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Volta Zero geht in Serienproduktion

Im ehemaligen MAN-Werk in Steyr geht der vollelektrische Verteiler-Lkw von Volta Trucks in die Serienfertigung. Die erste Auslieferung ist für das dritte Quartal 2023 anvisiert. Künftig sollen bis zu 14.000 E-Lkw pro Jahr beim Produktionspartner Steyr Automotive vom Band laufen. 

In Steyr geht der erste Volta Zero von Volta Trucks in die Produktion. | Foto: Volta Trucks.
In Steyr geht der erste Volta Zero von Volta Trucks in die Produktion. | Foto: Volta Trucks.
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Claudia Leistritz
(erschienen bei LOGISTRA von Johannes Reichel)

Den Produktionsstart des vollelektrischen 16-Tonnen-Fahrzeugs Volta Zero bei Steyr Automotive bezeichnet das schwedische Nutzfahrzeug-Start-up Volta Trucks als seinen "wichtigsten Meilenstein". Bereits 2022 liefen Prototypen zur Designverifizierung und Produktionsvalidierung vom Band. Nun startet die Fertigung der kundenspezifischen Serienmodelle. Die ersten Fahrzeuge, so die Pressemeldung, sollen im Rahmen des Volta Zero Driving Experience Programm eingesetzt werden. Bei diesen Praxistests wird den Kunden ein Lkw über einen längeren Zeitraum überlassen um zu ermitteln, ob sich der mittelschwere E-Verteiler in ihren Fuhrpark integrieren lässt. Außerdem sollen daraus gewonnene Erkenntnisse in Verbesserungen einfließen. Die ersten von Kunden bestellten Lkw werden voraussichtlich im dritten Quartal 2023 ausgeliefert.

In der vergangenen Woche begrüßte Volta Trucks zudem die österreichische Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie Leonore Gewessler am Fertigungsort in Steyr zu den letzten Vorbereitungen für den Produktionsstart.

„Hier in Steyr werden mit dem Volta Zero ab heute moderne, klimafreundliche E-Lkws gefertigt. Das zeigt: In der E-Mobilität liegen für Österreich und Europa enorme Chancen: Mehr Klimaschutz, mehr Lebensqualität in unseren Städten und zukunftssichere Arbeitsplätze. Ich bin wirklich stolz, dass diese Fertigung in Österreich stattfindet. Vielen Dank für den spannenden Einblick in diese beeindruckende Arbeit“,

kommentiert die österreichische Klimaschutzministerin Gewessler ihren Besuch.

Die Fahrzeuge werden im Auftrag von Volta Trucks bei Steyr Automotive produziert. Das österreichische Unternehmen mit über 100 Jahren Erfahrung im Nutzfahrzeugbau gewann die breit angelegte Ausschreibung im August 2021. Den Ausschlag hätten die neben der Produktionserfahrung die bestehenden Anlagen und die so erreichbare schnelle Markteinführung gegeben, blickt der Anbieter zurück. Die Fertigung habe eine Kapazität von bis zu 14.000 Fahrzeugen pro Jahr reserviert. Der neue Hersteller will das Produktionsvolumen in den kommenden Jahren schrittweise erhöhen, um "die maximalen Kapazitäten bei Steyr auszuschöpfen". In dieser Zeit, heißt es, werde die Herstellung des Fahrzeugs zudem "potenziell mehr als 700 Arbeitsplätze" schaffen. Geschätzt weitere 2.000 Arbeitsplätze würden innerhalb der Lieferkette entstehen.

"Der erste Volta Zero, der hier in Steyr vom Band läuft, ist der bedeutendste Meilenstein für unser Unternehmen. Von der Vorstellung eines Konzepts über die Konstruktions-, Entwicklungs- und Qualitätsphase bis zum Beginn der Serienproduktion dauerte es lediglich 2,5 Jahre. Das ist halb so lange, wie andere Lkw-Hersteller benötigen",

erklärte Kjell Walöen, Mitbegründer und Chief Manufacturing and Logistics Officer von Volta Trucks. Der Hersteller bezeichnet den Zero als das weltweit erste vollelektrische 16-Tonnen-Nutzfahrzeug, das speziell für den innerstädtischen Warenverkehr entwickelt wurde. Mit einer modularen und bis zu 225 kWh großen Batterie sowie einer Reichweite von 150 bis 200 Kilometern soll der komplett neu entwickelte Elektro-Lkw bis 2026 schätzungsweise 1,9 Millionen Tonnen CO2-Emissionen einsparen.

 

Mittige Fahrposition, niedrige Sitzhöhe

Zum Thema Sicherheit stellte das Unternehmen die Vorteile eines von Anfang an als Elektro-Fahrzeug konzipierten Truck heraus: der Volta Zero basiere auf keiner bestehenden Fahrzeug-Plattform, sondern wurde "vom ersten Tag an als elektrisches Nutzfahrzeug" entwickelt. Dadurch habe man die Sicherheit von Fahrzeug, Fahrer, Fußgängern und anderen Verkehrsteilnehmern gleich deutlich verbessern können. "Dank des Wegfalls des Verbrennungsmotors sitzt der Fahrer eines Volta Zero in einer mittigen Fahrposition", erklärt der Hersteller. Ebenfalls liege die Sitzhöhe deutlich niedriger als bei den herkömmlichen Nutzfahrzeugen. Umstände, die laut Hersteller zur Sicherheit beitragen sollen:

"Diese beiden Veränderungen zusammen mit der rundum verglasten Kabine bieten dem Fahrer ein weites 220-Grad-Sichtfeld und minimieren gefährliche tote Winkel".

Eingebettet in Servicekonzept

Zum Angebot des Unternehmens gehört außerdem ein Dienstleistungsportfolio, das die Finanzierung und Wartung von Nutzfahrzeugflotten "revolutionieren" soll. Mit dem Konzept "Truck-as-a-Service" werde den Flottenmanagern ein "reibungsloser und unkomplizierter Umstieg auf eine elektrische Flotte" geboten, das jeden einzelnen Schritt bei der Elektrifizierung unterstützen und den Betrieb durch eine einzige "erschwingliche" monatliche Gebühr erleichtern soll. Dabei erhält der Kunde laut Bericht einen Zugang zum vollelektrischen Volta Zero, dessen Ladeinfrastruktur von Siemens bereitgestellt wird. Auch Versicherungsleistungen sowie Service-, Wartungs- und Schulungsanforderungen seien darin enthalten.

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