Damit Ketten im Betrieb nicht reißen: Neues Überwachungssystem von Iwis

Die Digitalisierung im Maschinenbau erfordert immer bessere Überwachungssysteme, um defekte Maschinenteile schnell identifizieren und die Anlagen sicher betreiben zu können. Mit seiner intelligenten Kettenüberwachung könne man durch gerissene Ketten verursachte Produktionsausfälle vermeiden, verspricht Iwis Antriebssysteme.

Das Modul zur Messung der Kettenlänge im Einsatz. Foto: Iwis.
Das Modul zur Messung der Kettenlänge im Einsatz. Foto: Iwis.
Claudia Leistritz

Bei dem Kontrollsystem CCM-S werden die Ketten bei laufendem Betrieb kontinuierlich auf Verschleißlängung überwacht und geben Alarm, sobald eine Kette getauscht werden muss. Predictive Maintenance nennt sich die Anwendung in der digital orientierten Industrie 4.0 und dient dazu, in der stetigen Messung des Ablaufs stets die optimale Balance zwischen Materialausnutzung und Anlagensicherheit zu gewährleisten.

Schon eine Abweichung von einem Prozent in der Kettenlänge störe den nötigen gleichmäßigen Betriebsablauf - ohne frühzeitig warnendes Überwachungssystem könne man dann kaum noch schädliche Auswirkungen oder gar den Ausfall der Anlage verhindern, so Iwis.

Die patentierte Erfindung des Kettenherstellers misst mit Hilfe von Sensoren nach dem physikalischen Prinzip der Induktion die Längung der Ketten im Betrieb. Da die Anwendung gleichzeitig übergreifende Datenanalysen vornimmt, könne man ganz auf die jeweilige Situation zugeschnitten reagieren und entweder nachjustieren oder austauschen, wie der Hersteller versichert.

Auf diese Weise werde die Wartung planbar, Produktionsausfälle würden vermieden, so Florian Wimmer, Value Engineer bei Iwis.

„Mit diesen Vorteilen können unsere Kunden das Beste aus ihrer Anlage herausholen und damit die Maschinenauslastung und –produktivität steigern“.

Vorgenommen werden die Messungen kontaktlos ohne Störung des laufenden Betriebs und unabhängig von der Geschwindigkeit mit Hilfe eines Moduls, das laut Hersteller ohne viel Aufwand nach dem Plug & Play-Prinzip mit bestehenden Kettensystemen verbunden und an ein Kabel angeschlossen werden kann.

Die Datenauswertung über den Verschleißzustand der Ketten erfolgt dann entweder über die Iwis-Software oder über einen IO-Link. Aufgezeichnet werden dabei immer zwei zur gleichen Zeit an zwei unterschiedlichen Sensorstellen vorgenommene Messwerte. Aus dem Verhältnis zwischen der gemessenen Länge und einer theoretischen Neukettenlänge errechnet sich dann die Kettenlängung in Prozent.

Das System wurde für verschiedene Kettengrößen entwickelt und kann auch Duplex- und Triplexketten überwachen, erklärt Florian Madlener, Director R & D bei iwis. Zudem würden mit einer speziellen Funktion nicht nur die Gesamtlänge, sondern mit Hilfe von am Kettenstrang angebrachten Magneten auch einzelne Abschnitte der Kette gemessen und in einem übersichtlichen Diagramm nach Abweichungen vom Normalzustand hin ausgewertet.

Zu den weiteren Funktionen der Entwicklung zählen unter anderem eine Temperaturüberwachung und ein Schocksensor.

Der 1916 gegründete Münchener Kettenhersteller Iwis ist laut eigenen Angaben unter den Bezeichnungen Iwis Motorsysteme und Iwis Antriebssysteme führender Anbieter von Ketten und Steuerbetriebssystemen für Maschinen und Anlagen unter anderem in der Baustoffindustrie, der Verpackungs-, Druck- und Lebensmittelindustrie, der Logistik und Fördertechnik, der Nfz- und Automobilindustrie, der Luftfahrt und Elektronikindustrie. Daneben arbeitet Iwis smart connect auf dem Gebiet hochpräziser Blech-, Stanz- und Biegetechnik, elektrischer Verbindungstechnik sowie der MCS-Kontakttechnologie und ist unter dem Namen Thien eDrives auch auf im Bereich Elektromobilität und E-Motoren tätig. Weltweit arbeiten 2.100 Mitarbeiter im Unternehmen. Niederlassungen befinden sich global an 45 Standorten, darunter England, Brasilien, Frankreich, Italien, Kanada, Südkorea, Schweiz, Singapur, Südafrika. Produziert wird in Deutschland, Tschechien, China und den USA.

 

 

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