Ziel Netto-Null-Emissionen: Total investiert in Hyzon Motors

Bis zum Jahr 2050 will der Energiekonzern das Ziel "Netto-Null-Emissionen" erreicht haben. Dazu steigt das Unternehmen gemeinsam mit anderen Investoren beim Brennstoffzellen-Entwickler von Nutzfahrzeugen und Start-up Hyzon ein.

In Europa dürfte Hyzon Daf Trucks als Basis für die Brennstoffzellen-Lkw nutzen. Hyzon sitzt in Groningen, Daf Trucks in Eindhoven. | Foto: Hyzon
In Europa dürfte Hyzon Daf Trucks als Basis für die Brennstoffzellen-Lkw nutzen. Hyzon sitzt in Groningen, Daf Trucks in Eindhoven. | Foto: Hyzon
Redaktion (allg.)
(erschienen bei Unterwegs auf der Autobahn von Claudia Leistritz)

Total gehört zu den Energiekonzernen, welche Wasserstoff und damit auch die Brennstoffzelle aktiv fördern. Der Konzern gehört zusammen mit anderen Industriepartnern zu den Mitbegründern von H2 Mobility, um in Europa ein Wasserstoff-Ökosystem für den Mobilitätssektor zu entwickeln. Deshalb investiert man jetzt in das Start-up Hyzon. Girish Nadkarni, CEO bei Total Carbon Neutrality Ventures, erklärt dazu:

„Total Carbon Neutrality Ventures investiert in Unternehmen im Frühstadium, die Total in dem Bestreben unterstützen, gemeinsam mit der Gesellschaft bis 2050 zu Netto-Null-Emissionen zu gelangen.“

Zwar wurde über die genaue Summe der Investitionen nichts bekanntgegeben, doch mit den jetzt eingesammelten Investitionen sollen die Produktions- und Engineeringzentren von Hyzon in Honeoye Falls (im US-Bundesstaat New York), in Groningen (in den Niederlanden) und in Shanghai weiterentwickelt werden. Dazu gibt es auch Produktionsziele von Hyzon Motors: Nach eigenen Angaben sollen laut Hyzon in den nächsten drei Jahren bis zu 5.000 Brennstoffzellen-Lkw und –Busse montiert und geliefert werden. Bis 2025 will man dann mehr als 40.000 Brennstoffzellenfahrzeuge pro Jahr produzieren.

Damit fährt Hyzon schnell hoch, denn die konkrete Entwicklung der Serienfahrzeuge begannen erst im März 2020 und erst im Juli 2020 wurde die Europa-Zentrale in Groningen eröffnet. Hyzon Motors wurde als Tochter des Brennstoffzellenherstellers Horizon Fuel Cell Technologies in Singapur gegründet. So will man die Einführung von Nutzfahrzeugen mit Brennstoffzelle erheblich beschleunigen. Im Frühjahr wurden unter anderem Brennstoffzellen-Nutzfahrzeuge vom leichten Transporter über Busse bis hin zu 140 Tonnen schweren „Road Trains“ für Australien präsentiert.

Insofern wundert es nicht, dass Hyzon nach eigenen Angaben bereits über 17 Jahre Erfahrung in der Brennstoffzellen-Entwicklung spricht. Dabei bezieht sich Hyzon vor allem auf die Kerntechnologie der Protonenaustauschmembran-Brennstoffzellentechnologie (PEM), die auch schon in ersten Prototypen verbaut ist, wie Craig Knight, CEO und Mitbegründet von Hyzon Motors, erklärt:

„Bereits heute sind unsere Brennstoffzellen in rund 400 Bussen und Lkw im Einsatz und die weltweite Nachfrage nach emissionsfreien Schwelastfahrzeugen steigt deutlich.“

Girish Nadkarni, CEO bei Total Carbon Neutrality Ventures, erklärt zu dem Invest außerdem:

„Die Investitionen ermöglichen es uns, die Reichweite unserer kohlenstoffemissionsarmen Unternehmen über unsere eigenen Grenzen hinaus zu erweitern.“

Was bedeutet das?

Das ein Energiekonzern in einen Fahrzeughersteller investiert, ist eine neue Spielart der disruptiven Wirtschaft. Doch die Brennstoffzelle dürfte zuerst über das Nutzfahrzeug kommen und damit investiert Total auch in künftige Kunden und baut diese so aktiv mit auf.  

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