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Digitales Cockpit: Scania entwickelt Dashboard für Trucks und Busse

Künftig will der Truckhersteller seine Lkw und Busse mit einem digitalen Cockpit ausstatten. Ein optimiertes Human Machine Interface (HMI) soll zu höherer Sicherheit beitragen und die Nutzung mehrerer digitaler Dienste ermöglichen. Der modulare Aufbau erlaubt individuelle Lösungen.

Mit der neuen digitalen Lösung von Scania sollen sich Trucks und Busse vor allem im beengten Stadtverkehr noch sicherer steuern lassen. | Bild: Scania.
Mit der neuen digitalen Lösung von Scania sollen sich Trucks und Busse vor allem im beengten Stadtverkehr noch sicherer steuern lassen. | Bild: Scania.
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Claudia Leistritz

Der schwedische Lkw- und Nutzfahrzeughersteller Scania will ab 2024 seine Lkw und Busse mit einem digitalen Cockpit ausstatten. Ein zentrales Display informiert dann über alle relevanten Informationen über das Fahrzeug. Laut Pressemeldung lässt sich das „Smart Dash“ zur Unterstützung des täglichen Ablaufs der Nutzer und Flottenbetreiber mit weiteren Lösungen wie My Scania und der Driver App kombinieren. Updates können zudem, auch über „superschnelle 5G-Verbindungen“, Over-the-Air (OTA) und ohne Werkstattbesuch erfolgen. Die Neuerung soll die bestehenden Scania-Lösungen ersetzen.

Verbessertes Human Machine Interface

Mit der Neuentwicklung würden laut Meldung verschiedene Faktoren „entscheidend verändert“: neben einem gesteigerten Fahrerlebnis verspricht der Anbieter die Einbindungsmöglichkeit neuer digitaler Dienste, vor allem aber die Bereitstellung von „erheblich mehr“ Sicherheitsfunktionen. Zur Grundlage diene dabei ein neues „Human Machine Interface“ (HMI), das den Nutzern über das Dashboard eine optimierte Kommunikation mit der Maschine ermöglicht. Die Systemarchitektur soll den Angaben zufolge den allgemeinen Sicherheitsbestimmungen der EU sowie den neuen Cyber-Security-Richtlinien der UN entsprechen.

Stefan Dorski, Senior Vice President und Head of Scania Trucks bezeichnet die Lösung als wesentliche Entwicklung innerhalb des von Scania angebotenen Transportmanagementsystems. Die mit dem Smart Dash ausgestatteten Fahrzeuge führten in Verbindung mit weiteren digitalen Diensten und Lösungen von Scania zu „herausragenden Nutzererlebnissen“.

Modularer Aufbau

Um seine digitalen Lösungen auf die jeweilige Anwendung "maßschneidern" zu können, nutzt Scania innerhalb der verschiedenen Leistungsstufen ein modulares System. Damit soll eine reibungslose, parallele Nutzung mit anderen digitalen Anwendungen des Unternehmens möglich sein, beispielsweise mit My Scania, die mit dem zentralen Kundenportal für alle Scania Services verbindet oder der Scania Driver App für den Zugriff auf alle relevanten Informationen für die Fahrt. Dorski:

„Wir betrachten Smart Dash als Herzstück unseres digitalen Ökosystems und als großartiges Instrument zur Kompetenzerweiterung der Fahrer. Es erlaubt ihnen einen besseren Zugang zu allen wichtigen Informationen beim Fahren und unterstützt sie bei weiteren Aufgaben während das Fahrzeug geparkt ist, beispielsweise über die Scania Driver App oder My Scania.“

Die Lösungen seien dann alle miteinander verbunden und könnten auf diese Weise erheblich zur Produktivitätssteigerung beitragen, berichtet der Truckhersteller mit Hauptsitz nahe Stockholm.

Neue EU-Regularien

Das digitale Cockpit von Scania geht auch auf die neuen Allgemeinen Sicherheitsvorschriften der EU zurück, die verschiedene sicherheitsrelevante Funktionen für schwere Nutzfahrzeuge ab Juli 2024 zur Pflicht machen. Die in den Anordnungen UNECE R155 und R156 niedergelegten Bestimmungen betreffen auch Technologien für die IT-Sicherheit (Cybersecurity) und sollen Manipulationen an Fahrzeugen unterbinden und begrenzen. Scania hat eine neue elektronische Systemarchitektur entwickelt, die für Lkw wie auch Busse ausgelegt ist und über die angesprochenene Merkmale wie eine schnellere Kommunikation, höhere IT-Sicherheit sowie die Übereinstimmung mit neuen Regularien verfügen soll.

Weg der Digitalisierung ebnen

Für Scania, so Dorski, stimmten diese Vorschriften mit den eigenen Zielen der Schaffung einer lösungsorientierten Architektur überein, die die Kunden auf ihrem Weg zur Digitalisierung unterstützt. Die nächste Stufe herausragender Nutzererfahrungen in der Truck-Industrie werde sich vor allem auf genau die Vernetzungsfunktionalitäten in und um Scania-Lkw fokussieren.

„Over-the-air Updates und On-Demand-Services werden den Scania Kunden neue Möglichkeiten bieten und ihre Arbeit durch längere Laufzeiten und höhere Effizienz sicherer und profitabler machen.“

Scania gehört zur Münchner Traton Group und zählt sich zu den Hauptakteuren im Bereich aktive und passive Sicherheitslösungen für schwere Nutzfahrzeuge, beispielsweise mit seinen Seitenfester-Airbags. Das Unternehmen konzentriert sich nach eigenen Angaben zunehmend auf aktive Sicherheitslösungen mit Kameras der neuen Generation, Radaren und Sensoren. Die Einführung neuer unterstützender Sicherheits- und Warnsysteme soll Fahrer helfen, vor allem die vielen Unfälle im geschäftigen und beengten städtischen Umfeld zu vermeiden. Laut Dorski seien die Kundenerwartungen in Bezug auf unterstützende Sicherheitsfunktionen gestiegen. Viele hätten über die Erfahrungen mit Pkw erkannt, wie nützlich solche Systeme seien, die neben der erhöhten Sicherheit auch die Produktivität fördern sowie Stress und Belastung für die Fahrer verringern könnten.

Eigentümer von Scania Fahrzeugen werden laut Hersteller für ihre Navigationssysteme auch Smart Connected Maps sowie OTA-Updates nützen können, so dass der Besuch in einer Scania-Werkstatt für eine Aktualisierung der Software entfällt. „Die verschiedenen Leistungsstufen der Smart Dash werden die gegenwärtigen Scania-Lösungen ersetzen“, heißt es. Das neue System kann ab sofort für Trucks mit Produktionsdatum Anfang 2024 bestellt werden.

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