Hochvolt-Schulungen: Dekra überarbeitet Kursangebot

Vor kurzem hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) die Richtlinien zur Qualifizierung von Fachkräften für Hochvolt (HV)-systeme, also für Anwendungen im Hybrid-und Elektrofahrzeugbereich, umfassend überarbeitet. Die Dekra Akademie hat ihr Schulungsangebot entsprechend angepasst.

Die Arbeit an HV-Systemen wie bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen birgt Gefahrenpotenzial. Der Dekra bildet Fachkräfte gemäß der neuen DGUV-Richtlinien aus. | Bild: Dekra.
Die Arbeit an HV-Systemen wie bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen birgt Gefahrenpotenzial. Der Dekra bildet Fachkräfte gemäß der neuen DGUV-Richtlinien aus. | Bild: Dekra.
Claudia Leistritz

Der Anteil an elektromobilen Fahrzeugen auf den Straßen wächst. Somit wird für Kfz-Werkstätten auch die Ausbildung entsprechend qualifizierten Personals für den Umgang mit den neuen Technologien immer wichtiger. Die Hochvoltsysteme an Hybrid- oder Elektrofahrzeugen erfordern besondere Vorsichtsmaßnahmen, und auch mit der damit zusammenhängenden Batterietechnologie sollte man sich auskennen, um Risiken begegnen zu können. Laut Experten ist entsprechendes Fachwissen zudem auch für zukünftige Anwendungen mit Wasserstoff von Belang.

Damit die „Wende hin zu Elektromobilität“ überhaupt gelingen kann, sei dringend entsprechend qualifiziertes Personal in den Kfz-Werkstatten nötig, so der Deutsche Kraftfahrzeug-Überwachungsverein (Dekra). Bei der Arbeit mit Strom besteht Lebensgefahr bereits bei 25 Volt Wechselspannung oder 60 Volt Gleichspannung. Der Hochvoltbereich übertrifft diese Werte jedoch deutlich und erfordert umso mehr besonders geschulte Fachkräfte für den Umgang mit den entsprechend elektrifizierten Fahrzeugen oder Systemen. 

Für eine Weiterbildung gilt laut Dekra nun nach der Überarbeitung und Erweiterung der Richtlinien, dass diese den neuen Regelungen entsprechen und somit also DGUV-konform sein sollte.

So wurde das Kursangebot der Dekra Akademie entsprechend der DGUV-Information 209-093 "Qualifizierung für Arbeiten an Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen“ neu ausgerichtet und bietet Schulungen für alle Qualifizierungsstufen an, die diesen Ansprüchen gerecht werden; insbesondere wurde dabei der Praxisanteil erhöht. Die Schulungen werden als Web Based Training (WBT), Live-Onlinetraining, Blended Learning oder als Präsenzveranstaltung durchgeführt.

Grundstufe „Bedienung von HV-Systemen“

Die DGUV hat je nach Grad der Gefährdung verschiedene Qualifizierungsstufen festgelegt. Eine Neuerung besteht darin, dass die Bereiche „E“ für Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung gelten, die Bezeichnung „S“ für diejenigen in Servicewerkstätten. Diese beiden Kennzeichnungen sind wichtig für Personen, die Hochvoltfahrzeuge „lediglich bedienen“ sollen, heißt es. Dafür bietet die Dekra Akademie ein Web Based Training (WBT) an.

Die Stufen 1 S und 1 E aus diesem Bereich „Bedienung“ sind für Personen vorgesehen, die zwar „an HV-Fahrzeugen arbeiten“, dabei aber „nicht in das Hochvoltsystem eingreifen“. Hier ist zum WBT-Training eine zusätzliche Schulung in Präsenz oder als Live-Onlientraining möglich.

Aufbaustufe für Spezialkenntnisse

Die nächste Qualifizierungsstufe „Fachkundige Person für HV-Systeme“ richtet sich an Personen, die direkt an Komponenten des Hochvoltsystems arbeiten, das sind die Stufen 2 S  oder 2 E. In diesen Kursen werden neben den nötigen Grundkenntnissen zur Elektrotechnik auch solche zum HV-Konzept und zur Antriebstechnik vermittelt. Um ihre Arbeit zuverlässig absichern zu können erfahren die Teilnehmer außerdem, wie sie selbständig mögliche Gefährdungen lokalisieren und welche Schutzmaßnahmen sich daraus ableiten lassen.

Als eigenen Angaben zufolge einziger Anbieter in Deutschland führt die Dekra Akademie diese Weiterbildungsstufe als „innovatives Blended Learning“ durch. Dabei werden zunächst in einem WBT die theoretischen Grundlagen vermittelt und diese in einem anschließenden Präsenzteil vertieft und um Praxiselemente ergänzt.

Teilnahmevoraussetzung für diese Stufe ist eine technische Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes technisches Studium.

Aber auch mit 2 S oder 2 E Qualifizierte dürfen wegen der hohen Gerfährdungslage noch nicht an unter Spannung stehenden Teilen arbeiten und benötigen dazu einen weiteren Aufbaukurs.

Ergänzungsstufe für hohe Gefährdungen

Diese nächsthöhere Stufe, 3 S oder 3 E, baut ebenfalls auf der vorherigen auf und efordert als Teilnahmevoraussetzung den Nachweis über die Qualifizierung der Stufen 2 S oder 2 E. Zusätzlich sind eine abgeschlossene Erste-Hilfe-Ausbildung und eine gesundheitliche Eignung nachzuweisen.

Ergänzende Teilnahmevoraussetzungen

Elektrotechnische Vorkenntnisse seien für die Schulungen nicht zwingend notwendig, so der Dekra, allerdings richte sich der nötige Schulungsumfang laut DGUV 209-093 am Wissensstand aus.

Alle Weiterbildungen werden mit einer Teilnahmebestätigung der Dekra Akademie abgeschlossen.

Kontaktinformationen auf der Website des Dekra.

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