Unterschied Benziner- und E-Auto-Batterien: Banner-Experten klären auf

Die Blei-Säure-Batterien von Benzinern und Dieselfahrzeugen unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich der Wiederverwertbarkeit und Sicherheit von den Lithium-Ionen-Akkus elektrisch betriebener Fahrzeuge.

Die Geschäftsführung von Banner Batterien Deutschland (v.l.): Mag. Thomas Bawart, Günter Helmchen, Andreas Bawart. Foto: Banner Batterien.
Die Geschäftsführung von Banner Batterien Deutschland (v.l.): Mag. Thomas Bawart, Günter Helmchen, Andreas Bawart. Foto: Banner Batterien.
Claudia Leistritz

Welche Eigenschaften die moderneren Varianten im Vergleich mit den seit jahrzehnten im Einsatz befindlichen Blei-Säure-Batterien aufweisen, erklären die Spezialisten des österreichischen Batterieherstellers.

Je nach Einsatz finden unterschiedliche Batterietechnologien mit je eigenen elektrochemischen Eigenschaften Verwendung, die beispielsweise Materialien wie Lithium, Blei, Nickel oder Natrium zur Grundlage haben. Die Blei-Säure-Technologie versorgt in den 12-Volt-Starter- und Bordnetz-Batterien Benziner und Dieselfahrzeuge mit Strom, dagegen sollen die Lithium-Ionen-Batterien in Elektrofahrzeugen als Ersatz für fossile Treibstoffe dienen.

Die Verwendung von Kombinationen beider Batterieversionen in heutigen Elektro- wie Hybridfahrzeugen, also von 12-Volt-Starter-Batterien auf Blei-Säure-Basis wie auch Lithium-Ionen-Hochvolt-Antriebsbatterien, bliebe auch in Zukunft ohne Alternative, so Günter Helmchen, Geschäftsführer der Banner Batterien Deutschland GmbH. Beide Batteriearten hätten ihre eigenen Stärken und Schwächen.

Sicher, temperaturunempfindlich, recycelbar: Vorteile Blei-Säure-Batterien

So könne man beispielsweise mit der aus jahrzehntelanger Forschung und Entwicklung resultierenden Erfahrung mit herkömmlichen Batterien diese heute sowohl mit hoher Sicherheit einsetzen wie auch durch einen geschlossenen Produktkreislauf zu fast hundert Prozent wiederverwerten und damit umweltschonend recyceln. Auch können diese, da ohne Memoryeffekt, unabhängig vom Entladezustand immer wieder aufgeladen werden und sind weniger temperaturempfindlich. Aber auch die vergleichsweise geringen Anschaffungs- wie Wartungskosten sprechen für diese Technologie.

Hohe Energiedichte, wenig Ladezeit: Vorteile Lithium-Ionen-Batterien

Lithium-Ionen-Akkus arbeiten bereits heute in zahllosen Mobilgeräten. Sie wiegen bis zu 50 Prozent weniger als Blei-Säure-Batterien, liefern auf kleinem Raum eine hohe Energiedichte und können oft wiederaufgeladen werden. Die Selbstentladung, so Banner, sei gering, die hohe Leistung auch nach längerer Standzeit gewährleistet und der Memoryeffekt für den Anwender praktisch kaum bemerkbar. Zudem brauchen die Akkus wegen der hohen Ladeströme nur wenig Ladezeit. Diese Batterien finden Verwendung in Fahrzeugen als Starter-, Bordnetz- und Fahrzeugbatterien. Immer beliebter werde die Technologie gleichermaßen bei Profis wie Privatanwendern auch zum Beispiel bei Sportautos, Rennwägen und Motorrädern, neben den stetig wachsenden Freizeitanwendungen vielfältigster Art, so der Batteriehersteller.

Teuer, unsicher, umweltschädlich: Nachteile Lithium-Ionen-Technologie

Allerdings haben Lithium-Ionen-Batterien auch nachteilige Eigenschaften. Die Experten listen die hohe Brandgefahr, eine höhere Empfindlichkeit für Temperaturschwankungen und hohe Kosten. Außerdem sei der unter ungünstigen Arbeitsbedingungen ablaufende Abbau seltener Erden wie Kobalt und Nickel „höchstproblematisch“ und nicht gerade umweltfreundlich, wenn beispielsweise gerade in den trockensten Gebieten der Erde besonders viel Wasser für die Gewinnung der Rohstoffe verbraucht wird. Und auch in Bezug auf die Wiederverwertung der Materialien müsse noch geforscht werden, denn bisher könne man nur Kobalt, Nickel und in geringen Mengen Mangan wieder zurückgewinnen, nicht aber Lithium, das als Schlacke zurückbleibe.

Dagegen gebe es wegen der langen Erfahrung mit dieser Technologie bereits ein funktionierendes Sammelsystem für Blei-Säure-Altbatterien, die aufbereitet und in die Produktionskette von Neuprodukten wieder eingeführt werden. Das Batterieunternehmen selbst holt in Werkstätten und Vertriebsstellen gesammelte Altbatterien in Spezialcontainern ab und bringt sie schon seit Jahrzehnten wieder in den Produktionskreislauf. Die Blei-Säure-Batterie weise damit die höchste Sammelquote unter allen recycelbaren Gütern am Markt auf, auch mehr als Glas und Papier, wie Banner betont.

Weiterentwicklung von Lösungen für Starterbatterie

Das Unternehmen selbst hat sich eigenen Angaben zufolge als einziger österreichischer Hersteller von Starterbatterien mit Produkten für die E-Mobilität befasst und spezielle, zur Kohlenstoff-Reduktion beitragende Batterien wie AGM (Absorbent Glass Mat) und EFB (Enhanced Flooded Battery) entwickelt, denn jedes Elektrofahrzeug benötige für die Versorgung des Bordnetzes eine 12-Volt-Batterie. Und nach wie vor stünde die Forschung an einer neuen Generation der traditionellen Starterbatterie im Fokus des Unternehmens.

„Aktiv leisten wir jedoch mit unseren umweltfreundlichen Start-Stopp-Batterien durch erhebliche Treibstoffeinsparungen einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung, weshalb wir konsequent an der Weiterentwicklung der nächsten Generation der traditionellen Starterbatterie festhalten. Aktuell laufen mehrere Entwicklungsprojekte zur weiteren Effizienzsteigerung der Start-Stopp-Batterien. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, mit optimiertem Zellendesign und diversen konstruktiven Maßnahmen die Leistungsaufnahme und –abgabe zu verbessern“, so Helmchen.

 

 

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