Automechanika Dubai – Einblicke und Ausblicke

Bis 16. Dezember dauerte die dreitägige Kfz-Ersatzteilmesse in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Zum Abschluss hat die Messe Frankfurt die Eindrücke des Show Directors der Automechanika Dubai sowie des Geschäftsführes von Teilezulieferer Wemzer aufgezeichnet.

Von regem Interesse auf der Automechanika Dubai von 14. bis 16. Dezember 2021 berichtet die Messe Frankfurt. | Bild: Messe Frankfurt.
Von regem Interesse auf der Automechanika Dubai von 14. bis 16. Dezember 2021 berichtet die Messe Frankfurt. | Bild: Messe Frankfurt.
Claudia Leistritz

Ihre Neuheiten präsentierten in dem Messegelände insgesamt rund 570 Aussteller aus 47 Ländern, Besucher reisten aus über 140 Ländern an. Wie auch in Deutschland hätten dort die Themen Digitalisierung und Elektrifizierung höchste Aufmerksamkeit auf sich gezogen, berichtet die Messe Frankfurt als Veranstalter. Im Folgenden einige Eindrücke von Beteiligten und Fakten zu dem Event.

Starker Andrang

Show Director der Automechanika Dubai ist Mahmut Gazi Bilikozen. Er berichtet im Vergleich zur letzten Veranstaltung 2019 von einer Steigerung der Anmeldungen bei Führungskräften um 40 Prozent, an Mitarbeitern aus dem Bereich Beschaffung und Einkauf um 18 Prozent. Registriert hatten sich Fachleute aus 143 Ländern. „Ein weiteres Signal für eine verstärkte Geschäftstätigkeit und das Interesse, neue Partner zu finden“.

Ersatzteilmarkt im Wandel

Der Geschäftsführer des rumänischen Teilezulieferers Wemzer, Amin Uz Zaman, konstatiert einen tiefgreifenden Umbruch im Kfz-Ersatzteilmarkt. Angetrieben von Elektrifizierung und Digitalisierung würde sich die Sichtweise von Kunden und allen Branchenbeteiligten auf die Mobilität und deren Bewertung sowie auf die Geschäftsabläufe im Kfz-Ersatzteilmarkt vollkommen verändern.

Kunden erwarteten in einem Umfeld der jederzeit verfügbaren drahtlosen Übertragung mit Zugang zu Internetanschlüssen und weiter Verbreitung von Smartphones verstärkt ein „nahtloses, komfortables und vor allem transparentes“ Einkaufserlebnis, so Zaman. Darauf habe die Automobilindustrie erst spät reagiert; nun aber, beschleunigt durch die Pandemie, sei die Branche grundlegend digitalisiert worden.

Starkes Wachstum erwartet

Aus den Beobachtungen der gegenwärtigen Situation sieht er die Branche im Aufwind. „Es mag Herausforderungen mit der Lieferkette geben, aber wir haben positive Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung in unseren Zielmärkten.“ Folge man der jüngsten Studie des Marktforschungsinstituts Global Market Insights, werde sich der Umsatz des automobilen Aftermarket bis 2027 auf etwa 800 Milliarden US-Dollar steigern. „Es ist eine bekannte Tatsache, dass die globale Automobilindustrie dynamisch wächst“, sagt Zaman.

Transformation vollenden

Die im Zuge der rasanten Digitalisierung erfolgten Veränderungen bezeichnet er als „revolutionäre Transformation“ des Geschäfts sowie der Wertschöpfungskette. Nun seien neue Ebenen und Partnerschaften mit neuen Anbietern gefordert, also eine auf alle beteiligten Ebenen ausgreifende Digitalisierung: Es gehe darum, „die Transformation zu vollenden, die über das Angebot eines nahtlosen Omnichannel-Einkaufserlebnisses hinausgeht“.

Daten und Fakten zum Markt Dubai

Das Emirat Dubai verzeichnet laut Pressebericht im ersten Halbjahr dieses Jahres einen Anstieg des allgemeinen Handelsvolumens um 32,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, also 2020.

Die Automechanika ist den Angaben zufolge die größte internationale Fachmesse für den Kfz-Ersatzteilmarkt im Nahen Osten. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sei ein Anstieg des allgemeinen Handels von 551 Milliarden AED im ersten Halbjahr 2020 auf 731 Milliarden AED belegt.

Die Zollbehörde von Dubai berichtet von einem Anteil des Autoteile-Sektors am Gesamthandelsvolumen im ersten Halbjahr dieses Jahres in Höhe von 22,3 Milliarden AED (somit 3,9 Prozent); davon gehen 11,4 Milliaren AED auf das Konto von sektorspezifischen Importen, 9,5 Milliarden AED sind im Bereich Exporte und 1,4 Milliarden AED bei Re-Exporten zu verzeichnen.

Erholungsanzeichen

Laut Bericht verdeutlichten die fünf wichtigsten Handelspartner Dubais im ersten Halbjahr die globale Ausrichtung des Landes „bei der Erholung des Handels nach der Pandemie“: so hätten fünf Länder aus drei Kontinenten zwischen Januar und Juli 8,37 Milliarden AED oder 37,5 Prozent zum gesamten Autoteilehandel beigetragen.

Diese fünf wichtigsten Länder sind Japan mit 2,85 Milliarden AED, China mit 1,53 Milliaren AED, Saudi-Arabien mit 1,38 Milliarden AED, die Vereinigten Staaten mit 1,34 Milliarden AED und Deutschland mit 1,27 Milliarden AED.

Die Zahlen belegten den Erfolg Dubais im Umgang mit der globalen Pandemie, sagt Fuad Bassam Hussein, Senior Officer, Data Validation and Monitoring Department bei der Zollbehörde von Dubai. Sie zeigten deutlich Dubais „im Vergleich zum Vorjahr starkes Handelswachstum und Erholungserscheinungen nach der Pandemie“.

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