Qualität und Sicherheit: Was Zimmermann-Bremsscheiben ausmacht

Das Unternehmen Otto Zimmermann fertigt an seinem Standort in Sinsheim Bremsenteile für den freien Ersatzteilmarkt. Bremsenspezialist Patrick Sauer gibt Einblick in die Vorzüge der hier produzierten Scheiben.

"Eine Zimmermann Scheibe entspricht exakt der OE Scheibe, wenn diese keinem Patentschutz unterliegt." Patrick Sauer, Leiter Qualitätssicherung bei Otto Zimmermann. | Bild: Otto Zimmermann GmbH.
"Eine Zimmermann Scheibe entspricht exakt der OE Scheibe, wenn diese keinem Patentschutz unterliegt." Patrick Sauer, Leiter Qualitätssicherung bei Otto Zimmermann. | Bild: Otto Zimmermann GmbH.
Claudia Leistritz

So setzt das Unternehmen beispielsweise auf ausschließliche Eigenproduktion der Teile im eigenen Sinsheimer Werk. Der Vorteil gegenüber den angekauften Produkten der Wettbewerber liege unter anderem darin, dass die dort gefertigten Bremsscheiben wegen der hohen Genauigkeit praktisch dem Originalprodukt (OE) entsprächen, wenn dieses keinen Patentschutz besitzt.

Enge Toleranzen

Denn der Unterschied liege im Detail, sagt Patrick Sauer, Leiter Qualitätssicherung bei Otto Zimmermann. Auch wenn Alternativprodukte natürlich von den Maßen her auch mehr oder weniger passten, so seien für eine ausreichende Qualität und Sicherheit doch hundertstel oder tausendstel Millimeter ausschlaggebend.

„Wenn diese Toleranzen nicht so eng gesetzt werden, macht sich das manchmal erst eine ganze Weile nach der Montage negativ bemerkbar.“

Eine Zimmermann-Scheibe werde daher nach mindestens 15 verschiedenen Qualitätskriterien dahingehend untersucht, ob die Maße im Rahmen der vorgegebenen Toleranzen bleiben.

Unruhiges Fahrverhalten

Ungenauer gefertigte Bremsscheiben können sich wegen der unterschiedlichen Dicke der Bremsscheibenfläche beispielsweise durch ein „pulsierendes Bremspedal“ oder sogar ein Schlagen im Lenkrad bemerkbar machen, sagt Sauer. Solche Scheiben müssten dann ausgetauscht werden und stellten für Werkstätten zeitraubende Reklamationsfälle dar. Daher seien besonders enge Toleranzwerte ein maßgebliches Qualitätsmerkmal für die Eignung von Bremsscheiben.

Materialqualität

Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Qualität des Rohmaterials. Zur Ausrichtung der eigenen Produktion gemäß der OE-Spezifikationen werde auch die Zusammensetzung des Gussmaterials der Originalprodukte analysiert. Das Ergebnis erhalten dann die Partner-Gießereien, die anhand dieser Angaben den Rohling herstellen. Wettbewerber jedoch würden eine Gussspezifikation einfach auf viele verschiedene Scheiben anwenden – ein absolutes No-Go für das Unternehmen, das seit über sechs Jahrzehnten Kfz-Teile produziert, für den freien Ersatzteilmarkt wie auch für Motorsport und Tuning.

Mehr Kosten, mehr Sicherheit

Die sorgfältige Herstellung der Bremsscheiben, mit jedesmal eigens angepasster Gussvariante und mindestens 15 verschiedenen Prüfkriterien, schlage sich natürlich auch im Preis nieder, so Sauer. Nur mit dieser höheren Qualität aber sei auch eine entsprechende Sicherheit verbunden:

„Wir bei Zimmermann sind uns unserer Verantwortung durchaus bewusst. Bremsenteile sind Sicherheitsteile. Da darf es keine Kompromisse geben.“

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