang mit Kabel und Stecker, zugleich werde der Grundstein für eine künftige autonome Mobilität gelegt. Die induktive Ladetechnologie entwickle sich daher zu einem wichtigen, rentablen Zukunftsmarkt:

„Die Übertragungseffizienz beim kabellosen, induktiven Laden ist vergleichbar mit Stecker-basierten Systemen“.

Messverfahren für elektromagnetische Verträglichkeit 

Wie aus dem Bericht hervorgeht, hat sich Mahle in den letzten Jahren vermehrt mit dem kabellosen Laden befasst. In diesem Rahmen wird auch an zwei Förderprojekten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gearbeitet: eines beinhaltet die Entwicklung eines Fahrzeughersteller-übergreifenden induktiven Ladesystems, das andere soll ein genormtes Messverfahren für die elektromagnetische Verträglichkeit induktiver Systeme erarbeiten.

Kabelgebundene Lösung bereits am Markt

Am Markt ist der Technologiekonzern bereits mit seinem Corporate Startup, der kabelgebundenen Infrastrukturlösung ChargeBIG vertreten, einem „intelligenten Lademanagementsystem, das sich kostengünstig und ohne langwierige Umbauten in die vorhandene Infrastruktur integrieren lässt“ und das eine skalierbare Ladeumgebung zur Verfügung stellt. Die Entwicklung ist den Angaben zufolge als zentralisierte Lösung für Tagesparker und Flottenbetreiber gedacht sowie Anwendungsbereiche „von 18 bis 100 oder mehr Ladepunkten“. Dabei geht es in erster Linie um Flächen, auf denen E-Autos für längere Zeit stehen wie in Firmenparkhäusern, an Flughäfen oder in den Tiefgaragen großer Wohnkomplexe.

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