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ADAC: E-Auto akkuschonend heizen in der kalten Jahreszeit

Wo Verbrenner im Winter die Abwärme des Motors zum Aufheizen des Innenraums nutzen können, benötigen E-Autos zusätzlichen Strom für erträgliche Temperaturen. Strapaziös für den Akku sind neben der Kälte auch längere Zeiten im Stau. Wer unter diesen Umständen auf einige Gesichtspunkte achtet, muss laut ADAC nicht unbedingt Einbußen an Reichweite befürchten.

Keine Angst vor einer niedrigen Ladestandsanzeige: wer als E-Auto-Fahrer auf einige Faktoren achtet, kann verhindern dass das Aufheizen des Innenraums zu sehr auf Kosten der Reichweite geht, so der ADAC. | Bild: ProMotor/T. Volz.
Keine Angst vor einer niedrigen Ladestandsanzeige: wer als E-Auto-Fahrer auf einige Faktoren achtet, kann verhindern dass das Aufheizen des Innenraums zu sehr auf Kosten der Reichweite geht, so der ADAC. | Bild: ProMotor/T. Volz.
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Claudia Leistritz

Der Winter hat Einzug in Deutschland gehalten, zum Aufheizen der Fahrzeuge wird die Heizung angeworfen. Während herkömmliche Verbrennerfahrzeuge jedoch zum Temperieren des Innenraums auch auf die Abwärme des Motors vertrauen können, benötigen E-Fahrzeuge dafür Extra-Strom. E-Auto-Fahrer stehen vor der Frage: hat man den benötigten Mehrverbrauch an Energie für die Wärme nicht mit deutlich reduzierter Reichweite zu bezahlen? Verschärft wird die Lage, wenn bei solch niedrigen Temperaturen auch noch ein Stau eintritt. Der größte Autoclub Europas weiß um die Befürchtungen der E-Auto-Nutzer und hat deswegen Regeln zur klugen Haushaltung der kostbaren Energie zusammengestellt.

Keine Angst vor Frieren

Häufig wird bei Elektroautos aus Angst vor schwindender Reichweite trotz Kälte lieber die Heizung heruntergedreht, beschreibt der ADAC die Situation. Was den Akku schont, verschafft den Fahrzeuginsassen eher klamme Temperaturen. Doch die Kfz-Experten versichern auf Grundlage von Tests an mehreren Elektroautos, dass die Sorge um Reichweitenverlust unbegründet sei: „Kein E-Auto-Fahrer muss Angst haben, im Winter im Stau zu erfrieren oder überhaupt zu frieren“, heißt es.

Leistung reicht auch für lange Staus

Laut ADAC benötigten Elektroautos im Test etwa 1,5 bis 2 kW Leistung, um den Innenraum „bei minus 10 Grad Außentemperatur konstant auf 20 Grad zu erwärmen“. Im Extremfall eines wohl eher selten anzutreffenden 12-stündigen Staus käme man dann auf einen Stromverbrauch von 18 bis 24 Kilowattstunden, rechnen die Kfz-Experten vor – ein Wert, der für heutige E-Autos kaum ein Problem darstelle: „die meisten Elektroautos haben heutzutage Akkus mit deutlich größerer Kapazität verbaut“, heißt es im Bericht.

Auch wenn im Winter und in der Nacht aufgrund von Staus die Batterie entsprechend mehr beansprucht wird, so versichert der Kfz-Spezialist, könnte ein Elektroauto also „selbst ohne Sparmaßnahmen“ durchaus mehrere Stunden lang auf Wohlfühltemperatur gehalten werden. Allerdings nur unter der Bedingung, dass der Energiespeicher noch über Kapazitäten verfügt: Ähnlich wie beim Verbrenner der Kraftstofftank, so sollte also auch der Akku des E-Autos bei Staubeginn noch „ausreichend voll“ sein. Zum Vergleich gibt der Mobilitätsspezialist an, dass im Stand Diesel und Benziner zum Wärmen beispielsweise etwa 1 bis 1,5 Liter Kraftstoff in der Stunde benötigten. Generell gelte aber vor allem für alle Antriebsarten, niemals an der Beleuchtung zu sparen: das Standlicht sollte aus Sicherheitsgründen bei Nacht also grundsätzlich immer eingeschaltet sein.

Verbrauch steigt um 20 bis 30 Prozent - Reichweite sinkt auf bis zu 50 Prozent

Was die Reduzierung der Reichweite betrifft, gibt der ADAC Entwarnung: die Sorge sei weitgehend unbegründet, „da die maximale Reichweite ohnehin bei den meisten Fahrten nicht benötigt wird“, verlautet die Pressemeldung. Wer sichergehen wolle, könne jedoch mit ein paar Tipps den Aktionsradius durchaus steigern.

Bei niedrigen Temperaturen sorgt bei E-Autos vor allem das Heizen für einen hohen Energieverbrauch. Benziner und Diesel sind hier im Vorteil, weil sie dafür die Abwärme des Motors nutzen können. E-Autos müssen zum Aufheizen der Luft jedoch auf die Stromreserve zurückgreifen, die dann entsprechend weniger zum Fahren zur Verfügung steht. Aber nicht nur der Innenraum, auch der Akku selbst müsse bei kalter Witterung auf eine bestimmte „Wohlfühltemperatur“ gebracht werden, da er zwischen 20 und 40 Grad Celsius am besten arbeite. „Im Schnitt steigt der Verbrauch von E-Autos im Winter deshalb um 20 bis 30 Prozent“. Im Extremfall, so heißt es, könne dann „im Kurzstreckenbetrieb“ die Reichweite um bis zu 50 Prozent geringer ausfallen.

Doch E-Autos heizten schnell und die verbaute Standheizung könne meistens bequem per Smartphone-App gesteuert werden, so der ADAC weiter. Zur Steigerung der Reichweite rät der Kfz-Experte, noch vor Fahrtbeginn das Fahrzeug an der Ladesäule oder der Wallbox vorzuheizen, damit wenigstens für das erste Erwärmen kein Strom aus dem Akku benötigt wird. Und noch einen Tipp gibt der ADAC: effizienter als die Luftheizung arbeiteten die Sitz- und Lenkradheizung.

Auskühlen verhindern

Allgemein ließe sich der Akku aber beispielsweise auch durch Parken in der Garage schonen, da der Energiespeicher dann nicht so extrem auskühlen könne. Auch die Nutzung der bisweilen anzutreffenden Sparfunktion mit überwiegender Beheizung des Fahrersitzes sei ratsam oder das Vermeiden von kurzen Fahrten mit langen Standzeiten, weil sonst die abgekühlte Batterie immer wieder neu aufgeheizt werden muss. Und sollte die Reichweite eine große Rolle spielen, bieten viele Hersteller als Extra für ihre E-Autos auch eine Wärmepumpe an, die im Vergleich zur normalen Heizmethode deutlich weniger Energie verbrauchen soll.

Auch andere Autoclubs widmen sich dem Thema E-Fahrzeuge und einer schonenden Akkunutzung. So rät zum Beispiel der nach Mitgliederzahlen zweitgrößte Mobilitätsexperte Deutschlands, der Auto Club Europa (ACE), bei Kälte den Akku direkt nach der Fahrt aufzuladen: bei warmem Akku laufe der Ladevorgang nämlich schneller und auch schonender ab.  

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