MAN holt Forschung an Wasserstoffantrieben ins Werk Nürnberg

Der Nutzfahrzeughersteller will die Entwicklung von wasserstoffbasierten Antrieben für Lkw und Busse vorantreiben und kooperiert mit Hochschulwissenschaftlern der FAU und der TH Nürnberg.

Mehr Dampf beim Wasserstoff: Zur Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung kamen Andreas Tostmann (Vorsitzender des Vorstands der MAN Truck & Bus SE), Prof. Dr. Joachim Hornegger, Präsident der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Prof. Dr. Niels Oberbeck, Präsident der TH Nürnberg, Dr. Markus Söder, Bayerischer Ministerpräsident, und Saki Stimoniaris, Vorsitzender des MAN-Konzernbetriebsrats (v.l.n.r.) , am MAN-Standort Nürnberg zusammen. | Foto: MAN
Mehr Dampf beim Wasserstoff: Zur Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung kamen Andreas Tostmann (Vorsitzender des Vorstands der MAN Truck & Bus SE), Prof. Dr. Joachim Hornegger, Präsident der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Prof. Dr. Niels Oberbeck, Präsident der TH Nürnberg, Dr. Markus Söder, Bayerischer Ministerpräsident, und Saki Stimoniaris, Vorsitzender des MAN-Konzernbetriebsrats (v.l.n.r.) , am MAN-Standort Nürnberg zusammen. | Foto: MAN
Claudia Leistritz
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Der Nutzfahrzeughersteller MAN Truck & Bus holt die Forschung an wasserstoffbasierten Antrieben aufs Werksgelände in Nürnberg und hat mit der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und der Technische Hochschule Nürnberg (THN) eine Kooperationsvereinbarung zur Forschung und Entwicklung von geschlossen. Erstmals werden Hochschul-Wissenschaftler und Studierende gemeinsam mit den Entwicklern eines Fahrzeugherstellers direkt auf dessen Werksgelände ein gemeinsames Labor sowie Prüfstände zur Erforschung der Wasserstofftechnologie betreiben, heißt es vom Unternehmen. Mit dem Wasserstoff-Campus lege das heutige MAN-Dieselmotorenwerk den Grundstein für seine Transformation hin zu alternativen Antrieben, glaubt man.

Die gemeinsame Arbeit von Forschern und Ingenieuren direkt im MAN-Werk ermöglicht eine unmittelbare Zusammenarbeit im Projektteam, so die Hoffnung. Außerdem begünstige die bereits vorhandene Infrastruktur eine praxisbezogene und anwendungsnahe Forschung und Entwicklung. Der gegenseitige Know-How-Austausch soll die Forschung an Wasserstoffantrieben spürbar beschleunigen, hofft man. Die FAU soll den Schwerpunkt auf die Grundlagenforschung setzen, die THN ihre Stärken im Gebiet der anwendungsnahen Forschung einbringen und der Nutzfahrzeughersteller MAN für die Umsetzung der Forschungsergebnisse bei Wasserstoff-Brennstoffzellen und -Verbrennungsmotoren in Lkw und Bussen sorgen, so die Vorstellung.

Komplette Wertschöpfungskette abdecken

Die Arbeit auf dem Wasserstoff-Campus werde die gesamte Wertschöpfungskette der Antriebsform abdecken, von der umweltfreundlichen Erzeugung des Wasserstoffs über die Distribution und Infrastruktur, der Energiewandlung zurück zu Strom bis hin zur Anwendung der Technik beim Kunden im Fahrzeug. Zum anderen ist der tiefgreifende Strukturwandel der Nutzfahrzeugbranche mit einem massiven Fort- und Weiterbildungsbedarf verbunden. Mit der Integration der Forschung ins Werk könne MAN auf die Stärken der FAU und TH bei Forschung und Lehre setzen, wenn es beispielsweise um die Weiterbildung eines Dieselmotor-Entwicklers zum Brennstoffzellen-Experten geht. Im Gegenzug profitieren Forscher und Studierende von der langjährigen Erfahrung von MAN bei Wasserstoffantrieben und von der Infrastruktur, zum Beispiel den Prüfständen.

„Wir stehen als Nutzfahrzeughersteller vor dem größten Wandel unserer Branche seit der Erfindung des Dieselmotors. MAN stellte Rudolf Diesel damals das nötige Kapital und die Ausstattung zur Entwicklung seines Motors zur Verfügung. Heute geht es um die erfolgreiche Industrialisierung von alternativen Antrieben wie dem batterie-elektrischen-Antrieb, der Brennstoffzelle oder dem Wasserstoffverbrennungsmotor", erklärt Dr. Frederik Zohm, Vorstand Forschung & Entwicklung der MAN Truck & Bus SE.

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