Forschung & Entwicklung: Mahle eröffnet Prüfstand für neue E-Antriebe

Der Automobilzulieferer Mahle investiert rund drei Millionen Euro in neuen Prüfstand. Ziel ist die Erprobung und Entwicklung von E-Achsen und E-Antriebsaggregaten.

Eingespannt zwischen die zwei Lastmaschinen wird der E-Antrieb unter realen Fahrbedingungen geprüft. | Bild: Mahle
Eingespannt zwischen die zwei Lastmaschinen wird der E-Antrieb unter realen Fahrbedingungen geprüft. | Bild: Mahle
Tobias Schweikl

Der Mahle Konzern hat in Stuttgart einen neuen Prüfstand für E-Antriebe in Betrieb genommen. Dort sollen künftig E-Achsen und E Antriebsaggregate für Elektro- und Hybridfahrzeuge entwickelt und erprobt werden. Der erste Test eines Aggregates für einen Kunden wurde bereits erfolgreich abgeschlossen. Nach Unternehmensangaben wurden rund drei Millionen Euro in die neue Anlage investiert.

„Mit der Inbetriebnahme des Prüfstands baut Mahle sein globales Leistungsspektrum für die E-Mobilität gezielt weiter aus“, sagt Dr. Martin Berger, Leiter Forschung und Vorausentwicklung bei Mahle. „Sowohl unsere Kunden als auch unsere eigenen Entwickler können nun von einer höchst modernen Anlage profitieren, von der es in Deutschland nur sehr wenige gibt.“

Auf dem neuen E-Prüfstand in Stuttgart-Fellbach sollen für internationale Kunden Funktionsentwicklung, die Simulation von hochdynamischen transienten Betriebsarten, Effizienzmessungen aber auch Torque-Vectoring und Radschlupfsimulationen durchgeführt werden. Auch die Applikation und Bedatung von Kennfeldern, der Test von Hoch und Niedervoltsystemen und die Untersuchung thermischer Einflüsse gehören zum Leistungsumfang, so das Unternehmen. Zudem könnten Komponenten dort im Systemkontext erprobt werden.

Die Versuchseinrichtung verfügt über eine E-Achsen-Anlage, bestehend aus zwei gegenüberliegend angeordneten Lastmaschinen mit permanentmagneterregten Synchron-Elektromotoren. Die Leistungsdaten der Anlage liegen bei einer Nennbelastbarkeit von 350 kW pro Prüfstand und einem Spitzendrehmoment von 8.400 Nm (7.000 Nm Dauerdrehmoment). Separate Batteriesimulatoren für Anwendungen von 48 V bis 1.000 V sowie ein Hochgeschwindigkeits-Leistungsanalysesystem ermöglichten zudem Performance Mapping, Leistungscharakterisierung und Effizienzstudien.

Darüber hinaus bietet die neue Einrichtung ein Klimatisierungssystem, dass für die exakte Simulation der Bedingungen im Fahrzeugbetrieb einen Temperaturbereich von –30 C bis +130 C abdeckt. So könne sichergestellt werden, dass die dort erprobten Antriebe weltweit unter verschiedensten klimatischen Bedingungen zuverlässig funktionieren.

Die Verweildauer eines E-Antriebs auf dem Prüfstand hängt von den jeweiligen Kundenanforderungen ab. Das Spektrum reicht von rund 200 Stunden für die Prüfung einzelner Funktionen bis zu einem ganzen Jahr, wenn ein Dauerlauftest absolviert werden soll.

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