Gillig ordert Hochleistungsbatterien von Akasol für Elektrobusse

Batterien der neuesten dritten Generation im Gesamtvolumen von mehreren hundert Millionen Euro wird der Darmstädter Entwickler und Hersteller von Batteriesystemen für Nutz-, Schienen- und Industriefahrzeuge an den kalifornischen Bushersteller liefern, heißt es im Pressebericht.

Gillig wählt das neue Ultra-Hochenergie-Batteriesystem der dritten Generation für seine nordamerikanischen Elektrobusse. | Bild: Akasol.
Gillig wählt das neue Ultra-Hochenergie-Batteriesystem der dritten Generation für seine nordamerikanischen Elektrobusse. | Bild: Akasol.
Claudia Leistritz

Die Batterien des Typs AKA System 9 AKM 150 CYC sind bestimmt für die Elektrobusse von Gillig, einem den Angaben zufolge führenden Hersteller von Linienbussen in Nordamerika mit Sitz in Hayward. Die Stromliefersysteme könnten eine verfügbare Energie von bis zu 686 kWh bereitstellen; das sei die für einen nordamerikanischen Transitbus bislang größte und im Vergleich mit derjenigen der zweiten Generation um 32 Prozent höhere Kapazität.

Mehrere Konfigurationen

Wie Akasol berichtet, wurde das neue Batteriesystem für Langstreckenanwendungen entwickelt und kann je nach Kundenbedürfnis entsprechend skaliert werden. So ergäben sich mit dem Ultra-Hochenergie-Batteriesystem „verschiedene Konfigurationen mit bis zu 686 kWh“, sagt Roy Schulde, Präsident von Akasol Inc., dem US-amerikanischen Tochterunternehmen von Akasol in Hazel Park, Michigan, das den Angaben zufolge die neuen Batteriesysteme herstellen wird und dazu seine Produktionskapazität bis Ende 2023 auf 2 GWh steigern will.

Die erhältlichen Konfigurationen sind laut Bericht festgelegt auf 490 kWh, 588 kWh und 686 kWh. Daneben stünden zur weiteren Anpassung eine Auswahl an verfügbaren Ladeoptionen zur Verfügung. Die Bauteile werden auf die Niederflurplattform von Gillig montiert, das mit einem Antriebssystem von dem US-amerikanischen Hersteller von Schwerlastmotoren Cummins ausgestattet ist. Beide Unternehmen wollen nun bis zu dem für 2023 geplanten Produktionsstart zunächst das neue AKA System an das Fahrwerk anpassen.

Sicherheitsfunktionen gegen Ausfall und Brand

Zur Absicherung sind die Batteriesysteme der dritten Generation mit mehreren Funktionen ausgestattet, berichtet der Hersteller. So verfügen sie beispielsweise gegen einen Ausfall über zwei getrennte CPU-Kerne sowie „mehrschichtige Funktionen zum Schutz vor Brandausbreitung“ gemäß Industrienorm ISO 26262.

Große Reichweite als Ziel

Bei der Umstellung der Verkehrsbetriebe auf emissionsfreie Fahrzeuge seien vor allem große Reichweiten gefragt, damit der Betriebszyklus eingehalten werden kann, sagt Ben Grunat, Vice President of Product Planning & Strategy von Gillig. Wenn diese in ihrem Streckennetz emissionsfreie Busse verwendeten, legten sie Wert auf einen Einsatz mit „mehr Flexibilität“, ohne Kompromisse eingehen zu müssen.

„Die Batteriesysteme der nächsten Generation von Akasol bieten unseren Kunden diese Flexibilität durch ihr skalierbares, modulares Design. Kombiniert liefert unsere Lösung die höchste am Markt verfügbare Energie an Bord“,

so Grunat. Damit die für die Erhaltung er Batteriesysteme optimale Temperatur herrscht, verfügen die Elemente über eine aktive Flüssigkeitskühlung und eine optimierte Wärmedämmung, berichtet Akasol weiter. Zur Verbesserung der Lebensdauer stehen für die Ladung die beiden Optionen Schnellladefähigkeit (Opportunity Charging) sowie Ladevorgänge während der Stillstandszeiten (Depot Charging) zur Auswahl. 

Unabhängig vom Batteriesystem profitierten Batteriezellen im 21700-Standardformat von der Weiterentwicklung, prognostiziert Akasol. Die Energiedichte werde bei gleicher Systemarchitektur und gleichen Außenabmessungen der Batterien in den nächsten Jahren kontinuierlich steigen.

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