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Reifendruckkontrolle smart und vernetzt: SAF-Holland digitalisiert seinen Tire Pilot

Der Hersteller von fahrwerksbezogenen Nfz-Komponenten hat seine Reifendruckkontrolle für Auflieger weiterentwickelt. Der SAF Tire Pilot I.Q. entspricht den neuesten EU-Richtlinien. Ab Mitte 2024 müssen auch Trailer-Neuzulassungen ein RDK-System enthalten.

Das RDK-System SAF Tire Pilot I.Q. hält den Luftdruck aller am Trailer montierten Reifen automatisch im optimalen Bereich. Ein Zusatzgerät erweitert die digitalen Funktionen um detaillierte Auswertungen über App und Wi-Fi. | Bild: SAF-Holland.
Das RDK-System SAF Tire Pilot I.Q. hält den Luftdruck aller am Trailer montierten Reifen automatisch im optimalen Bereich. Ein Zusatzgerät erweitert die digitalen Funktionen um detaillierte Auswertungen über App und Wi-Fi. | Bild: SAF-Holland.
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Claudia Leistritz

Achs- und Fahrwerkspezialist SAF-Holland bietet jetzt sein Tire Pilot-Reifendruckkontrollsystem für Trailerreifen, das erstmals auf der NUFAM 2023 vorgestellt wurde, auch in der neuesten EU-konformen Version an. Seit Juli 2022 müssen neue Fahrzeugtypgenehmigungen, ab Juli 2024 auch Neuzulassungen von Trailern gemäß der neuen EU-Regelung, die auch für manche Länder außerhalb der EU gilt, ein Reifendrucküberwachungssystem (RDKS) enthalten. Das Bessenbacher Unternehmen, das zu den weltweit führenden Zulieferern für Trucks und Trailer zählt, hat nun sein Reifenbefüllsystem mit intelligenten Funktionen zur Version SAF Tire Pilot I.Q. upgedatet.

Mehr Sicherheit

Mit dem SAF Tire Pilot wird der Reifendruck von Anhängern mit Starr- und Lenkachsen kontinuierlich überwacht und im korrekten Bereich gehalten. Sinkt der Druck unter einen bestimmten Wert, füllt das System automatisch Luft nach. Ist der Luftverlust zu groß, erhält der Fahrer einen Warnhinweis. Da den Angaben zufolge Reifentotalausfälle zu 85 Prozent auf zu niedrigen Luftdruck zurückzuführen sind, wurde als Gegenmaßnahme die Regelung zur obligatorischen Ausstattung mit RDKS eingeführt, die zugleich die Lebensdauer der Reifen um durchschnittlich 10 Prozent verlängern und Kraftstoff einsparen helfen kann. Der konstant korrekte Reifendruck schont auch die Karkasse und mindert den Reifenverlust.

Digitale Zustandsinformationen

Gemeinsam mit der „Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa“ (UN ECE) hat die EU-Kommission die RDKS-Systeme zuletzt im Jahr 2019 mit Start Juli 2022 für die Genehmigung neuer Trailer-Fahrzeugtypen zur Vorschrift gemacht. Nun im Juli 2024 folgt die Pflicht zur Steigerung der Sicherheit im Straßenverkehr auch für Trailer-Neuzulassungen.

Den SAF Tire Pilot hat das Unternehmen bereits seit über zehn Jahren im Programm. Nun wurde das System zu Reifendrucküberwachung digitalisiert und erhielt zur Kennzeichnung den Namenszusatz „I.Q.“. Das Produkt erfüllt in dieser Form die geänderte EU-Verordnung Nummer 2019/2144 oder UN ECE R 141.

Die kontinuierliche Reifendrucküberwachung hält den Sollwert immer im optimalen Bereich, auch während der Fahrt oder bei Einfahrschäden. Sinkt der Solldruck um 0,5 bar, wird der Fahrer wie bisher über eine Anzeige in der Kabine informiert. Bei einem noch darunter liegenden Luftverlust gleicht das System den Wert an allen am Trailer montierten Reifen automatisch aus, ohne dass der Fahrer Maßnahmen ergreifen muss. 

Neben der Warnmeldung über das Dashboard des Fahrerhauses aber stellt die überarbeitete Version SAF Tire Pilot I.Q. nun auch über eine kostenfreie App detaillierte Echtzeit-Auswertungen zum Systemzustand zur Verfügung.

Leichte Handhabung

Laut Anbieter lässt sich das smarte System leicht montieren: das Steuergerät ist „mit allen Arten von Anhängern mit Einzel- und Zwillingsbereifung mit bis zu fünf Achsen“ kompatibel. Mit Strom versorgt wird das RDKS über das Elektronische Bremssystem (EBS), das auch die Systemmeldungen ans Dashboard im Fahrerhaus übermittelt. Daher wird die Kontrollbox dort in der Nähe am Fahrergestell fixiert. Auch ein End-of-Life (EoL)-Test kann mit dem digitalen Assistenten durchgeführt werden. Zudem müssen Rad und Sensor dazu nicht extra zugeordnet werden.

SAF Holland stellt weitere Vorteile des Systems heraus: auch bei Einfahrschäden bleiben mit dem System die Anhänger nicht einfach unterwegs liegen, sondern können noch sicher bis zum Ziel oder zur nächsten Werkstatt gelangen. „Die frühzeitige Warnung des Systems verhindert zahlreiche Unfälle, verursacht von Reifentrümmern auf der Fahrbahn“, heißt es außerdem.

Rundum sparsam

Benjamin Irmscher, Product line Manager Axles & Suspensions bei SAF Holland meint, es ginge nicht nur einfach um die Kontrolle des Reifendrucks: eine stetige Überwachung mindere auch insgesamt die Betriebskosten und die Klimabelastung:

„Unser Kontroll- und Befüllsystem wirkt sich positiv auf Kraftstoffverbrauch und Reifenverschleiß aus“.

So habe das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik 2018 ermittelt, dass Reifenabrieb mit Abstand die größte Quelle für Mikroplastik bilde. So liegt es im allgemeinen Interesse, Gründe für den Reifenabrieb wie mangelnden Luftdruck möglichst auszuschließen. Den Luftdruck und die Belastung des Reifens im optimalen Bereich zu halten ist aber auch aus einem weiteren Grund klimafreundlicher: denn die Herstellung von Reifen ist recht energieintensiv, zudem bestehen etwa 60 Prozent des Materials gewöhnlich aus Mineralöl. Steigt also aufgrund fehlerhaften Reifenzustands der Reifenbedarf, werden auch mehr Rohstoffe verbraucht.

Auf der Tirepilot-Website von SAF-Holland steht ein Amortisationsrechner zur Verfügung, der mit wenigen Angaben zur Spezifikation der Sattelauflieger die mögliche Kosteneinsparung berechnet. Laut Anbieter lassen sich mit dem RDKS bei 100.000 Kilometern Fahrleistung bis zu 1.100 Euro sparen.

SAF-Holland fertigt fahrwerksbezogene Baugruppen und Komponenten für Trailer, Lkw, Busse und Campingfahrzeuge. Das nordbayerische Unternehmen, das im Jahr 2022 einen Umsatz von 1,56 Milliarden Euro erzielte, beschäftigt weltweit rund 6.000 Mitarbeiter. Die meisten Produktionsstätten liegen in den USA und Europa, aber auch in Südamerika, Indien, der Türkei und China werden die Komponenten gefertigt.

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