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Bund fördert autonome Fahrdienste auch auf dem Land

Autonome Verkehre sollen zukünftig zur Mobilität in Deutschland beitragen, nicht nur in Städten, sondern auch im ländlichen Raum. Der Bund investiert 2,3 Millionen Euro für ein entsprechendes Forschungsprojekt. Bundesverkehrsminister Wissing hat den Betrag gestern an die Projektpartner übergeben.  

Künftig sollen autonome Shuttles die Verkehrsanbindung im ländlichen Raum sicherstellen. Darauf abzielende Forschungsprojekte fördert nun der Bund. | Bild: falco/Pixabay.
Künftig sollen autonome Shuttles die Verkehrsanbindung im ländlichen Raum sicherstellen. Darauf abzielende Forschungsprojekte fördert nun der Bund. | Bild: falco/Pixabay.
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Claudia Leistritz

Um vor allem auf dem Land die „individuelle Mobilität“ sicherzustellen, soll das Angebot autonom fahrender Verkehre in Deutschland ausgebaut werden. Das vermeldet das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) in seiner neuesten Pressemeldung zu diesem Thema. Der Bund fördert bereits entsprechende großstädtische Forschungsprojekte, beispielsweise in Hamburg und München. Nun sollen die Aktivitäten auch auf dünnbesiedelte Gebiete ausgeweitet werden. Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing hat zu diesem Zweck gestern zwei Projekte auf den Weg gebracht, die den konkreten Einsatz dieser Mobilitätsform im ländlichen Raum erforschen sollen.

„Selbstbestimmt und günstig mobil“

So wird nun in den nächsten drei Jahren in einem gemeinsamen Forschungsprojekt in Potsdam-Mittelmark sowie Vorpommern-Rügen „das Potenzial von autonomen Shuttles in dünn besiedelten und suburbanen Regionen“ erprobt, wie es heißt. Die Förderzusage des Bundes in Höhe von 2,3 Millionen Euro hat Dr. Wissing gestern, am 19. Juli 2023, an die beteiligten Projektpartner übergeben. „Autonome Verkehre können individuelle Mobilität auf dem Land sichern“, sagt Wissing. Und weiter:

„Ich möchte, dass die Menschen überall in Deutschland selbstbestimmt und günstig mobil sein können.“

Deutschlandweite Mobilität ohne Auto

Gerade auf dem Land könnten autonome On-Demand-Verkehre die individuelle Mobilität steigern, und das komme vor allem älteren Menschen zugute oder denen, die „nicht selbst mit dem Auto fahren können oder wollen“. Auf Abruf bereitstehende autonome Shuttles bildeten eine „kosteneffiziente“ Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). Laut Wissing könnte das unterstützte Projekt wertvolle Erkenntnisse bezüglich des deutschlandweiten Ausbaus dieser Mobilität liefern.

Laufendes Projekt Minga

Mit dem Projekt Minga, bei dem den Angaben zufolge Projektpartner aus Industrie, Wissenschaft, Verwaltung und Verbänden beteiligt sind, fördert der Bund zum Beispiel bereits mit rund 13 Millionen Euro ein ähnliches Forschungsprojekt für die Entwicklung autonomer Stadtbusse in der Region München. Dabei arbeiten das Softwareunternehmen Mobileye und Nutzfahrzeug-Hersteller MAN Truck & Bus an entsprechenden Lösungen, die neben dem autonomen Betrieb auch umfassende digitale Kontrollmöglichkeiten für einen sicheren Einsatz bieten sollen.

Neues Projekt LEAF

Bei dem nun auf den ländlichen Raum bezogenen neuen Entwicklungsprojekt namens LEAF (Ländliche Erschließung mit autonomen Fahrzeugen) haben sich die Regiobus Potsdam Mittelmark, die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen sowie die Landkreise Potsdam-Mittelmark und Vorpommern-Rügen zusammengeschlossen. Angezielt wird die Schaffung eines „attraktiven Mobilitätsangebots“ zur Sicherstellung der Anbindung an die übergeordneten ÖPNV-Angebote sowie zur Bahn gerade in sturkturschwächeren Gebieten. In den genannten Regionen will der Bund nun ein „autonomes On-Demand-System mit drei Fahrzeugen“ aufbauen.

Der Probebetrieb wird laut Bericht von weit ausgreifenden wissenschaftlichen Untersuchungen begleitet, die das gesamte Umfeld miteinbeziehen. So will man beispielsweise neben der Nutzerakzeptanz auch die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen sowie umweltbezogenen Auswirkungen erfassen. Außerdem soll auch die Übertragbarkeit auf andere Landkreise geprüft werden.

Digitalisierung und Dekarbonisierung

Weiter steht auch das Potenzial der Digitalisierung in Bezug auf eine Optimierung der Verkehrsverhältnisse im ländlichen Raum im Fokus der Untersuchungen und wie sich der Einsatz auf den „CO2-Fußabdruck“ auswirken würde. Gleichzeitig sollen erste Maßnahmen in die Wege geleitet werden, um fehlende Fahrer und Fachkräfte mit autonomen Fahrangeboten für den ländlichen Raum ersetzen zu können.

Laut Pressemeldung erfolgt die Förderung für das bis Juni 2026 laufende Projekt im Rahmen des ersten Förderaufrufs zur Förderrichtlinie „Autonomes und vernetztes Fahren in öffentlichen Verkehren“.

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