Unfallprävention: Ford Mobility forscht mit britischen Experten

Um die Verkehrssicherheit zu steigern, arbeitet Ford Mobility an einer digitalen Technologie zur Vorhersage von Gefahrensituationen. Dazu will das Unternehmen Fahrzeuge und Umfeld mit Telematik- und KI-basierten Datenerfassungsmethoden stärker miteinander vernetzen.

Ein Konsortium unter der Leitung des Ford Mobility-Teams entwickelt eine Technologie zur Vorhersage potenzieller Unfallsituationen und ihrer Ursachen. Foto: obs/Ford-Werke GmbH.
Ein Konsortium unter der Leitung des Ford Mobility-Teams entwickelt eine Technologie zur Vorhersage potenzieller Unfallsituationen und ihrer Ursachen. Foto: obs/Ford-Werke GmbH.
Claudia Leistritz

So sollen die Daten zur Vorhersage von Unfällen von vernetzten Fahrzeugen und von mit Künstlicher Intelligenz (KI) arbeitenden Sensoren stammen, die die Verkehrsinfrastruktur erfassen. Für das Projekt haben sich mehrere britische Institutionen zusammengeschlossen: Unter Leitung der in London situierten Verkehrsforschungsabteilung des Autokonzerns Ford Mobility arbeiten der auf die Verkehrsinfrastruktur spezialisierte Londoner Sensorenexperte Vivacity Labs, die Bezirksverwaltung von Oxfordshire (Oxfordshire County Council), Wissenschaftler des Transport Safety Research Center der englischen Loughborough University und die Verkehrskoordinationsstelle Transport for London an einer neuen Technologie, die potenzielle Unfallgeschehen erkennen, deren Ursachen herausfinden und zu konkreten Verbesserungsvorschlägen führen soll.

Finanzielle Unterstützung erhält das Projekt, das im Sommer dieses Jahres mit einer Laufzeit von 18 Monaten startete, durch das vom britischen Ministerium für Wirtschaft, Energie und Industriestrategie untertützten Innovationsfonds Innovate UK.

Ursachenforschung zur Unfallprävention

Es gehe um die Frage, wo und aus welchen Gründen Unfälle geschehen. Auf Grundlage der Ergebnisse will man Kommunen befähigen, präventiv besonders gefährliche Verkehrspunkte zu entschärfen und damit das Unfallrisiko zu senken, so Ford.

Datenerfassung des Verkehrsgeschehens

Belastbare Ergebnisse will man aus mehreren unterschiedlichen Quellen erhalten. Eine stammt von den Telematik-Daten etwa 700 in Oxfordshire vernetzter Pkw- und Nfz-Fahrzeuge, eine andere aus den Daten von an stark frequentierten Verkehrskreuzungen angebrachten Straßenrand-Sensoren, die das Unternehmen Vivacity Labs entwickelt hat. Dabei wird beispielsweise die Nutzung von Brems- und Gaspedal oder der Lenkradeinschlag der Fahrer aufgezeichnet und zusammen mit den Ergebnissen der Straßen-Sensoren, deren Algorithmen die Bewegungsmuster aller Verkehrsteilnehmer analysieren, anonymisiert ausgewertet.

Erkenntnisse auf Grundlage vorausgegangener Tests

Ergänzend wollen die Forscher Vorschläge zur Erhöhung der Verkehrssicherheit aus den Ergebnissen bereits durchgeführter Praxistests heranziehen, bei denen über eine Million gefahrene Kilometer miteinander vernetzter Fahrzeuge in London analysiert wurden, um Erkenntnisse über das Geschehen an den gefährlichsten Straßenpunkten zu gewinnen.

Dabei habe man herausgefunden, dass bereits einfache Maßnahmen zur Steigerung der Verkehrssicherheit ausreichten wie das Aufstellen von Verkehrsampeln, eine veränderte Ampelschaltung, sichtbarere Verkehrsschilder und das Zurückschneiden von Vegetation, damit das Verkehrsgeschehen auch unter schwierigen Straßenbedingungen überblickt werden kann.

Auswertung der Ergebnisse in Arbeitsteilung

Zur Analyse behandeln die Forscher der Loughborough University und das Ford Global Data Insight and Analytics-Team die Fahrzeugdaten. Die Bezirksverwaltung Oxfordshire überlegt sich anhand der gewonnenen Daten aus der Straßenüberwachung in Kombination mit denen der Fahrzeuganalyse konkrete Verbesserungen für die Verkehrssituation.

Ziel: Lösung zur Analyse und Verbesserung von Verkehrssituationen

Mit den Ergebnissen wollen die am Projekt Beteiligten eine kommerzielle Software entwickeln, die mit Hilfe digitaler Algorithmen Straßensituationen analysiert und somit die Kommunen bei der Umsetzung verkehrssicherer Konzepte unterstützt.

„In nicht allzu ferner Zukunft wird jedes neue Fahrzeug ein vernetztes Fahrzeug sein. Wir sehen darin eine Chance, Verkehrsunfälle zu reduzieren nd somit Menschenleben zu retten. Dank der Zusammenarbeit mit führenden Innovatoren, Experten und Wissenschaftlern – und aufgrund der Unterstützung von Großbritanniens staatlicher Innovationsagentur – sind wir davon überzeugt, dass wir dazu beitragen können, die Sicherheit von Millionen Verkehrsteilnehmern weltweit zu verbessern“,

so Jon Scott, Projektleiter City Insights bei Ford Mobility. Daneben arbeitet Ford Mobility auch mit Behörden in Köln und im spanischen Valencia an einer Einsatzmöglichkeit vernetzter Fahrzeugdaten für die Analyse und Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur.

Der in London ansässige Technologieanbieter Vivacity Labs entwickelt KI-Systeme für die Verkehrsinfrastruktur. Dabei sammeln Sensoren anonyme Daten über die Straßenraumnutzung und messen beispielsweise den Verkehrsfluss oder die Bewegungsprofile von Verkehrsteilnehmern. Bis jetzt sind die Sensoren in über 15 britischen Städten im Einsatz und haben dort Einfluss auf das strategische wie auch Echtzeit-Management des Stadtverkehrs.

Die Loughborough University ist dem Bericht zufolge eine der führenden Universitäten in Großbritannien mit internationalem Ruf in der Forschung, mit Schwerpunkt für sportbezogene Themen. 2019 erhielt die Universität vom Sunday Times University Guide die Auszeichnung „University of the Year“.

Ford Mobility gehört zum Ford Konzern und arbeitet mit Städten an Konzepten zur Verbesserung der Verkehrssituation.

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